Darum.
Ich schaue in den sternenschwarzen Himmel und sehne mich nach mehr. Mit dem Nachtwind ein Hauch des Möglichen, vibrierendes Leben statt Leere. Jahrmillionen statt ein Jahrhundert. Nebenan schreit ein Kind. Wir werden geboren, blinzeln, heben den Kopf und noch bevor uns klar wird, was wir da gesehen haben, ist es vorbei. Manchmal Spuren einer Ahnung von dem, was hätte sein können. Es hat wieder nicht gereicht.
Kollektiver Wahnsinn. Sollen in 200 Jahren noch immer Menschen gegen ihren Willen sterben? 10,000 Generationen haben wir für immer verloren. Hunderttausend Millionen mal der Geschmack von Leben, Augenblicke lang Licht, dann nichts. Hunderttausend Millionen mal: Ich liebe dich. Der Abgrund in Sichtweite, stetig näher kommend. “Für immer” sind 50 Jahre.
Verdammt, tut endlich was.
Eure Apathie macht mir Angst. Im 16. Jahrhundert geboren zu werden und zu realisieren, dass keine Hoffnung auf mehr besteht, keine Hoffnung darauf, die Daseinsgrenzen zu verschieben, wäre Grund zur Verzweiflung. Wir leben im 21. Jahrhundert. Morgendämmerung berührt den Horizont der Menschheitsgeschichte und ihr haltet euch die Augen zu und begeht Selbstmord.
Hier stehen wir, mit unseren Eitelkeiten und Dummheiten, mit unserer Sehnsucht und Liebe, und wir ahnen. Frühstücken, ein paar Dinge erledigen, schnell, Schlagzeilen, Schlaf, weiter. Hauptsache weiter. Die, die noch nicht betäubt sind, ahnen manchmal, dass es so viel anders sein könnte. Dass die Momente der Klarheit, des Wunsches nach Ewigkeit, nicht Minuten später Vergangenheit sein müssten.
Aber auch das wird vorbei gehen, wenn wir es nur fest genug ignorieren.

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