Entscheidungsfrei
Wann wurdet ihr so gut darin, professionell und automatisch jeden Tag ein Stück vergangenes Leben zu produzieren? Kennt ihr euren Weg? Manchmal meine ich, meinen zu kennen, zumindest die Richtung. Dann höre ich Manuels Vortrag beim Poetry Slam, lese, was Aaron schreibt, und bin zurück beim Ausstrecken meiner Fühler und beim Vermeiden von Einschränkungen, auf dass mein zukünftiges Ich mir dankbar sei. Wirken Lebensläufe erst im Nachhinein so eindeutig — und so beliebig?


So als wäre …
1. von Anfang an klar gewesen, dass jemand X machen will; dass sie nicht groß darüber nachdenken würde.
2. eine Vielzahl möglicher Leben genauso rechtfertigbar und die Auswahl von X beliebig, z.B. nur von Kleinigkeiten der Umgebung abhängig, die zu einem anderen Zeitpunkt ganz anders hätten aussehen können; so, als wäre die Auswahl von X nicht darauf zurückführbar, dass X das ist, was sie aufgrund ihres Wertesystems machen würde, wenn sie darüber nachgedacht hätte.