Narrative
Kurze Pause im Alltagsablauf, gleich geht es weiter. Nur eine Frage: Entspricht das, was du heute tust, dem Handeln der Art von Person, die du sein willst?
Jeder Moment stellt die Frage “Was willst du tun?” und die Summe unserer Antworten ist, wer wir sind. Jede Minute, die wir vor uns selbst rechtfertigen, entfremdet uns von uns selbst. Die Welt hat einen unerschöpflichen Vorrat an Zeitfüllern, dringenden Verpflichtungen und ganz wichtigen Dingen und wir suchen uns aus, wie groß der Anteil unserer Zeit ist, den wir ihr überlassen. Jede Antwort ist okay, so lange sie für uns okay ist und so lange wir nicht glauben, wir hätten keine Wahl. Wir erschaffen uns selbst, erfinden die Erzählung unseres Lebens und die Welt passt sich an. Die Welt hat keine Wahl.
So, weiter.

one comment
Ach schau.
Aber ist nicht vielmehr der Indikativ, das was wir SIND, als der Konjunktiv?
Es ist schön die Hoffnung haben zu können, man sei das, was man sein will. Aber das, was sich von diesem Ideal entfremdet, DAS sind wir eigentlich. Wir entfremden uns nicht von uns selbst, sondern stehen aktiv nicht dort, wo wir stehen wollten. Man wird nicht fortgetrieben, man geht weg.
Auch wenn wir nicht auf alle Entscheidungen Zugriff haben, die uns möglicherweise dazu verleiten die Flasche einfach morgens schon mal anzubrechen anstatt uns an die Verwirklichung unserer Träume zu machen (wobei sich das natürlich nicht ausschließt), so sind wir in der Situation in der wir sind eben nicht grundlos.