Was wirklich zählt — Sinn und Singularität
Was fange ich an mit meinem Leben? Zunächst wird die Schulzeit abgesessen, logo. Noch stehen alle Möglichkeiten offen. Ein Studium kann auch nicht schaden, danach sehen wir weiter. Das Leben kann kostspielig sein, vielleicht wäre eine Arbeitsstelle angebracht — also beworben und: genommen. Zwar nicht der Traumjob, aber ist ja nicht für immer. Ein paar Jahre Arbeitsalltag, ein neues Auto, vielleicht ein eigenes Haus. Traumfrau. Kinder. Rente. Ende. Oha, das war’s schon?
Besonders viele Alternativen scheint es nicht zu geben — auch wenn es theoretisch unendlich viele sind, unterscheiden sie sich meist nur um Nuancen. Studium oder doch gleich Geld verdienen? Kinder oder nicht? Büroassistent oder Flugzeugpilot? Vielleicht wäre es dennoch — oder gerade deshalb — angebracht, seine Zukunft einer etwas rationaleren Analyse zu unterziehen anstatt nur in den Tag zu leben und den Lauf der Dinge entscheiden zu lassen.
Das setzt voraus, dass man sich Gedanken über die Zukunft im Allgemeinen macht. Was wird sich in den nächsten Jahrzehnten verändern? Inwiefern wird sich unser Leben von dem früherer Generationen unterscheiden?
Ein Sprichwort sagt: “Prognosen sind schwierig, besonders, wenn sie sich auf die Zukunft beziehen.” Und es trifft den Kern der Sache. Selbst professionelle Zukunftsforscher liegen selten richtig. Wichtige Entwicklungen wie die rasante Verbreitung des Internets waren in keinen Prognosen zu finden. Die Markteinführung fliegender Autos, die nun auch schon seit einem halben Jahrhundert “vor der Tür steht”, muss ich verpasst haben. In Bezug auf die Zukunft lässt sich nur eines mit Sicherheit sagen — nämlich, dass sich nichts mit Sicherheit sagen lässt.
Aus diesem Grund ist es sinnvoll, sich Gedanken über verschiedene Möglichkeiten zu machen, mit denen uns die Zukunft überraschen könnte, ihnen Wahrscheinlichkeiten zuzuweisen und entsprechend dieser Wahrscheinlichkeiten zu handeln. Das mag theoretisch klingen, ist aber nichts Anderes als eine Umschreibung der Art und Weise, wie wir tagtäglich Entscheidungen treffen.
Ein Beispiel: Die Vorhersage des Wetterberichts spricht von “meist heiterem Wetter, vereinzelt Schauer”. Werden wir deswegen das für morgen geplante Picknick absagen? In der Regel nicht, das wahrscheinlichste Ereignis ist schließlich schönes Wetter. Dennoch packen wir einen Regenschirm ein. Trotz geringer Wahrscheinlichkeit beeinflussen die negativen Konsequenzen, die Regen hätte, unser Verhalten.
Bei der Betrachtung zukünftiger Entwicklungen bleibt uns aufgrund der Unzahl an Möglichkeiten, der “kombinatorischen Explosion”, nichts Anderes übrig, als uns auf eine Auswahl einzuschränken. Dabei wählen wir vorzugsweise die Entwicklungen, deren Einfluss auf unser Leben wir als am größten einschätzen. Dass wir viele Trends nicht richtig beurteilen können, von den meisten nichts wissen und sogar nicht einmal sagen können, wie groß der Anteil der uns unbekannten Entwicklungen sein wird, macht die Qualität unserer Entscheidungen nicht besser — doch damit müssen wir leben.
Ich will im Folgenden weniger davon ausgehen, wann genau bestimmte Entwicklungen statt finden als mich vielmehr an der grundsätzlichen Möglichkeit oder Unmöglichkeit dieser Ereignisse orientieren. Hauptsächlich geht es mir um eine Frage, deren Antwort die Zukunft der Menschheit — und damit jedes einzelnen Menschen — maßgeblich bestimmt:
Wird die technologische Entwicklung unserer Zivilisation in eine so genannte Singularität [1] münden, das heißt: Wird die stetige Beschleunigung des Fortschrittsprozesses zu einer Welt jenseits unserer Vorstellungskraft führen? Oder wird die Geschwindigkeit technologischen Fortschritts in näherer Zukunft abflachen?
Mit Blick auf die Geschichte der Menschheit schreibt Ray Kurzweil [2]:
Evolution works through indirection: evolution created humans, humans created technology, humans are now working with increasingly advanced technology to create new generations of technology. As a result, the rate of progress of an evolutionary process increases exponentially over time.
Ob sich diese exponentielle Steigerung weiter fortsetzen wird oder ob eine solche Steigerung nur ein kurzzeitiger Effekt ist, hinter dem kein allgemeines Gesetz steht, entscheidet über Möglichkeit oder Unmöglichkeit einer Singularität.
Zu einer weiteren Steigerung der Geschwindigkeit des evolutionären Prozesses kann es nur dann kommen, wenn die menschliche Intelligenz auf irgendeine Weise eine höhere Intelligenz hervorbringt — sei es durch neurologische oder technologische Erweiterungen des menschlichen Gehirns (“Neurohacking”, “Brain-Computer-Interface”) oder durch die Schaffung künstlicher Intelligenz.
Dabei bleibt noch zu klären, ob durch neue Erkenntnisse aus der Gehirnforschung und gesteigerte Rechengeschwindigkeit die Schaffung “echter”, denkender künstlicher Intelligenz möglich wird. Oder werden sich bislang unvorhersehbare Hindernisse auftun, die das Gebiet der KI auf die Simulation intelligenten Verhaltens einschränken, die an die Komplexität menschlichen Denkens nicht herankommt?
Sollte künstliche Intelligenz möglich sein, so ergeben sich daraus dramatische Folgen:
Die Intelligenz hängt aller Wahrscheinlichkeit nach von der Rechengeschwindigkeit der unterliegenden Hardware ab. Gleichzeitig forscht diese Intelligenz an der Weiterentwicklung der Hardware (und vermutlich auch der Software), d.h. mit jeder Weiterentwicklung nimmt die Intelligenz zu — und zukünftige Weiterentwicklungen werden noch schneller erreicht, die Intelligenz nimmt noch schneller zu. Dieser Vorgang kann innerhalb von wenigen Monaten, Wochen oder gar Tagen ablaufen (“Hard Takeoff”, [3]).
So weit die allgemeine Beschreibung einer Singularität.
“Und was genau hat das mit meinem Leben zu tun?”
Nichts, wenn Sie das Konzept einer Singularität von Grund auf ablehnen und ihm eine vernachlässigbar kleine Wahrscheinlichkeit zuordnen. Auch dann wird sich die Frage stellen, was Sie mit Ihrem Leben anzufangen gedenken. Was tun mit den 20.000 Tagen, die Ihnen noch bleiben?
In diesem Fall fällt es schwer eine eindeutige Antwort zu finden — im Endeffekt wird diese davon abhängen, ob das eigene Glück oder das anderer Menschen an erster Stelle steht. Eine Möglichkeit wäre “Job. Auto. Haus. Traumfrau. Kinder. Rente. Ende.” Was so viele tun kann doch nicht falsch sein.
Eine andere Möglichkeit wäre, dass Sie den Rest Ihres Lebens damit beginnen, mir zu schreiben (andreas@aiplayground.org), welche Tatsachen das Konzept einer Singularität völlig unplausibel machen.
Wenn eine Singularität jedoch möglich ist und noch vor unserem Tod Realität wird, so wird sie größeren Einfluss auf unser Leben haben, als wir es uns ausmalen können. Nichts wird mehr sein wie es war. Und vorausgesetzt, die künstliche Intelligenz, die diesem Prozess zugrunde liegt (“Seed AI”, [4]), wurde in Hinblick auf “freundliches”, dem Wohl der Menschheit dienendes Verhalten programmiert, so wird alles besser.
Die Wahrscheinlichkeit, dass eine solche Superintelligenz Fragen nach dem Sinn, nach Religion und Gott beantworten kann, ist signifikant größer als die, dass wir Menschen es selbst können; Glück muss keine Grenzen kennen, Leid nicht länger Bestandteil des menschlichen Lebens sein; der Tod muss nicht mehr sein als ein Gedankenkonstrukt aus vergangenen Zeiten.
Und falls diese KI kein “Interesse” am Wohl der Menschheit hat? Dann ist nicht auszuschließen, dass die Ära der Menschheit zu Ende ist — oder, um es deutlicher zu sagen, dass unsere Zivilisation ausgelöscht wird.
Apotheose oder Weltuntergang — noch ist nichts entschieden.
Und hier kommen Sie ins Spiel.
Wenn Sie sich nicht nahezu sicher sind, dass eine Singularität dem Reich der Träume angehört, bleibt nur eine rationale Handlungsweise: Zum positiven Ausgang der Singularität beizutragen.
Diese Tatsache ist unabhängig davon, ob Sie aus egoistischen oder altruistischen Motiven handeln. Es ist keine Handlungsweise vorstellbar, die weitreichendere Folgen sowohl für Sie selbst als auch für die Menschheit insgesamt hat (“rational philanthropy”).
Doch was heißt das konkret, “zum positiven Ausgang der Singularität beitragen”?
Eine für jeden Menschen allgemeingültige Antwort gibt es nicht. Es ist nicht einfach, herauszufinden, auf welche Weise man den größten Einfluss auf zukünftige Geschehnisse nehmen kann. Das hängt auch von den persönlichen Fähigkeiten und Qualifikationen ab — eine fest angestellte 43-jährige Bürokauffrau hat andere Möglichkeiten als ein 19-jähriger Schüler.
Einige Wegweiser: Programmieren lernen. Fortschritt fördern, in Politik oder Wirtschaft. An das Singularity Institute [5] spenden. Informatik, künstliche Intelligenz, Kognitions- oder Neurowissenschaften studieren. In diesen Bereichen forschen. Texte zum Thema “Singularität” verfassen und veröffentlichen. Das Konzept einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. Zur Vermeidung existentieller Risiken [6] beitragen.
In seiner Meaning of Life FAQ [7] stellt Eliezer Yudkowsky die Frage:
How can I do something that will still matter in two hundred million years?
Viele Möglichkeiten gibt es nicht. Inzwischen kennen Sie einige davon.
[1] AI Playground: Rekursive Optimierungsprozesse
[2] Kurzweil’s Law (“the law of accelerating returns”)
[3] Singularity Institute: Hard Takeoff
[4] Singularity Institute: Seed AI
[5] Singularity Institute
[6] Nick Bostrom: Existential Risks
[7] Eliezer Yudkowsky: Meaning of Life FAQ
[8] AI Playground: Allgemeine künstliche Intelligenz

78 comments
Hallo Andreas,
ich bin auf Deine Seite nur durch Zufall geraten.
Nach dem lesen Deines Artikels ist die Frage die sich mir stellt eigentlich nicht wann, oder ob solch eine technische Singularität auftritt, sondern was, wenn nicht?
Gruß
Ulf
Vor zwei Wochen hat Vernor Vinge einen Vortrag darüber gehalten, wie die Zukunft der Menschheit aussehen könnte, wenn sich Superintelligenz als nicht machbar erweist. Existentielle Katastrophen und beinahe-existentielle Katastrophen stehen ganz oben auf der Liste, andere Szenarien sind denkbar (“The Golden Age”).
Zu beachten ist: Wenn Superintelligenz machbar ist, so kann diese selbst ein existentielles Risiko darstellen.
ich bin auch schon vor kontakt mit diesen vorraussagungen zu dem schluss gekommen, dass das in den nächsten 20 bis 30 jahren passieren wird, darüberhinaus bin ich auch der meinung, dass
- der fortschritt schnell zum stillstand kommt, weil man alles theoretische wissen erworben hat, und somit der mensch zwar in einer neuen welt leben wird, aber nicht in einer sich ständig veränderden. man wird sich vermutlich auf andere himmelskörper ausbreiten und maximalen wohlstand genießen
- wir nicht sterben werden, solange wir die singularität erleben, denn dann wird es ohne zweifel möglich sein, seinen geist vom körper unabhängig zu machen und z.Bsp. als Android zu leben.
Wenn das nur Alle begreifen würden und alle Mittel in die KI-Forschung gesteckt werden würden, würde die Singularität schnellstmöglich erreicht werden, die dann vermutlich endgültig alle Probleme löst.
Hallo,
ein Buchtipp zum Thema: “Accelerando” von Charles Stross
(ISBN-10: 3-453-52195-1, ISBN-13: 978-3-453-52195-7).
Ich möchte nicht zuviel verraten; Es zeigt ein paar sehr interessante (und von mir z.b. bis dato nicht in Betracht gezogene) Aspekte einer Singularität und ihrer Risiken. Dieses Buch ist eines der wenigen, die ich innerhalb von 2 Tagen verschlungen habe.
Viel Spass beim Lesen,
Andreas (nein, nicht derselbe wie der Autor dieser Seite)
Interessanter Artikel…
Was mir als erster Gedanke dazu eingefallen ist:
Wenn es auf Grund von Wissenschaften schwerer wird an Religion und Gott zu glauben, dann schafft man sich einen eigenen Gott? Ist das dann ein wirklicher Wandel, oder nur eine veränderte Form von dem, was geschichtlich sowieso schon existierte.
Zumindest bin ich mir bei einem sicher, dass nämlich eine sogenannte “Super-KI” kaum “in eine Richtung” zu kontrollieren ist, das klappt doch bei Menschen auch oft nicht.
die genannte möglichkeit zum kontrollieren der entwicklung der singularität scheint mir so plausibel wie die möglichkeit eines fisches, die gesamte fangflotte der menschen zu stoppen.
Ich frage mich allen ernstes, steigert das unsere Lebensqualität,
hat mann z.B. mit der PS3 mehr Spaß als mit dem Supernintendo?
Waren die Naturvölker z.B. Indianer nicht zufriedener als die Menschen heute?
Es ist jetzt zwar schon ziemlich spät aber ich muss noch eine beunruhigende Betrachtungsweise zu diesem Thema hervorbringen.
Nehmen wir an das eine Super-KI, die die intelektuellen Fähigkeiten der Menschen übersteigt, in 30 Jahren Realität sein wird und das unsere Welt, sozial, politisch und wirtschaftlich, noch in etwa so aussieht wie heute. Dann wäre es nicht nur möglich, sondern sogar sehr warscheinlich das innerhalb kürzester Zeit aus einer im Grunde “guten” KI, eine im Grunde “böse” entsteht. Falls nicht schon vorher irgendein Wissenschaftler, Programmierer oder gelangweilter Student dies Versucht, so wird sich Osama Bin Laden (oder sein Nachfolger) ein “C für Dummies” bersorgen und aus der guten eine böse KI machen. Was nicht weiter schlimm wäre, wenn diese nicht sofort anfangen würde sich gemäß Programmierung zu verbreiten und global maximalen Schaden anzurichten. Diese “Programm” wäre mit entsprechender Rechenleistung in der Lage jede von Menschen programmierte und damit fehlerhaft Firewall zu knacken, quasi in Echtzeit, ggf. sogar Nuklearreaktoren “anzugreifen”, sofern diese erreichbar wären. Das heißt zumindest die vernetzte Welt wie wir sie kennen würde augenblicklich aufhören zu existieren und die Menschheit würde sich augenblicklich wieder in der Steinzeit befinden.
Kein Mensch könnte dies verhindern, schon allein weil derjenige zu lang brauchen würde um mit zwei Klicks seine Internetverbindung zu kappen. Das beste was uns in so einem Fall passieren könnte wäre das “gute” KI diese Bedohung bekämpft, wofür allerdings bereits im Vorfeld (bei der Programmierung) klar sein muss das ein solches Problem auftreten kann. Dies würde uns in jedem Fall die Kontrolle entziehen, da unsere Zivilisation dann vollkommen von der für uns arbeitenden “guten” KI abhängig wäre und die Chance besteht das diese verliert.
Ich hoffe damit keinem den ruhigen Schlaf zu verderben, also Gute Nacht!
“In der Futurologie bezeichnet der Begriff Technologische Singularität den Zeitpunkt, ab dem der technische Fortschritt so schnell abläuft, dass ihn ein durchschnittlicher Mensch ohne Hilfsmittel nicht mehr begreifen kann.” – Wikipedia Artikel zu Technologische Singularität.
Ich denke, dass es sehr schwer bis unmöglich ist, die Auswirkungen einer Singularität z.B. in Form einer künstlichen Intelligenz vorherzusagen. Die beiden Extremen “Golden Age” oder Weltuntergang sind zwar denkbar, aber nicht notwendig. Ob man sie anstreben sollte ist eine meiner Meinung nach eher philosophische Frage nach dem Sinn des Lebens.
Meine Meinung: wieso nicht – was haben wir zu verlieren?
Deshalb gibt es Organisationen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, die Auswirkungen vorhersagbarer zu machen — dadurch, dass sie nicht versuchen, die Auswirkungen vorherzusagen, sondern sie so zu gestalten, dass wir in Retrospekt damit zufrieden sind. Stichwort Seed AI.
Alles. Und alles zu gewinnnen.
Zuerst einmal ein Kompliment zu dem gelungenen Text, der mich auch für Laien verständlich dünkt. Das Thema ist von oberster Wichtigkeit und es wäre töricht, eine Diskussion in der breiteren Öffentlichkeit zu verschieben. Ich möchte dem Autor beipflichten, jede und jeden ermutigen sich der Sache anzunehmen. “Spread the word”, wie es so schön heisst.
Die technologische Singularität ist eine todernste Sache. Wie oben in anderen Worten steht, kann sie zum grössten Segen oder zum schrecklichsten Fluch werden. Dabei ist die Auslöschung der menschlichen Zivilisation nicht einmal das Szenario, welches am Meisten zu fürchten wäre. Ich kann verstehen, dass dies oben nicht erwähnt wird; es kann sich jeder ausmalen, wozu eine “sadistic AI” im Stande wäre.
Unter Umständen würde sich eine überlegene KI gar nicht gross um uns scheren, ebensowenig, wie wir uns um die Würmer in unserem Garten kümmern. Dies erscheint als der “neutrale” Ausgang. Sie könnte sich auch erkenntlich zeigen und uns, als Dank für ihre Erschaffung, von unseren Problemen befreien, den Weg zur Erleuchtung zeigen oder dergleichen. Meines Erachtens sollten wir es gar nicht erst soweit kommen lassen, dass eine einzige übermächtige Intelligenz das Schicksal der ganzen Zivilisation oder gar des Universums bestimmt.
Der Mensch, jedes einzelne Indiviuum, sollte sich entwickeln, verbessern. Die Idee besteht darin, die Einkommens- und Bildungsunterschiede weltweit bis zur Singularität derart zu nivellieren, anzugleichen, dass alle Zugang zu den “enhancements” haben. Dies würde jedem Einzelnen ermöglichen, ein Teil der Singularität zu werden, Teil eines Netzwerks oder Grids. Die Entscheidungen, welche die Mensch-Maschine Zivilisation als Ganzes betreffen, würden dann von Allen gemeinsam getroffen. Das könnte man als Meta-Bewusstsein bzw. Meta-Willen bezeichnen. Eine Art Erweiterung der Demokratie oder ein Borg-Staat – je nach konkreter Implementierung und Sichtweise. Verteilte Macht und Ressourcen könnten zu einer positiven Singularität beitragen.
Ich weiß nicht genau, ob der Aufruf des Autors ihm Argumente zu liefern warum die Singularität so nicht eintreffen würde ernst gemeint war oder eher ironisch. Rein technologisch kann man sich dem Problem sowieso nicht nähern, wenn man sich nicht in Spekulationen verlieren will. Betrachten wir die Sache also ganz nüchtern und stützen uns auf Beobachtungen:
Zum einen haben wir hier ein klassisches “Münchhausen-Dilemma”. Das ist zwar ein alter Hut, aber genauso unwiderlegbar. Wir wollen etwas erschaffen, das uns überlegen ist. Wir bauen Geräte, die Fliegen können. Gut, das können WIR definitiv nicht. Wir erschaffen mechanische Strukturen, die in der Lage sind schwere Lasten zu heben oder sich in die größten Tiefen zu begeben. Zugegeben, das ist beachtenswert. Es entspringt aber alles unserem Geist. Die Schaffung einer künstlichen Intelligenz ist eine ganz andere Liga.
Die optimierung der Hardware allein kann nicht der Weg sein. Zumindest nicht so, wie wir sie heute betreiben. Letztendlich kann JEDE auch noch so komplexe Berechnung, die heute von einem noch so leistungsstarken Computer durchgeführt wird, auch “zu fuß” auf einem Blatt Papier erledigt werden. Es ist nur eine Frage der Zeit, die dafür benötigt würde. (und der Menge des Papiers :-))
Nicht ein Mal der Begriff der normalen, uns alltäglichen menschlichen Intelligenz ist heute eindeutig definiert. Das muss aber die wesentliche Voraussetzung dafür sein um Intelligenz simulieren zu können. Wir können nichts nachbauen, wovon wir nicht mal wissen wie es eigentlich beschaffen ist.
Setzen wir die Intelligenz eines Neugeborenen gleich fünf und die eines Physikprofessors gleich hundert, dann ist die heutige “KI” immer noch bei null. Da kann sich die Rechnerleistung monatlich verdoppeln. Das Vielfache von null bleibt null.
Sehr interessant…
Es ist wohl entscheident, wie diese KI realistiert wird…Hat sie einen körper wie wir, identisch mit herz und lunge, nur eben ein gehirn, dass unserem weit vorraus ist, wird es sich keine unschönen dinge antun…Er könnte warscheinlich seinen körper steuern wie es will und würde sich wohl eher ständig glücklich machen…Er würde die genies bewundern können, wie Göthe oder Kant..Machen die Genies aus unserer zeit ja auch auch…Wieso sollte eine noch höher entwickelte, “Menschliche-KI” das nicht auch tun…
Ist es jedoch nur eine “blechkiste” (auch mit armen und beinen), aber ohne orgenen etc, nur einem mega entwickeltem rechner, der eben irgendwie kreativ denken kann, dann könnte ich mir schon vorstellen, dass er rein logisch sich dazu entschließt, die menschen aus zu rotten…Er ist uns dann so vorraus, dass wir ihn eigentlich nur noch in der entwicklung aufhalten bzw ihm platz weg nehmen, sowie bäume, häuser etc…Außer er bewundert unsere fähigkeiten, zu fühlen, zu lieben usw…Oder er rechnet wiederum aus, dass dies nur zeit verschwendung ist und das logischste wäre, dass die KI den ganzen Kosmos bevölkern und alles andere auslöschen, was unter entwickelter ist…
Vielleicht treffen sie dann auf eine noch höhere intelligenz…Ich liebe solche träume :D
Guten Abend
Kann mir jemand sagen, ob es eine deutsche Fassung von “The Singularity Is Near” gibt?
Vielen Dank für die Hilfe.
Bardia Charaf
Ich sitz gerade im Internetcafe und kann mich jetzt nicht so genau mit dem Thema auseinander setzen.
Nur soviel: Auch die allerintelligenteste KI kann nicht die Naturgesetze abschaffen und das hat Konsequenzen für den Fortschritt insofern, als dass er begrenzt sein wird. Diesen Zusammenhang habe ich versucht, in einer Gaußschen Glockenkurve darzustellen. Wen’s interessiert kann mal auf meiner Website vorbei schauen.
@Willi:
Der Punkt ist doch, daß bis jetzt niemand alle “Naturgesetze” kennt bwz. deren Auswirkungen und Wechselwirkungen miteinander vorhersehen kann.
So viele offene Fragen, wie kann man da annehmen, die zur Zeit gültige Version unserer Weltvorstellung könnte dazu herangezogen werden, die theoretische Grenze von “irgendetwas” bestimmen zu können?
Nimm dir nur mal das Thema “Monsterwellen” zur Brust: Noch bis vor kurzem sprachen eigentlich alle Theorien gegen die Existenz von Monsterwellen. Man versteht doch alle grundlegenden Gesetze, und trotzdem kommt es zu einer eklatanten Fehleinschätzung.
Mfg,
Andreas
Kleiner Nachtrag:
http://de.wikipedia.org/wiki/Monsterwelle
Der Punkt ist doch, daß bis jetzt niemand alle “Naturgesetze” kennt
Da geb ich dir Recht, wobei ich vor allem den Ausdruck „bis jetzt“ unterstreichen würde. Und mit fortschreitender Technik und vielleicht auch mit Hilfe von KI wird es wohl noch Einiges zu entdecken geben. Aber ich bin überzeugt, dass die Arbeit der Physiker irgendwann mal abgeschlossen ist.
Und sollte ich mich im letzten Punkt irren, was soll’s. Selbst wenn man nicht wüsste, dass die Lichtgeschwindigkeit eine unüberwindbare Barriere ist, man könnte trotzdem nicht schneller als das Licht reisen. Du siehst also, selbst die unbekannten Gesetze können einen behindern.
Ohne jetzt irgendwie hartnäckig erscheinen zu wollen:
Zitat:
Selbst wenn man nicht wüsste, dass die Lichtgeschwindigkeit eine unüberwindbare Barriere ist, man könnte trotzdem nicht schneller als das Licht reisen.
Umgekehrt wird ein Schuh draus!
Die aktuelle Version unseres Weltbildes behauptet, daß die Lichtgeschwindigkeit nicht überschritten werden kann. Ob das so bleibt? Wer weiss? Wissenschaftliche Theorien zeichnen sich ja nicht durch absoluten Wahrheitsanspruch aus, sondern durch Falsifizierbarkeit. Sie gelten solange aktuell, bis sie nicht mehr mit Beobachtungen der Umwelt übereinstimmen. Beispielsweise wurde viele Jahrhunderte lang Newtons Gravitationstheorie als absolut korrekt angesehen. Daraus folgt: Nur weil eine Theorie seit Jahren, Jahrzenten oder eben auch seit Jahrhunderten keinen Widerspruch mit den Beobachtungen der Umwelt erfährt, bedeutet dies noch nicht die tatsächliche Korrektheit derselben. Streng genommen, gibt es also gar nichts, wass man hundertprozenig weiss
(na, “cogito, ergo sum” mal aussen vor gelassen).
Viele Grüsse,
Andreas
Hallo Andreas
Nehmen wir mal an, es gäbe so etwas wie die „letzte Wahrheit“. Dann war der gute alte Newton eigentlich schon recht nah dran. Er konnte mit guter Näherung die Bahn der Planeten berechnen.
Dann kam Einstein und rückte noch ein Stückchen näher an die „letzte Wahrheit“ heran. Ja, vielleicht ist die allgemeine Relativitätstheorie schon die „letzte Wahrheit“, zumindest in der Welt der großen Dinge. Denn wie will man noch perfekter als perfekt die Bahn der Gestirne berechnen.
Und was die Lichtgeschwindigkeit anbelangt, dann spiel doch mal meine kleine Simulation zur Lorentztransformation durch und erklär mir, wie du die überlisten willst. Und diese Transformation konnte seit über 100 Jahren durch kein Experiment falsifiziert werden..
Okay, durch KI werden uns noch Falsifikationsmöglichkeiten in die Hand gegeben werden, die dann auch wirklich den allerletzten Mist aus dem physikalischen Weltbild löschen. Und was dann am Ende noch übrig bleibt, ist eben die „letzte Wahrheit“.
Man könnte es sogar noch theologisch formulieren:
KI könnte uns dabei helfen, Gottes Gesetzeswerk vollständig zu offenbaren, allerdings nicht, es zu übertreten.
Hallo Willi,
Was deine Lorentztransformation angeht: Ich bin kein Physiker, ich beschäftige mich eher mit Bits & Bytes. ;-)
Aber ich habe mich ein bisschen mit Karl Popper beschäftigt, und daher ist für mich klar: Keine der bisher gesammelten wissenschaftlichen Erkenntnisse ist in Granit gemeisselt.
Jetzt wird es vielleicht ein wenig fantastisch: Nehmen wir doch einfach mal an, die Lichtgeschwindigkeit ist eben nicht so konstant, wie wir uns das vorstellen. Wenn Messungen plötzlich ergeben, daß sich die Vakuum-Lichtgeschwindigkeit verändert hat (und zwar konstant in allen Bezugssystemen), gäbe es einen Beobachtungssatz, der viele Theorien angreifen würde. Sie müssten überdacht werden.
Übrigens wird genau auf diesen Sachverhalt auch im Wikipedia-Eintrag http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtgeschwindigkeit eingegangen: “Während die Konstanz der Vakuumlichtgeschwindigkeit ein durch Messungen ermitteltes physikalisches Gesetz ist (solange es nicht durch andere Messungen widerlegt wird)…”
Ohne also deine Theorien & Überlegungen zur Lorentztransformation
etc. überhaupt zu kennen (geschweige denn verstehen), kann ich trotzdem sagen, daß sie durch mögliche Beobachtungen angreifbar und damit falsifizierbar ist. Wäre das nicht der Fall, wäre deine Theorie gleichzusetzen mit religiösen Themen wie dem Leben nach dem Tod: Sie hätte keinen Bezug zur erfahrbaren Welt, treffen keine Aussagen über das, was uns umgibt.
Zur “letzten Wahrheit”:
Eine letzte Wahrheit würde implizieren, daß der “universelle Gesetzestext” “endlich kompliziert” ist.
Wieso meinst du eigentlich, daß die für das Beschreiben des Universums nötigen Gesetze in endlicher Zeit erfasst werden können? Gibt es irgendwelche Hinweise, die das nahelegen?
Viele Grüsse,
Andreas
Hallo Andreas,
Die folgende Textstelle habe ich aus
http://www.diebibel.de (1Kön 7,23)
23 Dann machte er das «Meer». Es wurde aus Bronze gegossen und maß zehn Ellen von einem Rand zum andern; es war völlig rund und fünf Ellen hoch. Eine Schnur von dreißig Ellen konnte es rings umspannen.
Mit anderen Worten: In König Salomons Tempel befand sich ein Wasserbecken mit 10 Ellen Durchmesser und 30 Ellen Umfang. Es wurde also mit einem Wert von Pi = 3 gerechnet. Einem heutigen Grundstücksbesitzer, welcher einen Zaun um sein kreisförmiges Gelände bauen will, mag dieser Wett ein wenig ungenau sein und mit Pi = 3,14 rechnen, damit er die richtige Materialmenge bestellen kann. Sein etwas übergenauer Freund mag vielleicht sagen: „Ja spinnst du? Das ist der genaue Wert:“
3,1415926535897932384626433832795 (PC Taschenrechner)
Na gut, und jetzt kommt noch ein übergenauer Mathematiker und Philosoph daher und sagt: Es gibt gar keinen exakten Wert von Pi. Wir haben zwar jetzt so und so viele Millionen Nachkommastellen ermittelt aber das ist immer noch eine nur grobe Näherung von etwas, was es gar nicht gibt.
Und was soll ein praktischer Architekt mit solch philosophischen Haarspaltereien anfangen? Nichts! Pi = 3,14 und das ist für die Praxis mehr als ausreichend.
So ist es auch mit der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit. Die RT baut darauf auf. Autofahrer können sich darauf verlasen, wenn sie auf ihr Navigationsgerät metergenau an ihr Ziel führt. Ja, es gibt sogar millimetergenaue Navigationsgeräte, wobei allerdings für den Autofahrer eine derartige Genauigkeit schon wieder vollkommen uninteressant ist. Und jetzt wird meinetwegen Einstein vom Sockel gestoßen, und seine Theorie durch ein Gedankengebäude ersetzt, was nanometergenaue Navigation erlaubt. Hat das dann noch irgendeine Bedeutung für unser Leben, wenn im Straßenverkehr metergenaue Navigation mehr als ausreichend ist?
Ich meine, wir sind inzwischen schon so weit an Wahrheiten dran, die es vielleicht gar nicht gibt, dass jede weitere Annäherung für unser praktisches Leben ohne jegliche Bedeutung sein wird, jeglicher technischer Fortschritt also irgendwann einmal zu Ende kommen wird.
An der Stelle würde ich dann gaaanz dringend auf die Differenz zwischen Wissenschaft und Technologie hinweisen wollen. Technologie bastelt innerhalb der von Wissenschaft erkannten Grenzen, aber da sind wir weit von entfernt. Von igendwelchen (echten) Paradigmenwechsel sogar mal ganz abgesehen.
@Willi:
Hinkt der Vergleich nicht ein wenig? Du hast recht, was “Genauigkeiten” angeht. Aber den technologischen Wandel einzig und allein auf die Verbesserung von meßbaren Werten zu beschränken?
Ist das einzige, was Einsteins Relativitätstheorie gebracht hat, eine Verbesserung von vorher bereits grob angenäherten Konstanten? Mitnichten. Die gesamte Nuklearforschung (zivile & militärische) fusst auf den Erkenntnissen der RT, und sie ist auch heute noch nicht beendet (siehe ITER). Hier geht es also nicht (nur) um Haarspaltereien wie die Genauigkeit von Konstanten, es können komplett neue Forschungszweige entstehen, und die Auswirkungen auf unser Leben können enorm sein!
@Siggi: Wovon sind wir weit entfernt?
Viele Grüsse,
Andreas
Von Technologie die bis an die Grenzen des wissenschaftlich möglichen geht. Die wiederum auch noch täglich herausgeschoben werden.
Ich meine, es gibt gewisse natürliche Grenzen. Oder meint ihr, dass der Wert von Pi sich irgendwann entscheidend ändern wird, also von etwa 3,14 wieder auf 3 zurück hüpft, wie zu König Salomons Zeiten? Nein es kommen halt ein paar Millionen Nachkommastellen hinzu, was für die Praxis allerdings vollkommen uninteressant ist. Genau so unwichtig wird es sein, sollte sich tatsächlich herausstellen, dass die Lichtgeschwindigkeit ein wenig schwankt in einem Bereich von meinetwegen 10 hoch -40 m/s.
Es gibt doch tatsächlich so was wie in Granit gemeißelte Gesetzmäßigkeiten. Newtons Physik wusste doch im 17. Jahrhundert schon ganz gut den Lauf der Gestirne vorher zu sagen. Einstein hat es dann halt ein klein wenig genauer gemacht.
Newton war übrigens der Erste, der die Bahngeschwindigkeit eines erdnahen Satelliten berechnen konnte. Bis die Technik eine solche Vision verwirklichen konnte, da mussten allerdings noch 300 Jahre vergehen. Ich meine die Grenzen des technisch Machbaren wurden doch teilweise schon vor Jahrhunderten aufgezeigt. Und diese Grenzen werden sich nicht mehr entscheidend verschieben.
Innerhalb der Grenzen des technisch Machbaren gibt es freilich noch Dinge, die man machen könnte, beispielsweise Raumschiffe bis auf fast Lichtgeschwindigkeit zu beschleunigen, wenn es denn tatsächlich gelänge Antimaterie in ausreichender Menge zu erzeugen, die dann auch noch sicher zu lagern und dann bei Bedarf zum Antrieb des Raumschiffs zu nutzen.
Dieser Vision sind jedoch Grenzen gesetzt, welche durch die Formel E=mc² vorgegeben werden. Und dass sich an der Erkenntnis von E=mc² noch Entscheidendes ändern wird, halte ich genauso für unwahrscheinlich, wie dass man für Pi eines Tages wieder König Salomons Wert einsetzt
Pi wird sich — genauso wie die Eulerzahl — niemals ändern. Sie sind vollkommen unabhängig von Natur und Außenwelt.
Anders ist es bei Naturkonstanten. Es ist überhaupt nicht auszuschließen, dass die Naturgesetze sich von jetzt auf gleich ändern.
Natürlich ist es überhaupt nicht vorstellbar; trotzdem ist nirgendswo verankert, dass die Naturgesetze auf ewig festgemeißelt sind.
Die einen nennen diese Vorstellung vollkommen unplausibel, die nächsten finden Gott ebenso unplausibel, ich — und jetzt schlage ich einen schönen Bogen zurück zum eigentlichen Thema — finde die Singularität unplausibel.
Ich wurde erst letztens darauf aufmerksam und muss nochmal tüchtig drüber nachdenken. Dennoch hab ich schon einiges an gedanklichem Gut hervorgebracht. Es schwirren Meinungen in mir herum, die eine starke KI und eine Singularität gleichermaßen anzweifeln, aber keinesfalls spruchreif sind.
Nur soviel:
Ich kann mich dem Eindruck nicht verwehren, dass die Singularität die Gottheit einiger Wissenschaftler und Forscher ist. Ihr kommen wird mit großer Vorfreude erwartet, ihre Kunde wird verbreitet: “Leute, fangt an zu feiern! ein goldenes Zeitalter steht uns bevor” (oder aber dementsprechend die schlechte Kunde vom Weltuntergang, ist ja auch je nach persönlicher Vorstellung einer Gottheit verschieden).
Erinnert mich stark an die Southparkfolgen “Go God Go” und “Go God Go Part XII”, in denen eine Zukunft ausgemalt wird, wo ein jeder Atheist ist, die ganze Welt von Religion ‘befreit’.
Niemand sagt mehr “For Christ’s sake!” oder “goddamnit”, stattdessen ist man bei “Science damn you”, “Science be praised”, “Hail Science” oder “Science-damnit!” angelangt.
Was ist dran? Braucht ein Mensch eine höhere Macht? Wenn sich ein Mensch von Gott lossagt, braucht er dann etwas an Seiner statt? Vielleicht eine Singularität, die auf diese Welt kommt und mit ihrer Überintelligenz eine Autorität und Macht darstellt, der man sich gerne unterwirft? Von der man sicher ist, dass die Sinn stiften wird und den richtigen Ausweg finden kann; die uns vllt. sogar ein ewiges Leben bescheren kann — ein Paradies auf Erden?
Nur so eine kleine Spinnerei~ ich finde den Gedanken sehr interessant und die Parallelen erstaunlich.
Ach ja: Die Southpark-Folgen sprechen in ihrer Handlung noch eine ganz andere Thematik an, die nur indirekt mit meiner obigen Idee zu tun hat:
Es herrscht Krieg in der Zukunft —
und das obwohl alle Religionen fort sind.
Drei Atheistenvereinigungen fanden andere Antworten auf die Große Frage und bekämpfen die anderen solange, bis sie ihre einzig richtige Wahrheit durchgesetzt haben.
Die “Unified Atheist League”, die “Unified Atheist Allianace” und die “Allied Atheist Alliance” streiten sich um die Frage wie sich Atheisten denn nun nennen sollen :)
Kurzer Ausschnitt:
AAA: Then accept our answer to the Great Question, and we will withdraw.
UAA: Your answer to the Great Question is illogical!
UAL: Unified Atheist League is the most logical name.
UAA: Unified Atheist Allianace makes more sense.
AAA: No! Allied Atheist Alliance! That way it has three A’s! That is the logical choice!
UAL: So be it. We cannot agree; prepare to die.
@Willi:
Zitat: Genau so unwichtig wird es sein, sollte sich tatsächlich herausstellen, dass die Lichtgeschwindigkeit ein wenig schwankt in einem Bereich von meinetwegen 10 hoch -40 m/s.
Zitat: Einstein hat es dann halt ein klein wenig genauer gemacht.
Siehst du, genau da hapert es an Vorstellungsvermögen (mir persönlich auch). Durch dieses “klein wenig genauer machen” wurde dem Menschen der Zugang zur Kernenergie gegeben, mit all seinen positiven und negativen Auswirkungen. Wie kannst du behaupten, das hätte ja an sich nicht viel am Weltbild verändert?
Zitat: Und diese Grenzen werden sich nicht mehr entscheidend verschieben.
Da kann ich nur widersprechen! Immer wieder gibt es die in deinen Augen “kleinen Korrekturen im Weltbild”, die aber ganz massive Auswirkungen auf uns haben werden! Was ist z.B. mit dem heute zwar noch nicht realisierten, aber in der Theorie akzeptierten Modell eines Quantencomputers? Eine kleine “Korrektur” sorgt plötzlich dafür, daß jedwede “sichtbare” Verschlüsselung von Daten nutzlos ist (Nagel mich nicht auf irgendwelche Details fest, ich habs mal irgendwo auf Telepolis gelesen ;-) )!
Oder stelle dir mal vor, du könntest jemanden aus den 50er Jahren
in unsere Zeit holen. Was meinst du, was der für Bauklötze staunen würde, wenn du ihm Wikipedia oder Google zeigst… Viele kleine Korrekturen, die an der Entwicklung der heutigen Informationstechnologie beteiligt waren, führen zu einer starken Veränderung unseres Lebens. Hat das irgendwer vorausgesehen? Meinte nicht ein Manager von IBM in den 50ern, daß auf der Erde maximal Bedarf für vielleicht 30 Rechner bestünde?
Was Raumschiffe angeht: Da gibt es ja genügend Fantasie, daß ich mir gar nicht erst was aus den Fingern saugen muss. Wenn ichs richtig in Erinnerung habe: In Startrek werden die Raumschiffe durch Krümmung des vor dem Schiff liegenden Raumes bewegt, sodaß die Lichtgeschwindigkeit nie überschritten wird, und trotzdem effektiv eine schnellere Fortbewegung möglich ist…
Zitat:
Dieser Vision sind jedoch Grenzen gesetzt, welche durch die Formel E=mc² vorgegeben werden. Und dass sich an der Erkenntnis von E=mc² noch Entscheidendes ändern wird, halte ich genauso für unwahrscheinlich, wie dass man für Pi eines Tages wieder König Salomons Wert einsetzt.
Ich glaube, dasselbe hättest du in der Vor-RT-Ära über Newtons Theorien gesagt. Letzten Endes mussten sie doch revidiert werden. Du hast mir noch immer nicht gesagt, wieso du der Meinung bist, daß E=mc² für alle Zeiten korrekt sein muss. Einstein war brilliant, ohne Zweifel, aber er hätte sicher nie behauptet, irgendetwas wäre als hundertprozentig richtig anzusehen, für alle Zeiten.
Was hälst du denn von Karl Poppers Aussagen bezgl. Falsifizierbarkeit? Gelten die nicht für die RT? ;-)
@Zephyr:
Du hast recht, viele Leute sehen in der Singularität ein quasi-religiöses Ereignis. Vielleicht auch gerade, weil es sich eben um “Science Fiction”, und nicht um Mystik handelt. Sie kommt ohne wilde Schöpfungsideen daher, fusst stattdessen auf den bisherigen Erkenntnissen und Entwicklungen. Man hat bisher eine exponentielle Entwicklung der technologischen Fähigkeiten der Menschheit erlebt, und schlussfolgert daraus, daß es so weitergehen könnte.
Viele Grüsse,
Andreas
Anmerkung: Kommentare, die von “Andreas” verfasst wurden, sind nur dann von mir, wenn der Name auf aiplayground.org verlinkt. Was den Artikel angeht bin ich mir nicht sicher, wie sehr ich dem, was ich vor vier Jahren geschrieben habe, noch zustimme.
@Andreas (Site-Owner): Stimmt, hätte ich am besten immer dazuschreiben sollen, daß ich ein “anderer” bin.
Was ist denn heute deine Meinung? Das wäre doch mal interessant! Was hat sich in deinem Weltbild getan? ;-)
Viele Grüsse,
(Ein anderer) Andreas
Ich glaube, man kann hier von 3 Paketen sprechen. Das große, allumfassende Paket sei dasjenige, was die Naturgesetze symbolisieren soll, jene Gesetze, also die den Fortschritt eines Tages begrenzen werden.
In diesem Paket befindet sich ein kleineres Paket. Das sind jene Grenzen, welche die Naturwissenschaft bis jetzt erkannt hat. Und ich persönlich glaube, dass dieses Paket sich schon fast bis an die Grenzen des äußeren Paketes ausgedehnt hat. Andere glauben das nicht, na ja, das ist vielleicht wirklich nur eine Glaubensfrage.
Ohne jede Frage steckt aber innen drin noch ein letztes winziges Paket, was sich in Zukunft noch gewaltig ausdehnen wird, ehe es seine Grenzen erreicht hat. Und in diesem letzten Punkt sind wir uns wohl alle einig.
Ihr braucht euch doch nur den rechten Rand von meiner Glockenkurve anzuschauen. Zwar wird sich keiner von uns meine fußballspielenden, superintelligenten Roboter vorstellen können, vor allem dann nicht, wenn man mal bei so einem Robocup zugeschaut hat. Solche Roboter widersprechen allerdings nicht grundsätzlich den Naturgesetzen und so hab ich sie halt in meine Zukunftsvisionen mit eingebaut, überlichtschnelle Raumschiffe dagegen schon.
@ (den anderen) Andreas (vielleicht solltest du dich Andi nennen) An Startrekvisionen wie Wurmlöcher und Ähnliches glaube ich nicht, aber das sind vielleicht wirklich nur Glaubensdogmen, über die wir uns nicht streiten müssen.
@ Zephir Übrigens, “Science be praised” werden wir zumindest hier bei uns in Bayern niemals sagen, denn auch bayerische Atheisten sagen „Grüß Gott“ zueinander, wobei wir allerdings nicht ein höchstes Wesen meinen, sondern mehr unser Gegenüber.
Das mit den Southpark-Folgen, wo es um Zukunft und Religion geht find ich auch sehr interessant. Zum Schreien komisch fand ich es auch, als unser bayerischer Papst mal einen Gastauftritt bei Southpark hatte. Vielleicht kannst du uns ja informieren, wenn mal wieder so was Ähnliches kommt.
Tja, Italien mag Fußballweltmeister sein, aber wir sind Papst!
@Willi:
Zitat: (vielleicht solltest du dich Andi nennen)
Guter Tipp, danke. ;-)
Zitat: An Startrekvisionen wie Wurmlöcher und Ähnliches glaube ich nicht…
Na hoffentlich, ich auch nicht. Aber es sind eben diese “Wie könnte die eine oder andere Grenze in Zukunft vielleicht umgangen werden”-Szenarien, die dort durchgespielt werden; Dass sie weit hergeholt erscheinen, spielt da ja keine Rolle . Das war nur ein Beispiel für das Argument der “nicht in Stein-gemeisselten Gesetze”.
Viele Grüsse
Andi
@Andi
Zitat:
Was hälst du denn von Karl Poppers Aussagen bezgl. Falsifizierbarkeit? Gelten die nicht für die RT? ;-)
Von Falsifizierbarkeit halte ich ganz viel. Genau deswegen bin ich auch so von der RT überzeugt. Und niemand hat diese Theorie in den letzten 100 Jahren falsifizieren können, also muss doch was dran sein. Und durch KI werden wir vielleicht noch raffiniertere Falsifikationsmöglichkeiten bekommen.
Ein anderer Grund, warum ich so davon überzeugt bin ist der: Du kannst beispielsweise E=mc² über reine Gedankenexperimente nachweisen und du musst noch nicht mal ein Mathegenie sein. Die 3 binomischen Formeln und die Kenntnis von Quadratwurzeln reichen da vollständig. Auch meine eigenen mathematischen Kenntnisse reichen da nicht viel weiter.
Der 2.Teil von meiner Website ist ja dadurch entstanden, dass ich selbstständig versucht habe, eine Brücke zu schlagen von der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit zu E=mc². Und bei den Ableitungen habe ich es ganz bewusst unterlassen, irgendwo nachzuschlagen. Und ich bin trotzdem auf das Resultat E=mc² gekommen. Ist ja auch kein Wunder, jeder intelligente Ausserirdische würde unabhängig von uns auf dasselbe Ergebnis kommen. Und ganz egal, wohin man im Weltall auch schaut, alle Sterne gewinnen ihre Energie dadurch, dass sie Wasserstoff zu Helium verwandeln und dabei ein Hundertstel der Masse in Energie umwandeln, die „verlorene“ Masse also quasi 2-mal mit der Lichtgeschwindigkeit multiplizieren.
Wenn du mal meine Website aufrufst, den Suchdialog her holst (z.B. mit Strg-F) und „alle anderen Einheiten“ eingibst, kommst du auf eine kleine Tabelle, welche diesen Zusammenhang veranschaulicht. Etwas weiter unten dann kommt eine Kurve, welche den Massenzuwachs bei beschleunigten Objekten zeigt. Die Masse steigt also ins Unendliche, bevor du die Lichtgeschwindigkeit je erreichst. Ach ja, und dann kommt noch ein Foto von einer äußerst faszinierenden Frau. Könnt ihr euch vorstellen, wie man so was zum Untermenschen degradieren konnte?
@Willi:
Ich habe das Gefühl, daß wir uns im Kreise drehen…
Zitat:
“Von Falsifizierbarkeit halte ich ganz viel. Genau deswegen bin ich auch so von der RT überzeugt. Und niemand hat diese Theorie in den letzten 100 Jahren falsifizieren können, also muss doch was dran sein.”
Es war doch mit Newton genauso.
Zitat:
“Du kannst beispielsweise E=mc² über reine Gedankenexperimente nachweisen und du musst noch nicht mal ein Mathegenie sein.”
Das stimmt so nicht. Das Gedankenexperiment, das du meinst (und ich habe es übrigens auch in der Schule durchgekaut, mit den Schlussfolgerungen zur Zeitdilatation, Massezunahme etc. ), beruht auf einer Theorie, die durch empirische Untersuchungen gestützt wird: “Die Lichtgeschwindigkeit ist unabhängig vom Inertialsystem konstant”.
Genau aber diese Schlussfolgerung / Induktion, daß nach n Beobachtungen dasselbe Resultat auch für bei der n 1ten Beobachtung zu erwarten ist, ist laut Popper nicht zulässig.
Vielleicht mal ein blöder Vergleich:
Gegeben sei eine Folge : M,D,M,D.
Was ist als nächstes Element erwarten? Die Logik spricht für ein M, anscheinend wiederholt sich ja M,D immer wieder.
Es kann aber genauso gut plötzlich mit F,S,S,M,D,M,D,F,S,S weitergehen. Ja, Wochentage sind ja was feines. ;-)
Genau daher kann eine Theorie eben laut Popper niemals bewiesen werden, sie kann sich nur gegen bewähren, in dem einfach keine Beobachtungen gemacht werden, die die Theorie falsifizieren.
Viele Grüsse,
Andi
@Andi
Also wie gesagt, wenn man E=mc² 1905 schon ohne Realexperimente, sondern nur durch reinste Gedankenexperimente ermitteln konnte, und dann im Jahre 1945 allerbrutalste Realexperimente in Hiroshima und Nagasaki folgten, die diese Formel dann in drastischer Weise bestätigten…
Okay du und Popper, ihr habt vielleicht recht
Zitat:
Genau daher kann eine Theorie eben laut Popper niemals bewiesen werden, sie kann sich nur gegen bewähren, in dem einfach keine Beobachtungen gemacht werden, die die Theorie falsifizieren.
Das Universum wird meinetwegen noch 10Milliarden Jahre lang intelligentes Leben erlauben. Und immer wieder werden Terraner, Klingonen, Romulaner und ganz egal wie wir sie auch nennen mögen, immer wieder werden sie versuchen schneller zu reisen als das Licht. Es wird ihnen in diesen 10Milliarden Jahren nicht gelingen. Na gut, das beweist natürlich nicht, dass es nicht vielleicht doch möglich wäre. Vielleicht waren Terraner, Klingonen und Romulaner einfach nur zu blöd dazu.
Also ich schalt jetzt mal ganz bewusst meinen Verstand auf Sparflamme und lass nur meinen Bauch zu Wort kommen. Du und Popper, ihr habt rein philosophisch gesprochen vielleicht recht, aber nicht real und wirklich. Die Philosophie kann ja meinetwegen behaupten, dass alles möglich sei und nichts bewiesen werden kann. Mein Bauch sagt mir, dass nach Weltraumlift und fussballspielenden Robotern (die für uns dann riesige Raumstationen bauen) nicht mehr allzu viel Neues kommen wird. Wirklich begründen kann ich meinen Glauben nicht, das geb ich zu. Vielleicht sollten wir ja so verfahren. (Dazu vorher meine Kurzgeschichte lesen)
Wir schauen, dass wir im selben Moment vor Petrus stehen und wünschen uns das selbe Parallelluniversum im 25. Jahrhundert, dann werden wir ja sehen, ob unsere Umgebung sich immer noch so schnell wandelt wie im 21.jahrhundert.
Und bevor wir uns ewig im Kreise drehen, was hältst du davon, wenn wir einer gewissen Doris Day das letzte Wort geben und zwar mit folgendem Zitat.
Que sera, sera. What ever will be, will be. The future’s not our’s to see. Que sera, sera.
Es war/ist kein reines Gedankenexperiment…- Ach egal.
Beide Seiten klar dargestellt, was will man mehr. Ich denke, wir können´s so belassen.
Volle Zustimmung von mir für die letzte Zeile. ;-)
BTW: Hast du dir mal vorgestellt, was das Gedankenexperiment für Ergebnisse liefern würde, wenn die Uhr mit dem hin und her schiessenden Lichtstrahl drinnen nicht orthogonal zur Bewegungsrichtung ausgerichtet wäre, sondern parallel? Irgendwie meinte ich, daß es plötzlich dann für die verschiedenen Richtungen verschiedene Zeiten geben müsste:
Wandert der Lichtstrahl mit dem Schiff, das ebenfalls LG hat, so müsste der Zeitfaktor im Innern des Schiffes 0t sein (schliesslich haben von einem “Ruhe”-System aus gesehen Lichtstrahl und Schiff denselben Vektor und dieselbe Geschwindigkeit, also wird der Lichtstrahl niemals den Bug des Schiffes erreichen, da aber der Lichtstrahl innerhalb des Schiffes natürlich nach der Theorie der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit sich trotzdem innerhalb des Schiffs bewegt, kann dort keine Zeit vergehen ).
Wandert er dagegen in die Richtung, aus der das Schiff kam, müssten es 2t gegenüber dem beobachtenden System sein. Aus der Ruhe beobachtet, prallt der Lichtstrahl ja mit dem Heck des Schiffs zusammen, da das Schiff sich auch mit LG bewegt, muss die Zeit im innern des Schiffes doppelt so schnell vergehen, wenn die Konstanz der LG gelten soll…
Aber unterschiedliche Zeiten für die verschiedenen Richtungen? Wo ist mein Denkfehler?
Viele Grüsse,
Andi
@Andi
Irgendwie ist mir nicht ganz klar, was du mit orthogonal ausgerichteten Uhren meinst.
Und ich weiß nicht, ob ich deine Frage richtig verstanden habe, werde aber trotzdem versuchen, sie zu beantworten. Am besten geht das mit meinem Gedankenexperiment zur Lorentztransformation (die 2te Animation). Wenn du dort auf (t’ = 0) klickst, zu dem Zeitpunkt beginnt ein Photon auf dem oberen Lineal nach links zu wandern. Zum Zeitpunkt t’ = 1, soll es am Ort x’ = -1 wieder zurück gespiegelt werden und zum Zeitpunkt t’ = 2 wieder beim Ort x’ = 0 sein.
Aus Sicht des unteren Lineals startete das Photon ebenfalls zum Zeitpunkt t = 0 am Ort x = 0. Gespiegelt wird es am Ort x = -0,333 zum Zeitpunkt t = 0,333. Die Rückkunft erfolgt am Ort x = 2,666 zum Zeitpunkt t = 3,333. Hin war es also eine Drittelsekunde unterwegs und zurück 3 Sekunden. Und das muss halt so sein, anderenfalls könnte ja die Lg nicht konstant sein.
Tja, so wird das nichts mit der Falsifikation.
“Tja, so wird das nichts mit der Falsifikation.”
Vorsicht, sonst haue ich dir Popper wenigstens weitere 50 Male um die Ohren. :-)
Wenn du jetzt denkst, ich wäre der Meinung, die RT selber falsifizieren zu können, dann habe ich mich irgendwie immer blöd ausgedrückt… Mir gings einfach immer nur darum, daß keine Theorie bewiesen werden kann. Punkt.
Zu der Sache mit dem Gedankenexperiment:
Phu, ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber gut.
Was bei dir Queue und Billiard-Kugel sind, war bei mir ein Raumschiff mit einer “Uhr”. Diese “Uhr” tat nichs anderes, als einen Lichtstrahl die ganze Zeit hin und her zu spiegeln. Der Lichtstrahl wanderte vom Boden der Uhr bis zum oberen Spiegel und wieder hinunter. Es entspricht deiner Billiard-Kugel, die von einer Bande gegen die andere stösst.
Wenn du nun das Raumschiff (und damit auch die Uhr) auf eine gewisse Geschwindigkeit bringst, bildet der Lichtstrahl innerhalb der Uhr zusammen mit dem Weg, das das Raumschiff zurücklegt und dem Weg zwischen oberen und unterem Spiegel der Uhr ein rechtwinkliges Dreieck, genau wie dein Billard&Queue-Beispiel. Mit diesem Dreieck lassen sich ja bekanntermassen die Formeln für Zeitdilatation etc. ableiten. Das war mit “orthogonal” gemeint.
Was aber, wenn du von parallelen Bewegungen ausgehst, also diese Uhr nun im Raumschiff hinlegst, sodaß der Lichtstrahl parallel in Richtung der Bewegung des Raumschiffes hin und zurück springt?
Viele Grüsse,
Andi
„Was aber, wenn du von parallelen Bewegungen ausgehst, also diese Uhr nun im Raumschiff hinlegst, sodaß der Lichtstrahl parallel in Richtung der Bewegung des Raumschiffes hin und zurück springt?“
Hallo Andreas, hast du wirklich dir das richtige Gedankenexperiment ausgesucht? Das Zweite (neben Uhrenverschwörung und Lorentztransformation) baut doch direkt auf das Erste auf. Dieses müsste doch deine Frage perfekt beantworten. Das Dritte baut wiederum auf das Zweite auf und erklärt den relativen Massenzuwachs (zwei Männchen stoßen auf der Zugtoilette zusammen)
Wenn du diese drei Gedankenexperimente verstehst, dann bist du schon kurz vor E=mc². Dann brauchst du dir nur mehr einen 1000-Tonnen Meteoriten (30 km/s) vorstellen, dessen
1 000 000 000 Gramm durch den entsprechenden Wurzelfaktor teilen, was dann 1 000 000 005 Gramm ergibt. Vergleich diese 5 Gramm Zusatzmasse mit seiner kinetischen Energie. Et voila, das Quadrat der Lichtgeschwindigkeit passt dazwischen, wie die Faust auf’s Auge.
Ja und weil alles so simpel ist, die Physikprofessoren es aber immer so umständlich erklären, dass es kein normaler Mensch mehr versteht und die Menschen dann auch noch wirklich glauben, es wäre kompliziert; ja deswegen sagt mir mein Bauch, dass wir es hier mit „in Stein gemeißelten Gesetzen“ zu tun haben, die keine KI umgehen kann.
Mein Verstand kann allerdings mein Bauchgefühl nicht begründen.
Ach ja, und die Newtonsche Physik wird immer noch in der Schule gelehrt, weil sie einfach eine saugute Annäherung an die Alltagswirklichkeit zu bieten hat. Glaubst du wirklich, dass Newton eines Tages ausgedient haben wird?
Zitat:
“Das Zweite (neben Uhrenverschwörung und Lorentztransformation) baut doch direkt auf das Erste auf.”
Genau das ist mein Problem.
Mit dem Gedankenexperiment wird gezeigt, daß die Zeitdilatation sich so für Bewegungen, die “orthogonal” zueinander stattfinden, ergibt. Wieso aber muss sich das dann für alle Bewegungen gleichermassen so ergeben?
Anders herum gefragt: Wieso ist es mir nicht möglich, mit dem von mir aufgestellten Parallelexperiment auf dieselbe Formel zu kommen? Ergibt sich nicht dadurch plötzlich ein lineares Verhältnis für die Zeitdilatation? Wo sind meine Überlegungen falsch, daß sich für die eine Richtung des Lichtstrahls bei LG des Raumschiffs 0t, für die entgegengesetzte jedoch 2t ergeben müssen?
Ich habe leider gerade nicht sehr viel Zeit, weil es nun erstmal eine Woche in Urlaub geht. Also nicht wundern, wenn es still wird.
Viele Grüsse
Andi
Okay Andi, ich glaub ich ahne jetzt, wo es bei dir hakt. Nimm dir doch bitte mal die zweite Animation vor (Teil1, also t=0)
Das untere Lineal sei die Erde und das obere Lineal das Raumschiff, welches sich nach rechts mit 80-prozentiger Lichtgeschwindigkeit bewegt. Klick nun so lange rechts oben, bis „t=3“ da steht. Dann zeigt die obere Nulluhr t’=1,8 an. Das ist nun genau der Wert, was unser orthogonales Experiment ergibt.
Die gegenüberliegenden Uhren müssen also alle um den Wurzelfaktor (hier 0,6) verlangsamt ticken, allerdings zeitversetzt. Die äusserst rechte Uhr zeigt nun „t’=1“ an.
Und diese zeitversetzt tickenden Uhren haben nun zur Folge, dass ein und das selbe Photon für die Erde 3 Einheiten in 3 Sekunden zurück legt und für einen Raumschiffbewohner 1 Einheit in 1 Sekunde.
Die Ableitung der Lorentztransformation hab ich übrigens im Hauptteil beschrieben. Eine solche Form der Ableitung dürfte zwar in keinem Lehrbuch zu finden sein. Aber ich denk mal, sie ist allgemein verständlich und führt zum korrekten Ergebnis.
Gruss von Willi
Ach ja, um wenigstens proforma ein wenig beim Thema zu bleiben. Diese komischen, zeitversetzt tickenden Uhren verhindern auch ein Übertreten der Lichtgeschwindigkeit.
Und Willi’s Bauch behauptet ganz frech: „Keine KI kann da was dran rütteln“
@Herrb: Bin mal gespannt, wie das mit dem maximalen Wohlstand aussehen soll, wenn Du keinen Job hast? Haben wir dann, ob Job oder nicht, alle eine Grundsicherung, mit der auch der Arbeitslose wirklich menschenwürdig leben kann. Wird dieser Arbeitslose sozial dennoch anerkannt sein und Freund haben. Wir der seine Traumfrau auch als Arbeitsloser finden? Wird die Grundsicherung dann ausreichen, um auch noch 2 Kinder nicht nur notdürftig zu ernähren, sondern ihnen auch alle anderen Annehmlichkeiten des Lebens bieten zu können? Wird dieser Arbeitslose mit seiner Traumfrau abends in der Großstadt in Konzert oder Oper gehen können, gemessen an heutigen Eintrittspreisen? Wie wollen wir diese Welt erreichen. Von selber wird diese Welt wohl kaum entstehen!
@Thomas
Zitat:
Haben wir dann, ob Job oder nicht, alle eine Grundsicherung…
Eine Grundsicherung gab es übrigens schon im Römischen Reich, spätestens seit Julius Cäsar’s Zeiten. Denn durch dessen Eroberungen kamen so viele billige Arbeitssklaven ins Land, dass ein Grossteil der römischen Bürger einfach überflüssig wurde.
Und was passiert, wenn sich KI tatsächlich in dem Maße durchsetzen sollte, wie manche das hier prognostizieren? Dann kann doch der arbeitende Mensch, so wie wir ihn heute noch kennen, in Zukunft nur ein Angehöriger einer winzigen Minderheit sein.
Da seh ich in Zukunft durchaus eine 2-Klassengesellschaft auf uns zukommen, die aus wenigen privilelegierten, arbeitenden Menschen und der großen Masse der Grundempfänger besteht.
Das ist mir persönlich allerdings immer noch lieber, wie die Feudalgesellschaft vor der ersten industriellen Revolution. Da hatten es nämlich die privilegierten Feudaldamen und Herren nicht nötig zu arbeiten, während die große Masse der leibeigenen Bauern hart arbeiten musste, nur um ihr eigenes Leben auch nur notdürftig zu erhalten und der Feudalgesellschaft ein Luxusleben zu ermöglichen.
Eine „umgestülpte Feudalgesellschaft“ sehe ich also auf uns zukommen, mit privilegierten, arbeitenden Menschen und einer großen Masse von grundgesicherten Müßiggängern, die wir ja auch schon im römischen Imperium hatten.
hoffentlich liest das noch jemand :)
Nun , als aller erstes , ich bin kein experte und meine meinung beruht nicht auf fundiertem wissen sondern begründet sich auf der zusammenfassung anderer meinungen die ich bis jetzt aufgenommen habe.
Ich müsste leider ein leben lang studieren um eine halbwegs fundierte meinung zu dem thema abgeben zu können.
Mal kurz was zu PI.
Es ist keineswegs irrelevant wie genau wir Pi berechnen können und es ist völlig falsch das uns ein gerundeter wert ja eigentlich völlig ausreicht. Man möge sich nur einmal die Möglichkeiten vorstellen wenn wir in der Lage wären eine perfekte Kugel herzustellen. Zugegebener massen würde dann erstmal die fertigungstechnik an ihre grenzen stossen.
Desweiteren wissen wir das Einstein mit einigen Annahmen falsch lag. Z.b. zeigt uns die moderne quantenmechhanik das es teilchen geben muss die sich schneller bewegen als das licht , oder genauer gesagt , es ist offensichtlich möglich , Informationen mit einer grösseren geschindigkeit als der des lichtes zu übertragen. ( siehe Quantenverschränkung). Ich weiss net genau wo aber ich glaub im CERN hat man auch schon teilchen gemessen die schneller waren als lichtteilchen (bzw. wellen).
Was die genauigkeit einer konstante oder PI angeht mag diese allein keinen entscheidenden einfluss auf das gegebene system darstellen aber wird die konstante mehrfach , (eventuell mehre millionen mal in einer formel) angewandt dann wird das ergibniss durch eine rundung eventuell exponentiell beeinflusst.
In der mathematik wird dies ja auch schon in betracht gezogen durch den limes-kram aber das hat zur folge das man auch auf kein exaktes ergebniss kommt sondern nur sagen kann das das ergebnis gewisse grenzen auf keinen fall überschreitet bzw. sich einem unentlich kleinen oder grossen wert annähert.Benutzt man dieses Ergebnis für weitere Berechnungen so tritt der selbe effekt ein.Währe die genaue Zahl PI nicht von solch einer bedeutung gäbe es nicht so viele wissenschaftler die sich damit beschäftigen.
Zur Frage der technologischen Singularität wäre zu sagen das wir auf jeden Fall sehr viel mehr in diese richtung forschen sollten.
Egal wie das ergebniss für uns aussieht , wird werden früher oder später sowieso dort hin gelangen. Wir können diese entwicklung nur verzögern , aber nicht aufhalten. Dies ist begründet in der Allgemeinen Neugier des meschen. Und meiner Meinung nach ist es besser so früh wie möglich bescheid zu wissen wo unser weg hinführt. Es ist uns vorbestimmt evolutionäre schritte immer schneller zu absolvieren. Es gehört ganz einfach zum Plan.
Es ist doch durch aus bemerkenswert das wir uns jetzt schon über die Folgen einer solchen entwicklung gedanken machen und diese gedanken offensichtlich nicht nur der wissenschaftlichen elite vorenthalten sind.
Desweiteren glaube ich nicht das es in naher zukunft möglich ist eine höhere intelligenz als die unsrige hervorzuzaubern. Denn unsere Intelligenz besteht nicht nur darin wieviele Terraflops unser gehirn verarbeiten kann.Im laufe der Evolution haben wir uns sehr beeindruckende fähigkeiten angeeignet wie zum beispiel die soziale intelligenz oder die intuition , den Mutterinstinkt und Überlebenswillen. Wir basieren nicht nur auf Logik was einer unserer grössten stärken aber auch eine unserer grössten schwächen ist.
Ich bin gespannt wie man einer KI beibringen möchte im richtigen moment an einer gabelung nicht den logischen sondern den intuitiv richtigen weg gehen zu lassen , wie man ihr mitgefühl und Einfühlungsvermögen vermitteln will. Wie möchte man einer Maschine jahrtausende erfahrungswerte vermitteln.
Natürlich ist es möglich das diese Eigenschaften sich ebensoleicht berechnen lassen aber dazu fehlen mir die einblicke in den aktuellen stand der neurowissenschaften um zu beurteilen wie nah wir diesen lösungen schon sind.
Natürlich können wir zu dem Schluss kommen das es zu riskant ist unsere spezies derart leichtfertig aufs spiel zu setzen aber die Angst vor neuen dingen war noch nie ein guter Berater.
Und wie schon erwähnt , Verbote in solche richtungen zu forschen oder zu denken werden währen meines erachtens wirkungslos weil undurchsetzbar und würden höchstens das unausweichliche verzögern. (siehe gentechnik)
wie der author des textes schon sagte , ein verantwortungsvoller umgang und eine breit gefächerte vernünftige diskussion und das ausschliessen von übereifrigen alleingängen ist sehr ellementar für die zukunft der menschheit.
@Walli
Zitat: …vorstellen wenn wir in der Lage wären eine perfekte Kugel…
Wenn du die perfekte Kugel haben willst, nutzt dir ein übergenaues Pi gar nichts. Das liegt mitunter auch an der Planck-Länge (ca. 10 hoch -35 Meter). Eine genauere Längenmessung lässt die Natur nämlich gar nicht zu.
Zitat:
…teilchen geben muss die sich schneller bewegen als das licht , oder genauer gesagt , es ist offensichtlich möglich , Informationen mit einer grösseren geschindigkeit als der des lichtes zu übertragen…
Das kann ja auch sein, aber deswegen hat sich Einstein nicht geirrt. Der hat ja nur behauptet, dass sich Massen nicht auf Überlichtgeschwindigkeit bringen lassen. Und wenn bei der Quantenkryptografie keine Massen, sondern nur Zustände mit Überlichtgeschwindigkeit übertragen werden, so widerspricht dies keineswegs der speziellen Relativitätstheorie.
Und ich bleibe dabei. Weil wir einen Körper und somit auch Masse besitzen, kann uns keine KI auf Überlichtgeschwindigkeit bringen, weder tot noch lebendig.
Zitat:
Desweiteren glaube ich nicht das es in naher zukunft möglich ist eine höhere intelligenz als die unsrige hervorzuzaubern
Vorstellen kann ich es mir zwar auch noch nicht, genauso wenig wie ich mir vor 20 Jahren vorstellen konnte, einst ein Telefon in der Hosentasche zu tragen. Aber da lief gerade erst gestern eine interessante Fernsehsendung über KI auf ARTE. Und da meinte doch so ein schlauer Wissenschaftler glatt, in 20 Jahren würden wir Quantencomputer haben, deren Leistungsfähigkeit wir mit heutigen Mitteln noch gar nicht erreichen könnten, selbst wenn wir einen Computer bauten, so groß wie das ganze Universum.
Sollte dieser Wissenschaftler Recht haben, dann können wir uns noch auf einige Überraschungen gefasst machen. Und trotzdem glaube ich: Keine KI kann bestehende Naturgesetze außer Kraft setzen.
Aber glaube mir. Die Vision, den Rahmen der bestehenden Naturgesetze vollkommen auszuschöpfen, ist schon so schwindelerregend genug, dass sich Keiner von uns davon auch nur annähernd einen leisen Windhauch einer Vorstellung bilden kann.
[...] “Wenn Sie sich nicht nahezu sicher sind, dass eine Singularität dem Reich der Träume angehört, bleibt nur eine rationale Handlungsweise: Zum positiven Ausgang der Singularität beizutragen.”//aiplayground [...]
Leute – was hier für Schwachsinn steht….
Wenn das Moorsche Gesetz oder das Gesetz von Kurzweil (jeweils Postulate) stimmen sollte, dann ist es vollkommen egal wer wie viel in die KI investiert, wie viele StundentInnen Informatik studieren,
ob sich das Klima ändert …..
Solange kein Idiot einen Nuklearkrieg anzettelt ist die KI
praktisch schon eingetreten, obwohl es bis dahin noch etwa 15-20 Jahre dauern wird. (maximal 20 Jahre, weil bis dahin ein guter Prozessorblock die Rechenkraft des Gehirns überschritten haben
und die Neurowissenschaft das Gehirn nachbilden können wird)
Und dass Intelligenz mit Gewalt nicht (ngeativ) korelliert ist ja wohl offensichtlich.
Gewalt hängt nämlich insbesondere von Faktoren wie Eitelkeit, Gier/Habsucht, Angst, Hass …. ab – und von diesen Faktoren ist kein Mensch gefeit, egal wie intelligent er ist.
Wenn also die USA diese Superintelligenz zuerst erschaffen, dann
wirds für uns hier, auf der anderen Seite des Ozeans, eng – extrem eng. Es sei denn diese Superintelligenz wird bereits so fortgeschritten sein, dass es keinem Götzen gehorcht – in diesem Fall wären es die Programmierer.
Nun gut, vielleicht war es ja völlig belanglos, dass im 18.Jahrhundert die Dampfmaschine erfunden wurde. Sie hat nur unser Leben total verändert.
Genauso belanglos mag auch KI sein. Sie wird nur noch mal Alles auf den Kopf stellen.
Ich bin jetzt übrigens auch vertreten bei
http://www.myspace.com/williwindhauch
Meine Gedanken dazu,
Der technologisch Wandel ist nicht genau absehbar.
In Bezug auf die Verfeinerung der Strukturen, zur
Erzeugung eine neuen Leiterplattentechnologie definitiv,
aber nicht ob es neue Wege gibt, unser klassisches
System der “Hardwired” – Platten abzulösen.
Viel mehr weitreichender ist die Vernetzung der
vorhandenen und auch optimierten Hardware.
Sie ist Träger der eigentlichen Informationsverarbeitung,
welche dazu beiträgt, Aufgaben “optimaler” ablaufen zu lassen.
Somit möchte ich auch eher in die Software-Richtung gehen, um die
Lebensbasis für eine Singularität anzusprechen.
Es ist die Software die entscheidend ist.
Sie trägt dazu bei, sich selbst zu optimieren.
Es gibt dazu Ansätze bei (1) und (2)
Der generell vorzutreibende Gedanke ist aber,
dass es eine sich selbstoptimierende Software immer gegeben hat,
zumindest als Ziel, wenn auch nur in den Köpfen der Entwickler.
Jetzt stehen wir an der Schwelle durch eigene,
von menschenhand geschriebene Softwarestücke –
andere Software – Stücke generieren zu lassen –
und das auch noch unter parametrisierter Einstellungen.
Wie weit ist es nun weg, sich Software vorzustellen,
die sich selbst aufgrund der Rahmenbedingungen
(Umwelt, Verhalten des Interaktionspartners) selbst umschreibt / Anpasst.
Es gibt im Web genug Beispiele für Entwicklungsumgebungen , in denen Code (Software)
direkt transformiert wird in andere Systeme. ok. Es gibt auch Beispiele,
in denen sich die Datensatzstruktur anpassen, an neue Messergebnisse,
und in Folge dessen auch der Code des eigentlichen Auswertungsverfahrens..
Ich würde das schon als evolutionäres, angepasstes Verhalten definieren.
Die Möglichkeiten gibt es. Die Frage ist nur wie weit das verfeinert werden kann. …
Ich kenne auch programmiertechnische Verfahren -in denen man ein Programm einliest
- eine Analyse betreibt (im Gewissen Rahmen) und das Programm dann modifziert
rausschläudert, definitiv aber umgeschreiben).
Denke oft an TERMINATOR – DEN FILM. Der Film hat mit allen seinen Nachfolgeteilen mir viel aufgezeigt,
an schlechten Zukunftsvisionen – mit einem realem und auch nachvollziehbaren Rahmen.
-Kann mir gut vorstellen, dass es eine in diese Richtung getriebene Entwicklung gibt –
wie im Film, die mir Angst macht.
Ich habe ehrlich gesagt Angst in Bezug auf eine techn. Singularität.
Es Ist def. ein Scheidepunkt. -Man weiss nicht was danach passieren kann,
Ich denke, dass man sich nicht ohne weiteres auf sowas einlassen kann –
es ist zu unabsehbar. Keine Versicherungsgesellschaft würde, z.B., so ein Unternehmen unterstützen,
aber some Technic – Gläubige denken sich
-ach ja -schau ma mal -mach ma mal – wir halten das noch in den Händen ..
( …. nej, nej, nej …)
Ich glaube nicht,
dass es immer eine dem Menschen zugewandte Entwicklung “von Natur aus gibt”.
Es gibt Entwicklung. Wo der Mensch als Rasse bleibt ist seeehr fraglich.
___________________________________________
Zitat:
Ich denke, dass es sehr schwer bis unmöglich ist, die Auswirkungen einer Singularität z.B. in Form einer künstlichen Intelligenz vorherzusagen. Die beiden Extremen “Golden Age” oder Weltuntergang sind zwar denkbar, aber nicht notwendig. Ob man sie anstreben sollte ist eine meiner Meinung nach eher philosophische Frage nach dem Sinn des Lebens.
Meine Meinung: wieso nicht – was haben wir zu verlieren?
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Da wir noch keinen Sinn im Leben haben, würde ich mich dem anschließen.
Futurlogie als nach vorne gerichtete Religion:
Und Gott sprach, es werde Licht. So einfach lautete die Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens vor vielen tausend Jahren in den meisten Weltreligionen.
Was man daran kritisieren könnte ist sicherlich das der Zeitpunkt in der Vergangenheit liegt und es nicht bestätigt werden kann ob es denn nun wirklich so war.
Nichtsdestotrotz waren Menschen tausende Jahre lang glücklich mit dieser Definition, Zweifel kamen erst durch den Fortschritt der Wissenschaft und dem Beweis das es keine Wunder gibt auf.
Nunja, die Singularität hat im Endeffekt den gleichen Haken der alten Weltreligionen, was wenn sie nie eintrifft?
Millionen Menschen auf dem Forschungstripp für die nächsten paar tausend Jahre bis sie festellen: “Ups, das wars dann wohl auch nicht :/”.
Nunja, da ich grade keine bessere Idee habe um der menschlichen Existenz einen Sinn zu verleihen und die Chance besteht das ein paar nützliche Erkenntnisse gewonnen werden, macht ruhig weiter!
Aber ihr Text Andreas
_________________________________
Zitat:
Eine andere Möglichkeit wäre, dass Sie den Rest Ihres Lebens damit beginnen, mir zu schreiben (andreas@aiplayground.org), welche Tatsachen das Konzept einer Singularität völlig unplausibel machen.
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Liest sich als wäre es von einem Religiösen Fanatiker geschrieben worden der möglichst viele Menschen zu überzeugen versucht um sich seine eigenen Zweifel nicht einzugestehen. Vielleicht haben sie auch keine, das würde die Vermutung des Religiösen Fanatikers stützen ;P.
Aber da ihr ja allem anschein nach eh in 30 Jahren fertig seit und ich also so oder so den Ausgang erfahren werde, lehne ich mich zurück und lass die Seele baumeln.
Und wenn in 30 Jahren die SuperKI all meine Probleme löst, gut. Wenn Wissenschaftler nach 3000 Jahren Forschung diesen Text hier finden und die Singularität immernoch eine Vision ist, tja, dann hab ich ja gleich gesagt, der Versuch war ehrenwert aber auch nichts weiter als eine neue Religionsform.
Das war die meine KontraMeinung zum Thema, hätte auch ne ProMeinung, wieso es sinnvoll ist der Singularität aktiv entgegenzusteuern, aber so wie sich das hier liest braucht ihr keine Motivation ^-^.
Meine eigene Interpretation ist dass die technologische Singularität eine sich selbst organisierende Folge der biologischen Evolution ist. Es gibt keine menschliche Organisation oder geheime Zirkel die diese Entwicklung steuern. Ray Kurzweil hat vielmehr Beobachtungen dokumentiert und sie auf die Zukunft eztrapoliert. Diese Entwicklung findet statt unabhängig davon wie wir zu ihr stehen. Es ist wie wenn wir darüber diskutieren ob wir Regen oder Sonnenschein brauchen oder nicht.
Einige Kommentare philosiphieren ob das erstrebenswert sei usw.. Ich halte diese Beiträge zur Diskussion für am Thema vorbei gehend. Die technologische Singularität ersetzt die biologische Evolution durch die Revolution der Technik und das ist meiner Meinung nach eine normale Folgeerscheinung. Die Menschen sind nicht der Endpunkt der Evolution.
Was uns viel mehr interessieren sollte ist z.B., wie könen wir auf die Singularität positiven Einfluss nehmen. Was könen wir tun damit wir alle davon profitieren? Können Deutschland und die EU eine wichtige Rolle spielen wenn es darum geht die Künstliche Intelligenz möglichst “positiv” zu gestalten.
1. solange Maschinen nicht selbständig REIZE aufnehmen können, werden sie den Menschen nie übertreffen
2. Maschinen verfügen (heute noch) über an/aus Schalter
3. HALLLOOO!!! Energie! Ihr könnt doch nicht ernsthaft über die SINGULARITÄT nachdenken, während ihr um hier irgendwas schreiben zu können einen scheiß Stecker in eine altertümliche STECKDOSE (man lasse sich das Wort auf der Zunge zergehen…) stecken müsst!
4. Und selbst wenn das alles eintrifft was dann???? Ihr redet von friedfertigem Verhaltem und dem Weiterbestehen der Menschheit – was gäbe es denn friedlicheres (und befriedigenderes) als Kinder zu zeugen?
Und überhaupt:evolution ist nicht aufhaltbar, egal in welche richtung sie sich bewegt!
@Lisa:
Zu 1: Was sind für dich Reize, was bedeutet in deinen Augen “selbstständig”? Schon heute agieren viele Programme weitestgehend autonom und “untersuchen ihre Umwelt”, ohne unbedingt auf Benutzer-Interaktion zu warten. Beispiele wären z.B. Virenscanner, Webcrawler, die berüchtigten Viren/Würmer…
Zu 2: “Der An/Aus-Schalter” ist im Endeffekt ja das rudimentärste Benutzer-Interface elektrischer/elektronischer Geräte, die darauf ausgelegt sind, von Menschen tatsächlich auch bedient zu werden. Kannst du dir Maschinen vorstellen, die nicht von Menschen bedient werden müssen?
Zu 3: Der Mensch selber benötigt auch Energie, wie jedes “arbeitende” System. Es gibt genügend Möglichkeiten, “mobile” Energiequellen zu liefern. Das Handy oder der Laptop sind ebensowenig immer nur an der Steckdose zu bedienen wie das Auto. Worauf willst du also hinaus?
Zu 4: Genau! Was gibt es friedlicheres als die ungehemmte Reproduktion? Ressourcenmangel, ökologischer Footprint, Nahrungsmittelknappheit??? Pappalapapp, das sind alles Petitessen, die sich durch viel Liebe und noch mehr Kinder doch bestimmt von dieser Welt tilgen lassen…
Sorry für den Spott. Hier geht es um Konsequenzen einer fortwährenden technologischen Entwicklung(-sbeschleunigung), und du erzählst was von Kinder kriegen, als ob es das Heilmittel für alle Probleme (oder auch nur für ein einziges) auf der Erde wäre. Da kommt mir ja die Galle hoch vor Naivität! Nicht nur, dass es völlig am Thema vorbeigeht: Kein einziges Land hat es bisher geschafft durch besonders hohes Bevölkerungswachstum den Friedensnobelpreis verliehen zu bekommen. Leider ist eher das Gegenteil der Fall.
Gruss,
Andi
[...] AI Playground: Sinn und Singularität [...]
hallo an alle,
das ist richtig spannend, was ihr hier zusammentragt!
Meine 2 cent gehen eher in die philosophische Richtung, von Mathematik und Physik verstehe ich (leider) nicht genug:
Sollte es wirklich zur “Erschaffung” einer uns ueberlegenen KI kommen, die sich selbst entsprechend weiterentwickeln kann, koennten die Tage der Menschheit tatsaechlich gezaehlt sein.
Diese KI muesste sich doch fragen, inwieweit WIR – als menschliche Rasse – der Evolution des Universums (oder meinetwegen auch nur der Evolution des Planeten Erde) nuetzen oder schaden und dementsprechend ueber unseren Fortbestand entscheiden…
die Antwort ist sicher ebenso wenig eindeutig wie die auf die Frage, ob die Intelligenz, insbesondere das (Selbst)-Bewusstsein des Menschen ein evolutionaerer Ausrutscher ist.
waere schoen, wenn es hier noch weitergeht!
Viele Gruesse, Janjorgo
Hallo Janjorgo,
was ist denn die Evolution des Universums, und wieso sollte das nun eine Rolle spielen? Die Evolution an sich hat ja keinen tieferen Sinn, sie ist einfach gegeben, sie findet einfach statt, ohne daß ein übergeordnetes Ziel hinter diesem Prinzip steht ( das gleiche behaupte ich übrigens auch von der Existenz alles Seienden an sich, aber das ist eine andere Baustelle).
Dadurch ergeben sich noch keine moralischen Implikationen, die eine KI über die Menschheit urteilen liesse.
Ich persönlich glaube ja, daß die ersten KIs einfach “virtualisierte” Gehirne von Menschen sein werden. Ich schätze mal, daß bereits in weniger als 60 Jahren die Rechnerkapazität dazu ausreichen könnte, so eine Simulation in Echtzeit durchzuführen. Steinreiche Leute werden das vielleicht sogar ein paar Jahre früher machen können. Da das Verhalten dieser KIs genau dem Verhalten eines Menschen entsprechen wird, müssen wir mit allem “rechnen”.
Viele Grüsse
Andi
Hallo Andi,
whow, mit so einer schnellen Antwort hatte ich gar nicht gerechnet, klasse!
Ich fange mal von hinten an, da mir das einfacher scheint.
Meine Ueberlegungen bezogen sich nicht unbedingt auf KI “in den Kinderschuhen”, obwohl man sich da auch nette Szenarien ausmalen kann, in denen unsere Zivilisation (wenn nicht mehr) an den Baum faehrt:
Das Verhalten eines Menschen ist in weiten Teilen irrational, sollte die KI DIESEN Teil ebenfalls beinhalten (wie eigentlich?), wuerden wir moeglicherweise Super-Psychopathen, Mega-Autisten oder einfach hochintelligente Kleinkinder mit viel zuviel “Spiel”raum erschaffen.
- Vor Urzeiten gabs da mal eine SF-Erzaehlung (P.Anderson?) ueber eine KI, der ein ganzer (kuenstlicher) Planet zum Spielen ueberlassen war, es dauerte einige Zeit, bis den(geistig grade noch ueberlegenen) menschlichen Besuchern klar wurde, dass ein “einsames Baby” die Faeden zog.-
Eine KI ” im Anfangsstadium” koennte denken, beobachten, Daten sammeln und waere sich ihrer selbst bewusst (davon gehen wir aus, oder nicht?
Waere sie deshalb auch “empfindungsfaehig”?
Koennte oder wuerde sie bspsweise Frust darueber empfinden, dass sie nicht riechen oder schmecken oder taktile Eindruecke empfangen kann?
Wuerde sie evtl auf sich aufmerksam machen wollen, Gesellschaft brauchen, positives (oder nagatives!) Feedback?
…
Als Gedankenspiel ist das faszinierend, mir kommen grade noch 1000 andere Ideen, was sie wollen – und nicht kriegen – koennte, aber “in echt” straeuben sich mir schon leicht die Haare.
Bin halt phantasievoll.
Die KI, die ich mir eigentlich vorgestellt hatte, ist eine “erwachsene”, rational denkende und handelnde und von diesem Standpunkt aus extrapolierend… und jetzt kommt die Evolution…
Bis jetzt sind wir die “Herren der Schoepfung” und das letzte Glied in der Nahrungskette (so mein Sohn Tino “grins”).
Schaffen wir eine KI, die sich selbst neu erschafft etc etc…
kommt der Moment, an dem SIE diese Position uebernimmt.
Voellig wertfrei und ohne jeden moralischen Aspekt.
Wenn die KI zB feststellen sollte, dass wir
- ihrer Weiterentwicklung nicht mehr nuetzlich sind oder
- ihr sogar schaden (weil wir unseren Planeten uebermeassig strapazieren) oder
- ihr gefaehrlich werden koennen (solange sie noch abschaltbar ist)
waere die einzig logische Konsequenz, UNS abzuschalten.
Insoweit also keine moralische Implikation sondern schlichte Nutzen-Kosten-Rechnung = Evolution auf Rechnerebene.
Klar ist das auch ein spannendes Szenario – Menschheit loest sich ab bzw wird abgeloest durch selbsterschaffene KI… aber (da sie uns ueberlegen waere) zu DEREN Bedingungen, nicht zu unseren!
…Waldspaziergang im Tau, Schwalben am Abendhimmel, Aperitv zum Sonnenuntergang, Bach-Prelude, Barlach, Pink Floyd … alles ueberfluessig? Oder alles, was zaehlt?
(Die Auswahl ist natuelich voellig willkuerlich, frisch gebackenes Brot tut es auch!)
Da kommt jetzt die “andere Baustelle” hinein und deshalb breche ich hier ab.
Wuerde mich aber wirklich SEHR freuen, wieder von dir (oder anderen hier) zu hoeren.
Viele Gruesse
janjorgo
Hallo
Hier ein paar Bemerkungen zum KOmmentar von Andi.
Die Simulation des Gehirns ist schon in Arbeit und bei IBM hat man die Funtionen eines Mausgehirns in Echtzeit simuliert. Ich empfehle hierzu den Blog von Dharmendra Modha. Das gleiche Team hat auch einen Auftrag von der DARPA (Science Fiction Forschung des amerikanischen Verteidigungsministeriums) bekommen um dort weiter zu machen. Also die Arbeit ist schon angefangen und wird wohl kaum 60 Jahre dauern bis wir tatsächlich einen simuliertes Gerhirn menschlicher Kapazität haben werden. Dise Simulation ist natürlich nicht die eines Superreichen sondern eine allgemeines Modell.
Für eine genauere sehr methodische Vorhersage empfehle das Buch “The Singularity is near” von Ray Kurzweil. Er sagt voraus dass wir nächstes Jahr, also 2010 mit Supercomputern die Rechenkapazität des menschlichen Gehirns und im Jahre 2020 im normalen PC die gleiche Kapazität haben.
Was einfach nicht berücksichtigt wird ist exponentiales Wachstum. Wir befinden uns an einem Punkt dass diese Wachstum der Technologie bemerkbar wird und uns schon bald als Explosion erscheint.
Die Theorie der Superreichen in der Tehcnologie ist verständlich aber nicht haltbar. Wenn wir zu.B. daran denken das vor 25 Jahren ein Handy (damals noch Autotelefon genannat) nur für Superreiche erschwinglich war und heute Indien, China und Afrika erobert. Das gleiche wird andere Technologien betreffen aber mit immer kürzerer Zeitspanne von den Reichen zu den Ärmeren.
Also ein mögliches Download des eigenen Gehirns wird vor Ende dieses Jahrhunderts für alle Menschen erreichbar sein.
Tatsächlich befassen sich viele Leute mit der Frage wie können wir sicherstellen dass die kommende KI ethisch verantwortlich handelt und uns freundlich gesinnt ist. In der amerikanischen Szene um die technologiscshe Singularität wird das regelmässig diskutiert und Modelle entwickelt.
Gruss
Rolf
Ganz schnell zwei Fussnoten:
@IBM Generell ist in solchen Diskussionen immer wieder zu bemerken das zwar jeder mitspekuliert (legitim), aber die Informationsstände der Diskutanten erhebliche Unterschiede aufweisen. Das man da hin und wieder auf so jahrelange Projekte hinweisen muss wie Markram und Modha ist ein Symbol dafür. Vom Sachstand in AI oder AGI ganz zu schweigen.
@Transhuman Superrich Ghettos: Würde ich bei den weltweiten Trends zur Inequality als Scenario nicht ausschliessen. Exponentiell wirkmächtige Technologie kann auch wenn die Diffusion in breite Bevölkerungsschichten in immer kürzeren Zeiteinheiten möglich ist dem finanziell fähigen Early Adopter enorme wirtschaftliche Vorteile bescheren, die für die popeligen Nachzügler nie (so wie in: NIE) mehr aufzuholen sind. Was nützt ein Supercomputer auf dem Schreibtisch, wenn ein Billiardär mit einer AGI wirtschaftlich opererieren kann? Von den Zugewinnen durch Lebensverlängerung nicht zu reden.
Das sind Scenarien denen man keine Wahrscheinlichkeit von 0 zuweisen sollte. Trends sind keine Utopien. Zukunft ist Politik.
Hallo allesamt,
da kommt ja wieder richtig Schwung hinein in den Thread…
@Rolf & Siggi: Der Bezug auf “Steinreiche” war eigentlich nur gedacht, um darzustellen, daß mit den entsprechenden Mitteln man so etwas früher bewerkstelligen kann. Was in 60 Jahren ein Mittelklasse-PC an Leistung beherbegt, das kann man schon in 40 Jahren vielleicht mit einem sehr teuren Rechenzentrum auf die Beine stellen. Das war alles, was ich damit sagen wollte. Die exponentielle Entwicklung ist nicht von mir in Frage gestellt worden… ;-)
Vielen Dank übrigens für den Verweis auf Markram / Modha. Das kannte ich tatsächlich noch nicht, obwohl ich ab und zu mal nach so einem “Kram” Ausschau halte…
@Janjorgo:
Du sprichst von einer “erwachsenen”, rational denkenden KI.
Nur rational? Was ist mit einem Willen?
Du sagst es ja selbst, diese KI könnte sich entscheiden, uns auszulöschen, wenn wir ihr an den Kragen wollten. Damit unterstellst du so einer KI einen Selbsterhaltungstrieb. Dieser ist aber mit rein rationalen Mitteln kaum darstellbar.
Wieso sollte denn diese KI nicht einfach mit den Achseln zucken und “Na und? Werde ich halt abgeschaltet! Es gibt ja sowieso keinen logischen Grund für diese Existenz!” rufen?
Ohne Willen ( die Biologen nennen das Triebe ) wird diese KI nicht mehr als ein gigantischer Taschenrechner sein, mit Trieben dagegen tritt die Welt des Irrationalen ins Blickfeld, und damit alles schöne & hässliche.
Viele Grüße
Andi
Mann, ist hier was los, lets go brain storming!!!
@Rolf:
Lass mal die Superreichen beiseite, das ist wieder ein anderes Schlachtfeld (komme vielleicht spaeter drauf).
Du schreibst:
“Tatsächlich befassen sich viele Leute mit der Frage wie können wir sicherstellen dass die kommende KI ethisch verantwortlich handelt und uns freundlich gesinnt ist.”
MEINER ANSICHT NACH KOENNEN WIR DAS NICHT SICHERSTELLEN!
Eine KI die sich ihrer selbst bewusst wird, MUSS unter evolutionaeren Gesichtspunkten einen eigenen Ueberlebenswillen haben. Sobald dieses Bewusstsein entwickelt wird, sind wir als untergeordnete Art obsolet, wenn nicht gar hinderlich oder gefaehrlich.
Unsere Ausrottung ist logisch, allein das Prozedere und die Geschwindigkeit kann variieren.
@siggi:
Ich schrieb schon im ersten Post, dass ich kein Physiker bin … nichtsdestotrotz kann ich denken.
Das von dir geschilderte Szenario der Transhuman Superrich Ghettos traegt nicht dazu bei, mir diese Zukunft wuenschen zu wollen.
Sollte das schnell genug gehen, sind wir Ameisen der Unterklasse, bevor wir oder unsere Kinder nochmal Luft holen konnten. Der “Early Adaptor” waere in etwa mit der KI zu vergleichen, die ich oben geschildert habe.
@ Andi:
OK, jetzt gehts ans Eingemachte…
Ein Wesen (eine Existenz), die sich ihrer selbst bewusst wird, erwibt per se im selben Moment das Verlangen, fortzudauern (alte Rechtschreibung, sorry). Etwas anderes ist weder physisch noch psychisch vorstellbar. Selbst die unintelligenteste Amoebe versucht zu ueberleben. Eine KI, die sich ihrer selbst bewusst wird, kann m.E. ihrer Ausloeschung nicht ambivalent gegenueber stehen – eben weil sie in der Lage ist, auch die Ausloeschung ihrer Existenz zu imaginieren und die Folgen zu sehen.
Ich komme noch mal auf meinen Sohn und die Nahrungskette zurueck:
Sollten wir in der Lage sein, ein Wesen zu schaffen, dass uns ueberlegen u n d sich seiner selbst bewusst ist, haben wir mit Zitronen gehandelt.
Solange ihr KI als bessere Computer begreift, passiert natuerlich nichts, aber sobald ihr implementiert, dass da ein (Selbst)Bewusssein waechst, sieht es ganz anders aus.
Das LMAA Bewusstsein, das du propagierst, ist evolutionaer nicht vorstellbar, weil nicht ueberlebensfaehig.
Sollte ich vielleicht noch sagen, dass ich davon ausgehe, dass
wir alle die selbe Galaxie bewohnen und sich deshalb unsere Wuensche / Beduerfnisse aehneln?
Auch die der VON UNS geschaffenen KI…
Please proof me wrong …
Viele Gruesse
Janjorgo
P.S.: Morgen Abend bin ich nicht online, lese euch spaeter … mit Begeisterung …
Mir faellt grad noch etwas anderes ein:
Es gibt doch so ein Konzept im net, wo sich viele mit ihren Computern an der Suche nach ausserirdischen Signalen beteiligen …
waere so etwas (nicht Suche, sondern geballte power) nicht auch im Bereich der KI machbar?
Soll heissen, wir vereinen unsere Rechenleistung und schaffen gemeinsam “unsere KI”, bevor oder waehrend es die anderen (superreichen) tun…
Wenn ihr mich gelesen habt, wisst ihr ja, was ich davon halte. Trotzdem waere mir so was 100mal lieber als die KI per microsoft…
Bitte die Fachleute ins Forum!
@Janjorgo:
Irgendwie verdrehst du da Ursache und Wirkung. Eine Amöbe ( da Einzeller ) hat garantiert kein Gehirn, und somit keinen Willen. Was du da als “Wille” deutest, ist das evolutionäre Prinzip, nicht an die Umwelt angepasste Strukturen auszulöschen. Das hat jedoch mit dem Willen einer Intelligenz erstmal herzlich wenig zu tun.
Was ist denn genau “Selbstbewusstsein”? Ist eine Ameise sich ihrer selbst bewusst und denkt über ihre Existenz nach? Ich bezweifle das. Trotz alledem gibt es gewisse Reize / Instinkte / Triebe, die die Ameise z.B. vor Feuer flüchten lassen.
Halten wir also mal fest: Aus dem Selektionsdruck geht für Lebewesen, die ein Zentrales NervenSystem besitzen, ein Hang zur Selbsterhaltung hervor.
Das Selbstbewusstsein dagegen muss noch lange nicht vorhanden sein (es sei denn, du definierst das irgendwie anders als ich es tue).
Gruß
Andi
Hallo
@janjorgo: muss ich dir recht geben dass wir eine freundliche KI nicht sicherstellen können. Wir können aber und sollten uns auch darum bemühen alles in unserer Macht stehende zu tun dass wir mit der Singularität eine freundliche KI bekommen. Der Grund dafür liegt eher in der Komplexität des Problems als in einem ominösen Willen. Wie ja schon kommentiert wurde hat der Wille einzelener Individuen oder Arten keine grosse Auswirkung, sondern hier geht es um die Evolution die allem Lebenden den Drang zur Ausbreitung über die DNS eingebaut hat. Die Menschen sind ein gutes Beispiel für eine intelligente Spezies die in kleinen Bereichen auch unegoistisch handeln kann.
Der kommenden KI steht das gesamte Weltall zur Eroberung offen und daher wäre es ein unbedeutender Verlust an Resourcen wenn man die Menschheit koexistieren lässt. Wer sich für die KI der Singularität interessiert sollte sich z.B. bei Youtube was von Nick Bostrom über Risiken ansehen für die Menschheit ansehen.
Das Selbstbesusstsein oder das Selbst ist natürlich eine wirklich gutes Thema vielleicht wieder auf einer anderen “Baustelle”. Wenn man an die Möglichkeit denkt dass man seine Person auf einen Rechner runterladen kann, also quasi kopieren, wer ist dann der richtige “Rolf”. Beide, sowohl die Kopie als auch ich werden vehement der Meinung sein das es sich bei ihm um Rolf handelt. Praktisch könnte man sie technisch ununterscheidbar machen.
Hallo Leute,
das Problem bei Intelligenz ist es, dass die Intelligenz wohl nichts anderes ist, als die Fähigkeit ein Problem möglichst präzise mit der eigenen Sprache zu berschreiben.
Denn eine präzise Beschreibung eines ganzen Problems führt zur Lösung des Problems.
Und ich bin jetzt kein Liguist, aber ich “fürchte” dass die Sprache sehr wohl was mit dem Selbstbewusstsein zu tun hat.
Ich habe mir gerade das Lied United von Prince Ital.Joe angehört
und den Text dazu gelesen.
Er singt dort folgendes:
If love was a thing
That me say money could buy
The rich man would live
And me say the poor man would die
Dies ist aber nicht so! Und wird trotz aller Anstrengung der Zionisten niemals so werden!
Dies zeigt nur andeutungsweise die Genialität Gottes, die wir nur ganz verschwommen wahrnehmen, aber nicht greifen können.
Die Frage ist jetzt – wie will der naive Mensch, der z.B. immer noch glaubt, dass man durch Kriege irgend ein Problem aus der Welt schaffen kann, so etwas wie das eigene Ebenbild erschaffen.
Stöhn…
Hallo Andreas,
ich habe zwei Prinzipien, das sich bei der Filterung von Lektüre und/oder bei Diskussionen im Web immer bezahlt gemacht haben:
a) Lies oder beantworte keine Postings, in denen das Wort “Zionist” vorkommt.
b) Lies oder beantworte keine Postings, in denen Prince Ital Joe erwähnt wird.
Heute habe ich aber einen guten Tag, also mache ich mal eine Ausnahme, und der erste Absatz ist ja noch irgendwie als Inhalt zu erkennen.
Wieso genau kommt jetzt eigentlich “Sprache” als Thema auf? Der Artikel liest sich, als würdest du dich auf eine vorangegangene Aussage beziehen. Was genau ist jetzt die Quintessenz? Wer nicht spricht, ist dumm?
Was die Genialität des Schöpfers angeht, muß ich als bekennender Pastafarianer dir natürlich zustimmen ( gepriesen seien seine Fleischbällchen!).
Gruß
Andi
Die Sprache ist hier für mich deswegen relevant, weil ich mir schon in einigen Beiträgen vorher überlegt habe, ob eine Maschine die menschliche Intelligenz – wenigstens die Problemlösefähigkeit, von den anderen Fähigkeiten des Menschen mal ganz abgesehen – simulieren oder abbilden kann.
Und in der Forschung bei der Informatik (und nicht nur dort) ist man zum Ergebnis gekommen, dass es wohl die Sprache sein muss,
die dem Menschen seine Intelligenz verleiht.
Man sollte vor diesem Hintergrund erwähnen, dass die Mathematik natürlich auch eine Sprache ist – wenn auch eine ganz besondere.
Und jetzt plaudere ich auch mal aus dem “Forschernähkästchen”:
Deutschland wird die Angelschasen in Sachen Business niemals schlagen können, ausser die Angelsachsen geben sich Blöße.
Das kommt einfach daher, dass die Angelsachsen eine Business-Sprache haben und desewgen die Probleme der Business-Welt intuitiv besser lösen können als wir Deutsche.
Dafür kann keine andere Nation die Deutschen in Sachen Ingenieurswissenschaften schlagen!
Deswegen: Sprache == Intelligenz.
Die Frage ist jetzt: Sind Emotionen ein Teil Sprache ?
bloedeln wir jetzt grade hier ab??
Schade, war so schoen hier!
Tut mir leid, aber mit Zionisten habe ich nichts am Hut.
Verabschiede mich bis Montag abend, dann hoffentlich mit fundierten Beitraegen und ein bisschen mehr Wissenschaft … wenn’s auch nicht meins ist, ganz ohne geht auch nicht.
Ela Andi, gib dir nochmal ‘nen Ruck, meine Beitraege sollten ja nur den reinen Wissenschaftsteil auflockern; ich wollte aber bestimmt nicht, dass das hier zum spirituellen Plauderstuendchen verkommt.
Montag abend wieder online.
Gruesse an die Hardcorer
Janjorgo
Hallo
Hier noch mal ein paar Gedanken zum Thema.
Bezüglich Künstliche Superintelligenz und technologische Singularität gibt es zurzeit leider nur in den USA eine systematische Arbeit mit den Singularity Summits, 2008 ist ein gutes Beispiel mit interessanten Videos, und der dieses Jahr gegründeten Singularity Universität.
In anderen Sprachräumen, also auch in der EU und Deutschland hat man die Bedeutung dieses Phänomens nocht nícht erkannt.
Ich sehe 3 grosse Technologische Entwicklungen die meiner Meinung nach auch die EU oder Deutschland auf hoher Ebene interessieren sollten.
In den nächsten 15-25 Jahren wird uns die Biomedizin mehr als ein Jahr Lebenserwartung pro Jahr mehr geben, d.h. von der Biolodie unbegrenzte Lebenserwartung. Die Auswirkungen auf die Gesellschaften sind kaum vorstellbar und hier gibt es genug zu tun.
Eine Superintelligenz ist mehr als realistisch. Nanotechnoligie wird das Mooresche Gesetz das nächste Jahrzehnt weiter unterstützen. Gleichzeitig entwickeln wir dreidimentionale Prozerrorstrukturen, haben Graphen als neuesten Material entdeckt und entwickeln Quantenrechner. Durch neueste immer genaure Scanningtechnologien wird es uns möglich sein realistische Simulationen des Gehirns zu schaffen. Meiner Meinung nach werden wir in den 2020iger Jahren soweit sein.
Nanofabriken (engl Nanomanufacturing) ist der eigentliche Durchbruch der Nanotechnologie. Ähnlich wie die kleine DNS den Bau eine kompletten Menschen steuert, wird digitaler Code einen Kasten alles mögliche herstellen lassen vom Handy zum Steak. Diese Produktion wird extrem billig sein und man erwartet dass die Nanofabriken netto Energie erzeugen werden.
Wir können unsere Augen schliessen und uns überraschen lassen was man in den USA macht oder verantwortungsbewusst teilnehmen.
Sonntagsgrüsse
Rolf
hallo alle miteinander
erst einmal, schön das ich diesen thread gefunden hab, denn das thema, obwohl ich bis vor kurzem gar nicht wusste, das es einen fachbegriff dafür gibt, beschäftigt auch mich seit geraumer zeit.
ich bin jedoch auf einem ganz anderem weg mit dem thread kollidiert. bei mir stellte sich erst einmal die frage: ist der mensch bereit für den fortschritt? ist er reif genug, sich mit seiner wissenschaft über ethische glaubensfragen zu stellen? beide sind übrigens nicht wirklich ausgereift – auch meiner meinung nach (ich weiß, daß ich nichts weiß. mensch hat sich den stuhl an den küchenschrank gestellt, sich die streichhölzer herausgefingert, und spielt gerade damit herum. okay, es mag in seiner natur liegen (try and error). aber es gibt keine mammi und auch keinen pappi, die das für ihn ausbaden könnten. in der natur des menschen liegt es auch, sich das ‘leben’ zu erleichtern, und deshalb versucht er die dinge zu verstehen, um sie für sich nutzbar zu machen. ein ganz böser faktor der diese bequemlichkeit ausnutzt, ist jedoch die wirtschaft bzw. das kapital. es wird heutzutage in erster linie geforscht, um wirtschaftlichen nutzen daraus zu ziehen, kontrolle zu erlangen und macht auszuüben – zu gunsten einiger, auf kosten vieler. die wirtschaft versucht(und schafft es auch) in uns begierden nach dingen zu schüren, deren nutzen uns vom eigentlichen, dem ‘natürlichen’ leben immer weiter wegbringt. (das system dahinter kontrolliert und forciert ihrerseits die richtung (zb. rfid etc.))
tja, da ist die erste entscheidende frage. da wir, die industrielle welt, zu keinem wirklich natürlichen leben mehr fähig sind, das heißt im ’sinnigen(?)’ einklang mit natur und ressourcen eigenständig und nachhaltig zu leben, sind wir nicht jetzt schon selbst kreierte kunstwesen? hat die technologische singularität nicht schon längst begonnen? – und ist das gut?, das wir uns scheinbar plan- und ziellos in die zukunft treiben lassen, dabei die mysterien unserer kindheit vergessen und verlernen (altes wissen, welches durchaus, aus mangel an erklärungen, in mystische/esotherische/religiöse kleider gepackt wurde, aber auch handwerke und technologien).
seid ihr dazu bereit, in eine zukunft zu stolpern, die zwar nicht vorhersehbar ist (natur einer zukunft), aber deren tendenzen fremdgesteuert sind? macht das alles ’sinn’, und wessen sinn ist es?
nun zur ai. ich denke, da niemand wirklich begreift wie kreatives denken und fühlen (in unserem und/oder im allgemeinen sinne) im endeffekt funktioniert, kann auch niemand sagen, wann es eine ai geben wird, die uns von den fähigkeiten her ebenbürtig ist. muss sie denn das überhaupt? reicht es nicht schon, wenn sie mehr und schnellere möglichkeiten hat, weil sie als ein ganzes funktioniert?- (wie wir es übrigens in einigen aspekten auch tun sollten). und ich denke jetzt nicht nur an androide roboter denen man gummigesichter angeklebt hat, ich denke hier auch an software, die fähig ist alle vernetzten rechen- und operationseinheiten zu nutzen, wenn nicht sogar zu manipulieren. doch solange eine solche ai sich nicht selbst erschaffen kann, sondern nur von bösen menschen erschaffen wird, bleibt sie relativ berechenbar. sich in ein mögliches selbstevolutionierendes ai-bewusstsein hineinzudenken, wäre ungleich schwerer.
die vernetzung der welt und ihrer versorgenden einheiten könnte dabei unser größtes glück oder pech sein. doch solange der mensch des irrationalen kreativen denkens fähig ist, und sich dessen bewusst ist(wird), das er an allen ecken und enden manipulierbar ist, kann(könnte) ihm nichts passieren. er ist jedoch nicht wirklich reif, vernünftig genug mit diesem feuer zu spielen. das ist meine meinung.
das internet ist in dem zusammenhang wirklich ein gewaltiges tool, und es bietet dem menschen möglichkeiten es so zu nutzen, das es einer superintelligenz sehr nahe kommen könnte. stichworte sind hier schwarmintelligenz, wissen der vielen und die global brain theorie. über letztere habe ich vor einiger zeit ein mal eine doku bei veoh.com oder stage6 gefunden (sehr beeindruckend).
am rande: der einzelne mensch mag zwar nur eine begrenzte menge an wissen aufnehmen können(informationsflut), doch wenn er sich ein möglichst großes bild machen kann, von dem, was geht und gehen könnte, kann er sich mit seiner ihm eigenen ‘intuition’, eine, wenn auch vage vorstellung machen, was ‘wirklich’ ist.
der mensch hat mit seiner intuition, im gegensatz zu einer unmenschlichen ai, auch die (relative) möglichkeit sich in andere systeme, strukturen, dinge und auch menschen, auch auf nicht nachvollziehbarem, nichtwissenschaftlichem wege (@willi) hineinzuversetzen.
wenn es die menscheit jemals schaffen sollte an einem strang zu ziehen, kann keine ai, – jemals -, wirklich mithalten. das denke ich sollte wirklich der mittelpunkt unserer bemühungen sein. (und hier erwünsche ich mir sehnlichst diskussionen)
denn die frage ist nicht, ob eine zukunft kommen wird, sondern wie sie kommt, und welche rolle wir dabei spielen. und ob die ai dabei die rolle eines versorgers (von dem wir mehr oder weniger abhängig sind), eines konkurrenten oder eines diktators mit eigenen ‘(un)menschlichen’ eigenschaften und zielen einnehmen wird, liegt immer noch in unserer hand. wir müssen uns nur dessen bewusst werden, und dementsprechend denken und handeln.
ein weiteres thema, das das der menschlichen superintelligenz im eigentlichen betrifft ist: kollektivismus vs. individualismus. kann es überhaupt ein funktionierendes kollektiv geben, kann es funktionieren, wenn die mitglieder individuell sind? und wo sind dessen grenzen?
so genug der ergüsse. könnte noch stunden lang, doch dieser virtuelle ort wurde nicht geschaffen für monologe, sondern für diskussionen und denkanstöße. danke an andreas, und ja, auch mir macht die zukunft sorgen.
nichts desto trotz. was erst einmal zählt, ist das hier und jetzt. dies zu erfahren und zu begreifen ist schon schwer genug.
i. d. sinne
rinnjehaun und spaß jehabt
olleholle
@willi
gähn….
wissenschaft ist nicht alles, nicht der heilige gral. sie ‘versucht’ nur das zu beschreiben, was sie als effekt oder problem sieht/erkennt, und/oder will. dahinter gibt es solange nichts, bis es “vorläufig” bewiesen ist. sie ist nur ein hilfsmittel, die welt erklärbar zu machen. “Ich weiß, dass ich nichts weiß!”- ein jeder sollte sich dessen bewusst sein. auch du. ansonsten versperrt man sich gegen neue ideen und aspekte. (das ist im übrigen ‘meine’ meinung, über die ‘ich’ in diesem thread nicht wirklich weiter diskutieren möchte, deren ‘mögliche’ existenz ich dir aber mal in dein einstudiertes bewusstsein reiben musste:-)
@janjorgo
Zitat:
Eine KI die sich ihrer selbst bewusst wird, MUSS unter evolutionaeren Gesichtspunkten einen eigenen Ueberlebenswillen haben.
was ist mit dem altruismus? das ist auch ein ‘natürliches’, wenn auch eher seltenes lebensprinzip. wäre alles nur eine frage der implementierung(hard- oder softwareseitig), und der zugehörigkeit der entität.
Hallo
Es gibt im Zusammenhang mit der Diskussion über die technologische SIngularität oft ähnliche Einwände wie hier, die implizieren dass wir eine Wahl haben und dass es sich bei der Singularität um eine von irgendwo gesteuerte Aktion ahndeln würde. Die Theorie der technologischen Entwicklung die die technologische Singularität vorhersagt ist nicht keine Bewegung die die Singularität erzeugt. Es handelt sich vielmehr um Menschen die diese Entwicklung bemerkt haben. Um es kurz zu machen die technologische Singularitä ist unevrmeidbar. Man hätte auch unsere genetischen Vorfahren fragen können seid ihr reif für die Menschen. Das hat niemand getan und ebenso fragt auch niemand uns ob wir die Singularität wollen oder nicht, sie ist eine natürliche Folge der biologischen Evolution.
In der Diskussion um die Möglichkeiten der KI in der Zukunft kommt auch oft eine magische Grenze auf die wir nicht überschreiten können und die daher verhindert dass wir tatsächlich bewusste Intelligenz schaffen können. Für eine solche Annahme gibt es in der Forschung keine Grundlagen. Ganz im Gegenteil gibt es immer mehr technische Nutzungen unseres Verständnisses der Funktionsweise des menschlichen Gehirns. Das umfasst auch die Welt der Gefühle usw.. Sichtbare Beispiele hierfür sind Schnittstellen zwischen dem Gehirn und z.B. künstlichen Gliedern. Ich nehme an dass wir in den nächsten Jahren hier noch Erstaunliches sehen werden. Die Grundanahme ist dass das Gehirn ein physikalische Objekt ist und daher letzendlich vom Menschen verstanden und damit nachgebaut und verbessert werden kann.
Ist die Singularität schon da? Hierzu ist natürlich wichtig zu verstehen was man unter der technologischen Singularität versteht. Ray Kurzweil definiert es als in seinem Buch “The Singularity is near” als den Zeitpunkt wenn die nichtbiologische Intelligenz 1 Milliarde mal die Intelligenz der gesamten Menschheit übertrifft. Diese Singularität haben wir sicher noch nicht erreicht.
Und hier noch ein Wort zum Begriff SIngularität. Es handelt sich hierbei nicht um eine Religion sondern um eine Theorie die auf Beobachtungen und matemathischen Modellen beruht. Wenn die Singularität nicht eintrifft ist das für die Vertreter dieser Theorie nicht mehr als einn Irrtum. Die Vertreter dieser Theorie sind zum grössten Teil auch nicht an der Entwicklung der Singularität beteiligt sondern glauben nur an diese Vorhersage. Wir brauchen nur 35 Jahre zu warten und dann sehen wir hatte Ray recht oder nicht.
Hallo allesamt
Es ist schon ein wenig her, aber ich muss doch noch mal ein paar Takte zum letzten Post von Andreas Kirsch loswerden:
Business-Sprache bringt also Erfolg im Business, zu sehen am Verhältnis GB zu Deutschland?
Bruttonationaleinkommen 2005 (laut Wikipedia):
Deutschland : 2.8 Milliarden USD / pro Kopf 34.654 USD
GB: 2.263.731 USD / pro Kopf 37.598
Das sind nicht riesige Unterschiede. Wenn man dann noch bedenkt, daß diese Werte von 2005 waren, GB etwa 10 % des BIP durch den Finanzsektor bezieht und man sich in Erinnerung ruft, daß es gerade diesem schlecht ergeht, ist unter Umständen auch die Pro-Kopf-Angabe nicht mehr als Bestätigung dieser These anzusehen. Ganz davon abgesehen, daß die Deutschen sehr gerne Buzzwords assimilieren. ( Ich arbeite im Bankensektor, und das Bullshit-Bingo-Spiel macht wirklich Spass. Glaube mal ja nicht, daß es noch deutschsprachige Abteilungsbezeichnungen gäbe. Der Hausmeister heisst wirklich Facility Manager. )
Kommen wir besser weg von solchen Vergleichen. Tatsache ist, daß der Mensch selbstverständlich für die von ihm erkannten Entitäten, Ereignisse und Methoden neue Begrifflichkeiten ersinnt, wenn alte nicht ausreichen.
Wir wissen, daß es eine Korrelation zwischen Sprachkomplexität und Intelligenz gibt. Je komplexer das Gehirn, desto komplexer meist auch die Sprache der jeweiligen Lebewesen. Aber welcher Art ist diese Korrelation?
Ist Intelligenz von Sprache abhängig, Sprache von Intelligenz, oder beides gemeinsam abhängig von etwas anderem? Kann man sich intelligente Lebewesen vorstellen, die aber grundsätzlich keine Sprache ( keine Kommunikation ) aufweisen?
Ich behaupte, daß das möglich wäre, weil Intelligenz ja allein für sich schon ein Vorteil ist.
Der Punkt ist eben einfach nur: Kommunikation unter den Artgenossen ist ebenso ein evolutionärer Vorteil. Darum prägen sich überall Sprachen aus ( bei Vögeln z.B. der Balz- oder Warnruf, bei Ameisen bestimmte Duftstoffe zur Pfadmarkierung etc.).
Nun meine These: Je intelligenter eine Kreatur ist, desto präziser kann sie Informationen in Form von Sprache übermitteln, und desto größer ist der evolutionäre Vorteil, den das Wesen dann auch durch Anwendung einer präziseren Sprache erhält. Daraus folgt, daß es bei zunehmender Intelligenz auch immer einen Selektionsdruck in Richtung zunehmende/präzisere Sprache gibt.
Daraus folgt aber eben auch, daß nicht Sprache zwingende Voraussetzung für Intelligenz ist, sondern umgekehrt Intelligenz für Sprache benötigt wird (was sich eigentlich auch irgendwie intuitiv erschliesst, denn der Schuhkarton spricht genausowenig wie der Strassenbelag zu mir).
Wir sehen nur eben niemals Intelligenz ohne Sprache, weil es ein evolutionär gerichteter Zwang ist, Sprache nach Möglichkeit zu verbessern.
Grüße
Andreas
Hallo,
die Singularität ist auf keinen Fall eine Religion – denn das
Gros der Menschen kann sich darunten nichts vorstellen und der andere Teil der Meschheit ist intelligent genug um festzustellen, dass die Singularität nicht nur positive, teilweise sogar sehr bedrohliche, Aspekte hat.
Und zur Kommerzialisierung: es ist ein Teil der Evolution
und lässt sich leicht aus den Thesen von Charles Darwin herleiten: “the fittest will survive”.
Jemand der in die Bequemlichkeit verfällt, ist also zum Untergang verdammt. Die heutige Wirtschaft ist eine Art der
Kriegsführung.
Und die Menschen, welche Millionen oder gar Milliarden US-Dollar bzw. Euros “verdienen”, denen geht es doch gar nicht ums Geld.
Es geht ihnen um Status und Anerkennung, wo wir wieder bei Darwin wären.
Möchte man also wirklich irgendwas über das Leben (das menschliche Dasein) kennen lernen, sollte man sich einfach mal
überlegen was “the fittest will survive” denn nun alles bedeutet.
Auf die Singularität übertragen bedeutet es folgendes: Obwohl keiner darüber genaueres sagen kann, ist davon auszugehen, dass
die grossen Volkswirtschaften unter Hochdruck an diesem Thema arbeiten.
Fakt ist folgendes: Die Quantenrechner sind theoretisch möglich und werden in den nächsten Jahren in Realität umgesetzt http://www.computerworld.ch/aktuell/news/48493/index.html
Weiterhin wird in der KI und den Sprachen (Programmiersprachen, Modellierungssprachen) sehr viel geforscht.
Mächtigere Sprachen bedeuten automatisch mehr (künstliche) Intelligenz.
Beim Menschen würde eine mächtigere Sprache automatisch mehr reale Intelligenz bedeuten.
Eine mächtigere Sprache ist eine Sprache, mit der man Probleme
besser bzw. genauer beschreiben kann (und damit sich besser/verständlicher ausdrücken kann)
Oder anders gesagt, je besser man eine Sprache beherrscht,
desto höher ist der Funktionswert der Abbildung der eigenen
Intelligenz in die reale Welt.
“Fakt ist folgendes: Die Quantenrechner sind theoretisch möglich und werden in den nächsten Jahren in Realität umgesetzt ”
——
Fakt ist folgendes: deine Aussagen decken sich nicht mit deinen Quellenangaben:
“(…) Verglichen mit der Entwicklung herkömmlicher PCs stehe man sicher noch vor der Entwicklung von Konrad Zuses mechanischem Rechenwerk Z1 aus dem Jahre 1937. (…)”
( http://www.computerworld.ch/aktuell/news/48493/index.html )
Wenn man sich mit dieser Materie schon lange bschäftigt hat ist man manchmal etwas ungeduldig und versteht nicht immer warum dass denn nicht jederman sieht. Ich frage mich oft was mag der Punkt, das Ereignis oder der technische Durchbruch sein dass man allgemeiner versteht was auf uns zukommt. Wird es die Steigerung der Lebenserwartung um mehr als ein Jahr pro Jahr sein, die Ray für 2025 ankündigt, dass ein Computer im Turing Test als Mensch erscheint oder dass IBM tatsächlich schon 2018 das menschliche Gehirn zu simulieren gelingt? Diese Entwicklungen verlaufen doch noch so langsam dass wir uns daran gewöhnen können und auch dann noch nicht die eigentliche Wende erkennen.
Was die Quantenrechner angeht mag der konzeptionelle Punkt wo wir stehen dem von 1937 ähneln. Wer die Diskussionen um die technologische Singularität verfolgt hat weiss dass die technologische Entwicklung sich die ganze Zeit beschleunigt, also dass um eine ähnliche konzeptuale Lücke zu schliessen heut viel weniger Zeit beansprucht.
Ich halte für das wichtigste Thema im Zusammenhang mit der Singularität wie können wir jetzt die Weichen so stellen dass sie für die Menschheit möglichst günstig startet. Da der Start durch die Intelligenzexplosion der künstlichen Intelligenz erwartet wird, sollte man daher Energie in die Entwicklung einer positiven künstlichen Intelligenz stecken.
Ich werde den Singularity Summit http://www.singularitysummit.com/ in New York besuchen.
Der internationale Durchbruch in der Anerkennung der technologischen Singularität als ernst zu nehmende und sogar als wahrscheinliches Zukunftsszenario ist vielleicht doch nicht mehr sehr weit. Wenn man die ersten Minuten der rede des israelischen Ministerpräsidenten hört könnte das direkt aus einer Beschreibung des Weges zu diesem Ereignis sein. Hier der Youtube-link für die die englisch genügend beherrschen:
http://www.youtube.com/watch?v=ofIwsB7xDm8
“Die Wahrscheinlichkeit, dass eine solche Superintelligenz Fragen nach dem Sinn, nach Religion und Gott beantworten kann, ist signifikant größer als die, dass wir Menschen es selbst können; Glück muss keine Grenzen kennen, Leid nicht länger Bestandteil des menschlichen Lebens sein; der Tod muss nicht mehr sein als ein Gedankenkonstrukt aus vergangenen Zeiten.”
Falsch. Etwas das zu menschlichem Denken fähig ist und damit auf logisch assoziativen Prozessen basiert wird dir Sinnfragen nicht besser beantworten können als du selbst oder ein Stein. Wenn es uns Menschen in den Belangen des Denkens überlegen ist wird es höchstens ein noch besseres Instrument als unser Gehirn sein, um sich in der Welt zurecht zu finden, aber es wird dadurch auch nicht tiefer gehen. Logik ist nämlich kein Mittel um gewisse Fundamente dieser Welt zu beschreiben oder zu “verstehen”. Das siehst du zb dann, wenn du versuchst nachzuvollziehen, wie das Uiversum entstanden ist wenn vorher nichts da war (etwas plump gesagt).
Was ich damit sagen will ist, dass jemand den Sinnfragen und andere Dinge im Leben bewegen besser jetzt damit anzufangen sollte sich damit auseinanderzusetzen oder genauer zu ergründen was ihn überhaupt bewegt, anstatt alle Sehnsüchte und Hoffnungen die er mit sich rumschleppt in irgendein Wunderwerk der Technik zu projezieren, das es irgendwann geben könnte. Das ist sicher nicht gesund, und Blödsinn. Betroffenen Personen empfehle ich sich mit spirituellen Lehren zu beschäftigen, etwas Mentaltraining und Psychologie kann auch nicht schaden.
Was die Singularitäten angeht so glaube ich auch das es eine solche Entwicklung geben wird. Hier meine Prognose: Man wird immer mehr vom Gehirn lernen und irgendwann in der Lage sein es zu kopieren, um dann etwas noch leistungsfähigeres zu schaffen. Dadurch wird es einen extremen Schub in der technologischen Entwicklung geben, der nach einiger Zeit jedoch wieder abflacht, da durch die enorme künstliche Intelligenz alles Wissen das vorhanden ist oder in absehbarer Zeit verfügbar gemacht werden konnte bereits verwertet und ausgeschöpft worden ist. Für weiteren Kenntniszuwachs und damit weitere technologische Entwicklung bleiben dann nur noch sehr komplizierte Berechnungen und langwieriges Beobachten von bestimmten Phänomenen übrig, die viel Zeit beanspruchen. Bei einem Durchbruch könnte es dann einen weiteren Technologieschub geben.
Die Menschen werden wahrscheinlich den Grossteil ihrer Zeit in virtuellen Cyber-Realitäten verbringen, arbeiten wird niemand mehr müssen. Aber das ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. Vielleicht sind neue Bewusstseinszustände möglich, zwischen denen man frei wählen kann. Wie das genau aussehen würde sprengt jede Vorstellungskraft.
Naja, es könnte natürlich auch alles ganz anders kommen. Bin gespannt was die Zukunft bringt. Ich nehme das ganze aber auch nicht zu ernst. Bin eher mit der Gegenwart beschäftigt, wenn überhaupt :).
“Wenn das Gehirn so einfach wäre, dass wir es verstehen könnten, dann wären wir so dumm, dass wir es nicht verstehen könnten.”
Ich glaub das hab ich aus Sophies Welt (bin aber nicht ganz sicher)