Thema: Philosophie

Philosophy of Mind: Descartes

DescartesThere are two ways to present Descartes’ thoughts on mind, body and the interrelationship between these two and both are entirely inappropriate. Let me say a few things about his methodology to make clear what I mean: Descartes decided to set aside everything that wasn’t obviously and entirely true, just as if it had been proven false. This has astonishing consequences: Everything our senses tell us has to be assumed possibly wrong – in fact, the assumption that we have senses goes one step too far.

Start with the simplest possible assumption set, allow the addition of obvious-in-hindsight ideas exclusively and if you manage not to stray from this principle throughout your meditations, what you end up with is a philosophical framework that is both too deceptively simple to be part of an impressive, serious-sounding philosophical essay and too deep to let itself be obfuscated by a bunch of unnecessary technical terms Descartes himself, sitting in the large bread oven where he used to spend much of his time thinking and meditating, would have laughed at. Weiterlesen »

Um Leben und Tod

Ein Blick in die langweiligere Version der Zukunft verrät, was jeden von uns erwartet. Trist.

Death

Ich bin noch nicht vielen intelligenten Menschen begegnet, die ernsthaft der Meinung sind, dass der unfreiwillige Tod langfristig Teil unserer menschlichen Gesellschaft sein sollte. Das hier ist ein Ausschnitt einer dieser seltenen Diskussionen.

Warum sollten wir überhaupt Interesse daran haben, länger zu leben?

Sollten wir nicht. Aber wenn wir Interesse daran haben, sollten wir nicht gezwungen sein, gegen unseren Willen zu sterben.

Ich habe Interesse. 85 Jahre sind nichts.

Eine Leben reicht gerade so, um ein, vielleicht zwei Gebiete wirklich gut kennenzulernen — so gut, dass man an die Grenzen des bekannten Wissens stößt und selbst Neues entdecken kann. Für manche Gebiete — und es liegt leider nahe, dass das Verständnis unseres Gehirns dazu zählt — werden 85 Jahre nicht für vollständiges Verständnis reichen. Ich will nicht eine Vielzahl von Gebieten nur oberflächlich kennen — und ich will nicht am Ende meines Lebens nur über Wahrscheinlichkeitstheorie Bescheid wissen. Oder nur Komplexitätstheorie. Nur Quantenphysik. Biochemie. Psychologie. Poesie. Astronomie. Musik. Philosophie.

Ich will die Welt im Zusammenhang verstehen, nicht zentimeterweise.

Ich will die Zukunft sehen, alles was noch vor uns liegt. Die Menschheit hat gerade erst angefangen, sich aus eigenem Antrieb heraus zu entwickeln. Fast alle großen menschengemachten Veränderungen stammen aus den letzten 1000 Jahren. Die einflussreichsten davon aus den letzten 100 Jahren. Wo sind wir in noch einmal 100 Jahren? 1.000? 100.000?

Und es geht nicht nur um Neugierde. Es geht auch um das Zusammensein mit anderen Menschen. Warum sollen sich Wege für immer trennen, nur weil eine biologische Uhr abgelaufen ist?

Um nicht sterben zu wollen, muss man den Tod nicht fürchten. Es genügt, wenn man sein Leben mag.

Was, wenn du in hohem Alter an einem Punkt angelangt bist, an dem du den Tod als “an der Zeit” ansiehst?

Dann kann ich mich immer noch umbringen.

Allerdings sind die Alterungsprozesse, die uns dazu bewegen, den Tod für als “an der Zeit” zu akzeptieren, Teil des Problems. Ein objektives “an der Zeit” gibt es nicht. Subjektiv würde ich nicht wollen, dass ich mich so entwickle, dass ich es für an der Zeit halte, meinen Bewusstseinsstrom unwiderruflich zu beenden — vor allem dann nicht, wenn wahrscheinlich ist, dass das, was mich zu der Entscheidung geführt hat, der langsame aber stetige Abbau meiner geistigen Fähigkeiten war. Statt mehr lernen zu können, je älter wir werden, nehmen unsere kognitiven und körperlichen Fähigkeiten immer weiter ab.

Du möchtest nicht eines Tages an den Punkt kommen, den Tod zu akzeptieren? Wieso sollte das, was du dann meinst, weniger Wert haben, als das, was du jetzt meinst?

Du möchtest nicht eines Tages an den Punkt kommen, den Mord an Kindern zu genießen? Wieso sollte das, was du dann meinst, weniger Wert haben, als das, was du jetzt meinst?

Ich werde mehr erlebt haben, mehr wissen und das, was ich dann glaube, wird im Allgemeinen näher an der Wahrheit liegen als das, was ich jetzt glaube. Ich will und werde mich verändern. Dennoch gibt es Richtungen, in die ich mich aus jetziger Sicht nicht verändern möchte.

Führt Lebensverlängerung nicht zu furchtbarer Überbevölkerung?

Nein. Entweder Kinder bekommen oder selbst länger leben.

Ist der Tod denn nicht zu irgendwas gut?

Als Art wären wir ohne den Tod nicht da, wo wir heute sind, keine Frage. Ohne Tod keine Evolution. Dass der Tod nötig war, um hierher zu kommen, heißt nicht, dass wir uns nicht überlegen können, ob es ohne geht. Es würde zur weiteren Evolution des menschlichen Immunsystems mehr beitragen, auf die Behandlung von Krankheiten zu verzichten. Wenn wir all diejenigen sterben lassen, die an einer Lungenentzündung leiden, brauchen wir in 10.000 Jahren deutlich weniger Grippemedikamente.

Pragmatisch betrachtet: An welcher Stelle erklären wir das Ziel der Medizin erreicht und forschen nicht weiter? Wenn alle Krankheiten heilbar, alle Leiden behandelbar sind? Projekte wie SENS, die das Altern bekämpfen wollen, wird es auch dann noch geben. Bleiben die erfolglos, so ist die Diskussion hinfällig. Bleiben die nicht erfolglos, so wird sich die Diskussion um die Notwendigkeit des Todes von selbst regeln: Diejenigen, die an die Notwendigkeit des Todes glauben, werden sich früher oder später aus der Diskussionsrunde rausselektieren.

Und es wurde Licht.

Es braucht etwa 100 Zeilen Python-Code, um die Geschichte aller möglichen berechenbaren Universen zu berechnen. 100 Zeilen, um alles zu berechnen, was je berechnet werden kann. Die Physik unseres Universums ist möglicherweise berechenbar.

PYTHON:
  1. I, L, R, S = 0, 1, 2, 3
  2. ENCODING = [
  3. #   ("111110", ","),
  4.     ("11110" , "S"),
  5.     ("1110"  , "L"),
  6.     ("110"   , "R"),
  7.     ("10"    , "1"),
  8. #   ("0"     , "0"),
  9. ]
  10.  
  11. def to_binary(n):
  12.     return n == 0 and "0" or to_binary(n>>1).lstrip("0") + str(n&1)
  13.  
  14. def to_decimal(x):
  15.     return sum([(int(n) and 2**pos or 0) for (pos, n) in enumerate(x[::-1])])
  16.  
  17.  
  18. class HashableIntegerList(list):
  19.    
  20.     def __init__(self, sequence):
  21.         list.__init__(self, [int(b) for b in sequence])
  22.    
  23.     def __str__(self):
  24.         return "".join([str(n) for n in self])
  25.    
  26.     def __hash__(self):
  27.         return self.__str__().__hash__()
  28.  
  29.  
  30. class TuringMachine:
  31.    
  32.     def __init__(self, rules, tape):
  33.         self.tape    = HashableIntegerList(tape)
  34.         self.state   = HashableIntegerList("0")
  35.         self.rules   = rules
  36.         self.stopped = False
  37.         self.invalid = False
  38.         self.pos     = 0
  39.  
  40.     def move(self, direction):
  41.         if direction == S:
  42.             self.stopped = True
  43.         elif direction == L:
  44.             if self.pos == 0:
  45.                 self.tape.insert(0, 0)
  46.             else:
  47.                 self.pos -= 1
  48.         elif direction == R:
  49.             if self.pos == len(self.tape)-1:
  50.                 self.tape.append(0)
  51.             self.pos += 1
  52.  
  53.     def step(self):
  54.         try:
  55.             self.state, self.tape[self.pos], dir = self.rules[(self.state, self.tape[self.pos])]
  56.         except KeyError:
  57.             self.invalid = True
  58.         else:
  59.             self.move(dir)
  60.  
  61.     def run(self):
  62.         while not self.stopped and not self.invalid:
  63.             self.step()
  64.  
  65.  
  66. class UniversalTuringMachine(TuringMachine):
  67.    
  68.     def __init__(self, tape):
  69.         if tape.count("111110") != 1: self.invalid = True; return
  70.         binary_machine_no, data_tape = tape.split("111110")
  71.         rules = self.get_rules(binary_machine_no)
  72.         TuringMachine.__init__(self, rules, data_tape)
  73.    
  74.     def get_rules(self, binary_machine_no):
  75.         binary_rules = "110%s110" % binary_machine_no
  76.         for (k, v) in ENCODING:
  77.             binary_rules = binary_rules.replace(k, v)
  78.         rules = {}
  79.         cur_rule_num = 0
  80.         tape_state = 0
  81.         cur_rule_parts = []
  82.         for bin in binary_rules:
  83.             if bin in "LRS":
  84.                 rule = "".join(cur_rule_parts)
  85.                 if rule == "":  rule = "00"
  86.                 if rule == "1": rule = "01"
  87.                 int_state = HashableIntegerList(to_binary(cur_rule_num))
  88.                 rules[(int_state, tape_state)] = (HashableIntegerList(rule[:-1]), int(rule[-1:]), eval(bin))
  89.                 cur_rule_parts = []
  90.                 if   tape_state == 0: tape_state = 1
  91.                 elif tape_state == 1: tape_state = 0; cur_rule_num += 1
  92.             else:
  93.                 cur_rule_parts.append(bin)
  94.         return rules
  95.  
  96.  
  97. def universal_dovetailer():
  98.     machines = []
  99.     num_steps = 0
  100.     while True:
  101.         for machine in machines:
  102.             if machine.invalid or machine.stopped:
  103.                 machines.remove(machine)
  104.             else:
  105.                 machine.step()
  106.         new_machine = UniversalTuringMachine(to_binary(num_steps) + "1")
  107.         machines.append(new_machine)
  108.         num_steps += 1
  109.  
  110.  
  111. if __name__ == "__main__":
  112.     universal_dovetailer()

Was, wenn sich erweist, dass die am besten mit der Realität übereinstimmenden physikalischen Theorien die sind, die berechenbar sind? Wir können simulieren, wie Billardkugeln zusammenstoßen und welche sich wohin bewegt. Ein simulierter Zusammenstoß ist kein echter Zusammenstoß. Für uns. Für ein simuliertes Wesen? Führt die Simulation eines bewussten physikalischen Systems zu Bewusstsein?

Die Individualität einer Person ist vom Muster des Zusammenspiels der Materie abhängig, nicht von der Materie selbst. Die Atome jeder Zelle werden nach der Geburt eines Menschen viele Male ausgetauscht. Quantenphysikalisch gesehen sind zwei Teilchen einer Art sowieso nicht nur nicht unterscheidbar, sondern identisch. Wenn alle Protonen eines Körpers durch "andere" Protonen ersetzt werden, so hat das den Zustand nicht verändert. Teilchen haben keine Identität.

Wenn die Physik unseres Universums berechenbar ist oder es keinen subjektiven Unterschied zwischen Bewusstsein und der Simulation von Bewusstsein gibt, so resultiert die Ausführung eines solchen Programms (ein "Universal Dovetailer") in allen bewussten Erfahrungen, die je ein Wesen haben kann. Unabhängig davon, wie man "Wesen" oder "bewusste Erfahrung" definiert.

Aber: Ist die Erfahrung von Bewusstsein auch unabhängig davon, ob bei der Ausführung des Programms, die — wie die Ausführung jedes Programms — in diskreten Schritten abläuft, ein Rechenschritt pro Nanosekunde oder ein Rechenschritt pro Jahr ausgeführt wird? Auch dann, wenn während des Jahres der Computer, auf dem das Programm ausgeführt wird, ausgetauscht und nach Tokio verfrachtet wird? Auch dann, wenn das Ergebnis des Rechenschritts ein Jahr später nicht direkt berechnet wird, sondern bei der Berechnung aller Permutationen der Sequenz von 0en und 1en auftaucht, die die Länge des erwarteten Rechenergebnisses hat?

Stathis Papaiaonnou schreibt an die Singularity-Mailingliste:

If you look at it the right way, anything could be a computation. This has been given by John Searle as a reductio ad absurdum against computationalism, and explored by several other authors (eg. Hilary Putnam, David Chalmers, Greg Egan). The usual counterargument is that in order to map a computation onto an arbitrary physical process, the mapping function must contain the computation already, but this is only significant for an external observer. The inhabitants of a virtual environment will not suddenly cease being conscious if all the manuals showing how an external observer might interpret what is going on in the computation are lost; it matters only that there is some such possible interpretation. Moreover, it is possible to map many computations to the one physical process. In the limiting case, a single state, perhaps the null state, can be mapped onto all computations.

Welche Art von Kontinuität ist für bewusste Erfahrungen nötig?

Denkwürdiges VI

"Often I have witnessed people encountering new information, apparently accepting it, and then carefully explaining why they are going to do exactly the same thing they planned to do previously, but with a different justification. The point of thinking is to shape our plans; if you're going to keep the same plans, why bother?" — Eliezer Yudkowsky

Denkwürdiges V

"And people really grow up thinking things work this way: evil people intentionally do evil things. But this just doesn't happen. Nobody thinks they're doing evil -- maybe because it's just impossible to be intentionally evil, maybe because it's easier and more effective to convince yourself you're good -- but every major villain had some justification to explain why what they were doing was good. Everybody thinks they're good." -- Aaron Swartz

Zen und die Kunst, Wissenschaft zu betreiben

Es geht um den Sinn des Lebens, verspricht die Rückseite des Buches. Um eine Motorradreise durch Amerika, schreibt ein Rezensent. Um die Geschichte der Philosophie, meint ein anderer. Die Selbstfindung des Protagonisten. Die Selbstfindung des Lesers. Die Entwicklung unserer Gesellschaft. Ich habe "Zen und die Kunst, ein Motorrad zu warten" gelesen -- und für mich ging es um Wissenschaft. Weiterlesen »

Was wirklich zählt — Sinn und Singularität

Was fange ich an mit meinem Leben? Zunächst wird die Schulzeit abgesessen, logo. Noch stehen alle Möglichkeiten offen. Ein Studium kann auch nicht schaden, danach sehen wir weiter. Das Leben kann kostspielig sein, vielleicht wäre eine Arbeitsstelle angebracht -- also beworben und: genommen. Zwar nicht der Traumjob, aber ist ja nicht für immer. Ein paar Jahre Arbeitsalltag, ein neues Auto, vielleicht ein eigenes Haus. Traumfrau. Kinder. Rente. Ende. Oha, das war's schon? Weiterlesen »

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