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	<title>AI Playground &#187; Singularität</title>
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	<description>Thoughts on artificial intelligence, cognitive science, academia, and life in general.</description>
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		<title>Convergence of Arbitrary Goals to Reproduction</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Oct 2007 20:26:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[Künstliche Intelligenz]]></category>
		<category><![CDATA[Singularität]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[You probably heard of the idea that, at some point in time, we might create systems that solve certain tasks and that get better at these tasks by recursively modifying their code. Here is some scary reasoning: A system cannot predict (=understand) a system of greater algorithmic complexity. Therefore, the only way for a system [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="centerimage"><a href='http://www.aiplayground.org/wp-content/uploads/2007/10/bird_zuerich_2.jpg' title='Bird in Z&#252;rich'><img src='http://www.aiplayground.org/wp-content/uploads/2007/10/bird_zuerich_blog.jpg' alt='Bird in Z&#252;rich' /></a></p>
<p>You probably heard of the idea that, at some point in time, we might create systems that solve certain tasks and that get better at these tasks by recursively modifying their code. Here is some <a href="http://www.mail-archive.com/agi@v2.listbox.com/msg07421.html">scary reasoning</a>:</p>
<ol>
<li>A system cannot predict (=understand) a system of greater algorithmic complexity.</li>
<li>Therefore, the only way for a system to improve in a way that increases its algorithmic complexity is trial and error, thereby keeping the best results &#8212; i.e. evolution.</li>
<li>The only goal that is stable under evolution is rapid reproduction.</li>
<li>Therefore, the only stable goal for recursively self-improving systems is rapid reproduction.</li>
</ol>
<p>I really hope that someone will point out the flaw in this line of thought or show me the reason why it does not apply to our world and to any self-modifying systems we might create.</p>
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		<title>Utopia</title>
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		<pubDate>Wed, 12 Sep 2007 22:13:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Künstliche Intelligenz]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Rationalität]]></category>
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		<description><![CDATA[Hier und jetzt ist der Anfang von allem, was nach uns kommt. Vielleicht werden Sonnensysteme und Galaxien einst unsere Heimat, vielleicht werden Milliarden Leben zu Trillionen, Quadrillionen oder zu einer &#228;hnlich unvorstellbaren Zahl, so viel gr&#246;&#223;er und bedeutender als alles, was jetzt ist, doch es geht nicht ohne uns. Unsere Generation hat sich Fragen und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hier und jetzt ist der Anfang von allem, was nach uns kommt. Vielleicht werden Sonnensysteme und Galaxien einst unsere Heimat, vielleicht werden Milliarden Leben zu Trillionen, Quadrillionen oder zu einer &#228;hnlich unvorstellbaren Zahl, so viel gr&#246;&#223;er und bedeutender als alles, was jetzt ist, doch es geht nicht ohne uns. Unsere Generation hat sich Fragen und Entscheidungen zu stellen, f&#252;r die es keine zweite Chance gibt. (Eine davon: Wie &#252;berleben wir die n&#228;chsten 30 Jahre, wenn fortgeschrittene Bio-, Nano- und Informationstechnologien Einzelpersonen und kleinen Gruppen enormen Einfluss geben?)</p>
<p>Wir Menschen unterscheiden uns nicht gro&#223;artig in unseren W&#252;nschen. Wir wollen Gl&#252;ck, Freude, Freiheit, Unabh&#228;ngigkeit, Sicherheit, Wissen, Kreativit&#228;t, Individualit&#228;t, Sexualit&#228;t, Freundschaft und Liebe (nun ja, <a href="http://www.eurekalert.org/pub_releases/2007-08/s-mcr082807.php">M&#228;nner zumindest</a>). Wir sch&#228;tzen unser Leben, das unserer Freunde, unserer Familie und das unserer sechs Milliarden Mitmenschen. Trotzdem ziehen wir in verschiedene Richtungen, konkurrieren, intrigieren und machen generell den Eindruck, als ob wir es darauf anlegen, paradox zu handeln.</p>
<p>Wenn wir verstehen, welches Ausma&#223; die Zukunft hat, die auf dem Spiel steht, und wenn wir uns im Gro&#223;en und Ganzen einig sind, was uns jetzt und f&#252;r diese Zukunft wichtig ist, warum funktioniert es dann nicht besser<sup>TM</sup>?</p>
<p class="centerimage"><a href='http://www.aiplayground.org/wp-content/uploads/2007/09/lugano_mountains.jpg' title='Lugano'><img src='http://www.aiplayground.org/wp-content/uploads/2007/09/lugano_mountains_blog.jpg' alt='Lugano' /></a></p>
<p><em>Warum leben wir nicht l&#228;ngst in Utopia, wenigstens asymptotisch?</em></p>
<p><em>Die Erkl&#228;rung, die ich nicht glaube:</em> Es geht nicht besser. W&#252;rde man jeden Menschen fragen, wie sehr diese Welt seinen Vorstellungen entspricht, und so zu einem Gesamtbild kommen, so g&#228;be es nichts, was dieses Bild dauerhaft besser machen k&#246;nnte. F&#252;r diese Erkl&#228;rung spricht die Anpassungsf&#228;higkeit unseres Gehirns, die daran schuld ist, dass die meisten &#196;nderungen unsere Gesamtzufriedenheit nicht <em>dauerhaft</em> verbessern. Gl&#252;ck ist die erste Ableitung positiver Ver&#228;nderung. Aber, erstens: Lasst uns die <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Uses_of_torture_in_recent_times">offensichtlichen Unmenschlichkeiten</a> dieser Welt beheben, dann k&#246;nnen wir noch einmal dar&#252;ber reden, ob es nicht besser geht. Zweitens: Manche Leute scheinen immer ein bisschen gl&#252;cklicher zu sein als andere. Gene und Umwelteinfl&#252;sse legen die Biochemie unseres Gehirns fest und wir sind dabei, beides zu verstehen.</p>
<p><em>Die Erkl&#228;rung, die ich gerne glauben w&#252;rde:</em> Die Probleme unserer Welt sind komplex. Wir sind auf dem Weg zu L&#246;sungen, aber die erfordern ein gewisses Mindestma&#223; an Zeit und Technologie. Es w&#228;re falsch, sich an neue Technologien zu klammern, weil diese beinahe immer zu polaren Zwecken eingesetzt werden k&#246;nnen, aber ein Blick auf die Geschichte macht klar, <em>dass</em> neue Technologien Einfluss haben. Die Kombination aus omnipr&#228;sentem mobilem Web f&#252;r die Massen und Suchmaschinen, die nat&#252;rliche Sprache verstehen, k&#246;nnte die Wissensverteilung weiter demokratisieren. <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Prediction_market">Prognosem&#228;rkte</a> (die von Google, Microsoft, HP und Intel bereits intern eingesetzt werden) k&#246;nnten Teile der Politik rationaler gestalten, der Anfang der <em>vollst&#228;ndigen</em> <a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/technology/6287126.stm">Aufzeichnung der Menschheitsgeschichte</a> alle kollektiven Entscheidungen.</p>
<p><em>Die Erkl&#228;rung, die immer nur andere betrifft:</em> Das sind alles egoistische Nichtsnutze, denen die Menschheit egal ist, so lange sie Familie, Job und ein halbwegs interessantes Leben haben. Unterst&#252;tzt werden sie in ihrer Haltung von Wissenschaft und Wirtschaft, die Gedanken &#252;ber den Lauf der Welt zugunsten kurzfristiger und handfester Resultate bestrafen. Andererseits werden gesellschaftliche Fragen gerne mal eben beim Mittagessen gel&#246;st (wenn gerade keine Fu&#223;ball-WM stattfindet) und mit zufriedenem &#8220;Tja, so m&#252;sste man&#8217;s machen&#8221; abgehakt. Zu Handlungen kommt es nat&#252;rlich nicht, denn daf&#252;r br&#228;uchte man L&#246;sungen, die tats&#228;chlich funktionieren, m&#252;sste herausfinden, wie man als einzelner zur Umsetzung beitragen kann, und m&#252;sste die L&#246;sungen finden, von denen man selbst profitiert. Wozu die Menschheit retten, wenn es nicht entweder Geld, Sex oder Status bringt oder sowieso auf dem Weg zur Rettung des eigenen Lebens liegt?</p>
<p><em>Die Erkl&#228;rung, die mich (und dich!) betrifft:</em> Wir arbeiten auf Teilziele hin, die nicht direkt dem entsprechen, was wir <em>wirklich</em> wollen. Weil das fast jeder tut, weil verschiedene Teilziele oft gegens&#228;tzliche Aktionen erfordern und weil die Ziele selbst dann oft nicht erreicht werden, heben sich unsere Bem&#252;hungen mehr oder weniger auf. Unser Tun f&#252;hrt so zwar zu neuen Methoden und zu neuen Erkenntnissen &#252;ber unsere Welt, die  indirekt zur Realisierung unserer W&#252;nsche beitragen <em>k&#246;nnen</em>, ist aber ineffektiv und potentiell sch&#228;dlich. In dem Moment, in dem wir uns einer Ideologie verschreiben, weil wir glauben, dass die Durchsetzung von deren Axiomen den Menschen das geben wird, was sie wirklich wollen, arbeiten wir an der Verbreitung der Ideologie und nicht mehr an den eigentlichen Problemen.</p>
<p class="centerimage"><a href='http://www.aiplayground.org/wp-content/uploads/2007/09/chess.jpg' title='Chess'><img src='http://www.aiplayground.org/wp-content/uploads/2007/09/chess_blog.jpg' alt='Chess' /></a></p>
<p>Gl&#252;cklicherweise ist die L&#246;sung einfach: Wir w&#228;hlen in jedem Moment die Handlung, die f&#252;r sich genommen am ehesten unseren Werten entspricht, anstatt uns auf eine Ideologie oder auf ein langfristiges Ziel festzulegen und darauf hinzuarbeiten.</p>
<p>Dummerweise funktioniert sie nicht in jedem Fall, insbesondere dann nicht, wenn wir <a href="http://www.nickbostrom.com/existential/risks.html">existentielle Risiken</a> &#8212; Katastrophen, die das Ende der Menschheit bedeuten k&#246;nnen &#8212; in Betracht ziehen und uns der Fortbestand der Menschheit doch ein bisschen k&#252;mmert.</p>
<p>KI in zwei S&#228;tzen: Die Annahme, dass wir in absehbarer Zeit auf einen relativ allgemeinen Mustererkennungsalgorithmus sto&#223;en, der mit gen&#252;gend Rechenpower die Mustererkennungs- und Vorhersagef&#228;higkeiten des menschlichen Gehirns &#252;bertrifft, ist (f&#252;r diese Art von Annahmen) weit verbreitet. Deutlich kontroverser ist die Idee, dass Algorithmen praktisch m&#246;glich sein k&#246;nnten, die Ver&#228;nderungen an sich selbst vornehmen, um so gro&#223;e Klassen von formalisierbaren Probleme bestm&#246;glich zu l&#246;sen &#8212; unabh&#228;ngig davon, wie anspruchsvoll diese Probleme sind, d.h. wie viel Intelligenz zu deren L&#246;sung n&#246;tig ist.</p>
<p>Die formale Analyse der Approximierbarkeit theoretischer Modelle von Superintelligenz in unserer physikalischen Welt ben&#246;tigt unsere Aufmerksamkeit, wenn wir wissen wollen, wo auf unserer Liste existentieller <a href="http://www.singinst.org/upload/artificial-intelligence-risk.pdf">Risiken und Chancen</a> maschinelles Lernen steht. Forschung auf dem Gebiet ist ein langfristiges Vorhaben, eines, das jahrelanges Lernen voraussetzt und das mit signifikanter Wahrscheinlichkeit fehlschl&#228;gt. Das &#228;ndert nichts daran, dass solche Forschung <em>wirklich</em>, <em>wirklich</em> wichtig ist.</p>
<p>Letzte Woche, bei Pasta und Pizza, hat J&#252;rgen die Frage in die Runde geworfen, wie gro&#223; denn der Anteil unserer Zeit sei, den wir f&#252;r das Jetzt leben, und wie gro&#223; der, den wir f&#252;r die Zukunft leben. Zun&#228;chst allgemeine &#220;bereinkunft, dass man seine Zeit wohl kaum so klar kategorisieren k&#246;nne. Dann, von dem, dessen theoretische Grundlagenforschung auch in 100 Jahren noch relevant sein wird (mehr als jetzt): <em>I don&#8217;t care about the future.</em></p>
<p><em>I do</em>. Aber vielleicht macht das keinen Unterschied.</p>
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		<title>Der Raum des M&#246;glichen</title>
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		<pubDate>Mon, 25 Jun 2007 02:59:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Cognitive Science]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich bin Determinist und jede Sekunde entscheide ich mich zwischen unz&#228;hligen Handlungen. Mit der Einsicht, dass Lazy Reason nicht alltagstauglich ist, bleibt nur nicht fassbare Freiheit. The infinite possibilities each day holds should stagger the mind. The sheer number of experiences I could have is uncountable, breathtaking. And I’m sitting here refreshing my inbox. We [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin Determinist und jede Sekunde entscheide ich mich zwischen unz&#228;hligen Handlungen. Mit der Einsicht, dass <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Lazy_Reason">Lazy Reason</a> nicht alltagstauglich ist, bleibt nur nicht fassbare Freiheit.</p>
<blockquote><p>
The infinite possibilities each day holds should stagger the mind. The sheer number of experiences I could have is uncountable, breathtaking. And I’m sitting here refreshing my inbox. We live trapped in loops. reliving a few days over and over, and we envision only a handful of paths laid out ahead of us. We see the same things each day, we respond the same way, we think the same thoughts, each day a slight variation on the last, every moment smoothly following the gentle curves of societal norms. We act like if we just get through today, tomororrow our dreams will come back to us. &#8212; <a href="http://xkcd.com/c137.html">xkcd</a>
</p></blockquote>
<p>In einer Welt, die ohne vorgegebenen Sinn einfach existiert, erfinden wir uns und das, was wir als sinnvoll ansehen, auf dem Weg in die Zukunft. Jegliche Gr&#252;nde, Ziele und Zwecke jenseits der biologischen erschaffen wir selbst. Aus &#8220;Wie soll ich handeln?&#8221; wird &#8220;Wer will ich sein?&#8221; und &#8220;In welcher Welt will ich leben?&#8221;.</p>
<p>Mit jeder Handlung machen wir aus dem aktuellen Zustand unserer Welt einen anderen. Der Raum aller m&#246;glichen Zust&#228;nde ist die Menge der Zust&#228;nde, die keine physikalischen Gesetze verletzen. Denkbar ist eine astronomische Zahl, w&#252;nschenswert sind die wenigsten davon. Die Menge der Zust&#228;nde, die bewusstes Leben enthalten, macht nur eine winzige Ecke im Raum aller m&#246;glichen Zust&#228;nde aus. Unsere Welt ist ein Punkt irgendwo in dieser Ecke.</p>
<p class="centerimage"><img src='http://www.aiplayground.org/wp-content/uploads/2007/06/space_current.gif' alt='Unsere Position im Raum aller m&#246;glichen Zust&#228;nde' /></p>
<p>Manche Zust&#228;nde unterscheiden sich st&#228;rker voneinander als andere. Der Zustand der Welt, in der die Tasse Tee neben mir zwei Zentimeter weiter links steht, liegt n&#228;her am aktuellen als der, in dem sich die Tasse in einen feuerspeienden Drachen verwandelt hat. Ein m&#246;gliches Ma&#223; f&#252;r den Abstand von zwei Zust&#228;nden w&#228;re eine Art Informationsdistanz: Die L&#228;nge oder Laufzeit des k&#252;rzesten Algorithmus, der aus einer vollst&#228;ndigen Beschreibung von Zustand A die entsprechende Beschreibung von Zustand B berechnet. </p>
<p>Indem ich mich f&#252;r eine Handlung entscheide, w&#228;hle ich einen unserer Nachbarn im im Raum aller m&#246;glichen Zust&#228;nde. Wie sieht die Teilmenge der Zust&#228;nde aus, die vom jetzigen Zustand der Welt aus durch mein Handeln oder Nicht-Handeln erreicht werden k&#246;nnen? Das bestimmt, welchen Einfluss ich mit meinen Entscheidungen als einzelner auf die Welt habe.</p>
<p class="centerimage"><img src='http://www.aiplayground.org/wp-content/uploads/2007/06/actions2.gif' alt='Erreichbare Zust&#228;nde' /></p>
<p>Die Frage, was festlegt, welche Zust&#228;nde ich erreichen kann und welche nicht, f&#252;hrt unmittelbar zu der Frage danach, was unsere Position im Raum aller m&#246;glichen Zust&#228;nde bis jetzt am st&#228;rksten ver&#228;ndert hat. Die Antwort definiert, was Optimierungsprozesse sind: Systeme, die den Zustand unserer Welt auf einen kleinen Zielraum mit bestimmten Eigenschaften hin bewegen.</p>
<ul>
<li>Evolution ist ein Optimierungsprozess, der Replikatoren &#8212; Bakterien, Tiere, Menschen und die Gene dahinter &#8212; durch Mutation, Rekombination und Selektion auf effektivere Vermehrung hin optimiert.</li>
<li>Ein Schachcomputer ist ein Optimierungsprozess, der aus der Vielzahl m&#246;glicher Kombinationen von Schachz&#252;gen die ausw&#228;hlt, die die Position der Figuren auf einem Schachbrett so ver&#228;ndern, dass sich die Welt in einen Zielraum mit der Eigenschaft &#8220;Der Schachcomputer gewinnt.&#8221; bewegt.</li>
<li>Menschliche Intelligenz ist ein m&#228;chtiger Optimierungsprozess, der f&#252;r verschiedenste Ziele eingesetzt werden kann. Rationalit&#228;t erreicht klar definierte Ziele, nonlineares Handeln die unbewussten.</li>
</ul>
<p><a href="http://www.aiplayground.org/artikel/coxi/">Cognitive Science</a> ist die Lehre von den Optimierungsprozessen. In Psychologie und Neurobiologie wird der effektivste bekannte Optimierungsprozess, das menschliche Gehirn, analysiert, in Mathe, Informatik, Statistik und Logik werden die methodische Grundlagen f&#252;r den Bau von k&#252;nstlichen Optimierungsprozessen unterrichtet.</p>
<p>Optimierung ist ein Vorhersageproblem. Jeder Maschine steht eine festgelegte Menge an Aktionen zur Verf&#252;gung. Um ein Ziel zu erreichen, muss die Maschine vorhersagen, welche Kombination aus Aktionen die Welt dem Zielzustand am n&#228;chsten bringt. Dass wir Menschen die Auswirkungen unserer Handlungen vorhersagen k&#246;nnen, zeigt, dass Quanten- und Chaoseffekte bei Vorhersagen umgangen werden k&#246;nnen, wenn man Abstriche bei der Genauigkeit der Prognosen macht.</p>
<p>Intelligenz ist die F&#228;higkeit, akkurate Vorhersagen zu treffen um Aktionsfolgen zu finden, die unsere Zukunft auf kleine, weit entfernte Regionen im Raum des M&#246;glichen hinsteuern. Die Frage, ob k&#252;nstliche Intelligenz m&#246;glich ist, lautet eigentlich: &#8220;Wie weit werden wir uns  &#252;bertreffen? Wo liegen die Grenzen der Berechenbarkeit?&#8221;</p>
<p>Weil die Grenzen, denen wir unterliegen, universell sind, sehen wir sie nicht. Algorithmen, die Information optimal extrahieren, unterliegen keinen <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_cognitive_biases">kognitiven Fehlern</a>. Die unvoreingenommene Instrumentalisierung aller verf&#252;gbaren Mittel stellt einen enormen Machtzuwachs dar; als Menschen schaffen wir es oft nicht, funktionaler Fixiertheit zu entrinnen, sobald wir einmal gelernt haben, wozu etwas gut ist.</p>
<p>Im n&#228;chsten und letzten Schritt, der genauso unvermeidbar und unintuitiv ist wie die davor, schreiben wir Optimierungsprozesse, die den Teil ihrer selbst restrukturieren, der f&#252;r das Optimieren zust&#228;ndig ist. Algorithmen, die vorhersagen, welche Ver&#228;nderungen es braucht, um bessere Vorhersagen zu treffen. Prozesse, die Welt auf Zielregionen hin bewegen, von denen wir nicht gedacht h&#228;tten, dass sie in unserer unmittelbaren Nachbarschaft liegen.</p>
<p class="centerimage"><img src='http://www.aiplayground.org/wp-content/uploads/2007/06/unknown.gif' alt='Wohin' /></p>
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		<title>Beschleunigte Zeiten</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Mar 2007 15:06:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[Künstliche Intelligenz]]></category>
		<category><![CDATA[Singularität]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir wissen wenig &#252;ber unsere Welt, und das, was wir wissen, ist so seltsam, dass wir es meistens ignorieren. Es gibt keine objektive Zeit; f&#252;r manche Beobachter geschieht A vor B, f&#252;r andere B vor A. Wir k&#246;nnen nicht feststellen, ob wir in einer Simulation leben. Wir wissen nicht, ob bewusste Beobachter sterben k&#246;nnen, und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir wissen wenig &#252;ber unsere Welt, und das, was wir wissen, ist so seltsam, dass wir es meistens ignorieren. Es gibt keine objektive <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Relativit%C3%A4tstheorie">Zeit</a>; f&#252;r manche Beobachter geschieht A vor B, f&#252;r andere B vor A. Wir k&#246;nnen nicht feststellen, ob wir in einer <a href="http://www.simulation-argument.com/">Simulation</a> leben. Wir wissen nicht, ob bewusste Beobachter <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Quantum_immortality">sterben</a> k&#246;nnen, und welche Rolle sie in der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Quantenmechanik">Physik</a> &#252;berhaupt spielen. Wir k&#246;nnen nur raten, warum in diesem Universum au&#223;er uns <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Fermi_paradox">niemand</a> zu sehen ist.</p>
<p>Wir wissen wenig &#252;ber die Zukunft unserer Welt, und das, was uns die Vergangenheit verr&#228;t, ist so <a href="http://www.youtube.com/watch?v=ljbI-363A2Q">schwindelerregend</a>, dass wir lieber Konstanz prognostizieren. Ich bin 21 Jahre alt — als ich geboren wurde, gab es <em>kein World Wide Web</em>. Den Gro&#223;teil meiner Schulzeit &#252;ber gab es <a href="http://en.wikipedia.org">dieses eine Projekt</a> nicht, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, jedem Menschen kostenlosen Zugang zum Wissen der Menschheit zu bieten. Als der Vater meiner Freundin geboren wurde, hatte Alan Turing noch nicht beschrieben, was Algorithmen sind. Vor nicht einmal einem Menschenleben gab es <em>keine Computer</em>. Ein halbes Menschenleben weiter und es gab keine Elektrizit&#228;tsversorgung. Zwei Menschenleben zuvor keine Dampfmaschinen. Drei Menschenleben weiter und wir sind im Mittelalter.</p>
<p>Eine Generation vor uns brauchte es tagelanges Recherchieren in Bibliotheken, um herauszufinden, ob die Menschheit die Antwort auf eine Frage hat. Heute gen&#252;gen 10 Sekunden, um die Antwort auf fast jede Frage zu finden, die die Menschheit je beantwortet hat. Ein oder zwei Generationen nach uns gen&#252;gen 10 Sekunden, um die Antwort auf fast jede Frage zu finden, die je beantwortet werden kann.</p>
<p>Wir ver&#228;ndern alles und merken es nicht. Blind vorw&#228;rts <a href="http://www.singinst.org/ourresearch/publications/artificial-intelligence-risk.pdf">ging lange gut</a>.</p>
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		<title>Abre los ojos</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Mar 2007 04:48:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Singularität]]></category>
		<category><![CDATA[Transhumanismus]]></category>
		<category><![CDATA[Unterhaltung]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Film Abre los ojos (Open your eyes) ist sehenswert. Zwischen Psychothriller, Liebesfilm und Science Fiction liegend, erz&#228;hlt er die Geschichte von César, der die Liebe seines Lebens findet und kurz darauf in einen Unfall verwickelt wird, der sein Gesicht v&#246;llig entstellt. Die &#196;rzte finden eine M&#246;glichkeit, sein Gesicht zu retten. Vielleicht tr&#228;umt er das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="centerimage"><img src='http://www.aiplayground.org/wp-content/uploads/2007/03/abrelosojos2.jpg' alt='Abre los Ojos' /></p>
<p>Der Film <a href="http://www.imdb.com/title/tt0125659/">Abre los ojos</a> (Open your eyes) ist sehenswert. Zwischen Psychothriller, Liebesfilm und Science Fiction liegend, erz&#228;hlt er die Geschichte von César, der die Liebe seines Lebens findet und kurz darauf in einen Unfall verwickelt wird, der sein Gesicht v&#246;llig entstellt. Die &#196;rzte finden eine M&#246;glichkeit, sein Gesicht zu retten. Vielleicht tr&#228;umt er das auch nur. César lebt zwischen Traum, Wirklichkeit und Wahnsinn und wei&#223; bald nicht mehr, was er glauben kann. Mehr als das sollte man nicht wissen, bevor man sich den Film ansieht. <em>Abre los ojos</em> ist kein schneller Film. Leicht transhumanistisch, besonders zum Ende hin.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Optimale Vorhersagen</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Mar 2007 02:05:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Informatik]]></category>
		<category><![CDATA[Künstliche Intelligenz]]></category>
		<category><![CDATA[Singularität]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn es allgemeine Methoden gibt, um ausgehend von vergangenen Ereignissen Vorhersagen zu treffen, und wenn man Vorhersagemethoden nach ihrem Erfolg bewerten kann, so gibt es eine Methode f&#252;r Vorhersagen, die besser ist als jede andere. Das Ergebnis von Vorhersagen nach dieser Methode stimmt im Durchschnitt besser mit der Realit&#228;t &#252;berein als das jeder anderen Methode [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn es allgemeine Methoden gibt, um ausgehend von vergangenen Ereignissen Vorhersagen zu treffen, und wenn man Vorhersagemethoden nach ihrem Erfolg bewerten kann, so gibt es eine Methode f&#252;r Vorhersagen, die besser ist als jede andere. Das Ergebnis von Vorhersagen nach dieser Methode stimmt im Durchschnitt besser mit der Realit&#228;t &#252;berein als das jeder anderen Methode &#8212; egal, ob Naturkatastrophen, Bev&#246;lkerungszahlen oder Aktienwerte vorhergesagt werden.</p>
<p><a href="http://www.vetta.org/documents/disSol.pdf">Solomonoffs Theorie der universellen Induktion</a> ist diese Methode. Man k&#246;nnte das Problem der optimalen Vorhersage damit als gel&#246;st betrachten &#8212; w&#228;re Solomonoffs Theorie nur berechenbar. Ein Algorithmus, der unter beschr&#228;nkten Ressourcen &#8212; wozu auch die algorithmische Komplexit&#228;t z&#228;hlen kann &#8212; Vorhersagen trifft, die <a href="http://www.idsia.ch/~juergen/goedelmachine.html">beweisbar besser</a> sind als die jedes anderen denkbaren Algorithmus, ist noch nicht gefunden. Das sollte das zentrale Anliegen des Gebietes der k&#252;nstlichen Intelligenz sein.</p>
<p>Induktive Wissenschaften wie die Physik, die Chemie oder die Astronomie machen nichts anderes, als Daten zu sammeln und anhand der Daten elegante Theorien zu finden, mit denen sich die Zukunft m&#246;glichst exakt vorhersagen l&#228;sst. </p>
<p>Es ist sinnvoller, das Problem der Induktion direkt zu l&#246;sen.</p>
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		<title>Rekursive Optimierungsprozesse</title>
		<link>http://www.aiplayground.org/artikel/rsi/</link>
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		<pubDate>Tue, 19 Dec 2006 09:40:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Informatik]]></category>
		<category><![CDATA[Künstliche Intelligenz]]></category>
		<category><![CDATA[Singularität]]></category>

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		<description><![CDATA[Angenommen, das zunehmende Verst&#228;ndnis des Ph&#228;nomens Intelligenz erlaubt es uns, einen Prozess zu erstellen, der eine gewisse Grundintelligenz besitzt und dem Ziele vorgegeben werden k&#246;nnen. Wir geben diesem Prozess die M&#246;glichkeit, seine eigene Leistungsf&#228;higkeit durch Selbstmodifikationen zu verbessern und ein Ziel, das weit jenseits des mit menschlicher Intelligenz Erreichbaren liegt. Und warten. Und dann? Dieser [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Angenommen, das zunehmende Verst&#228;ndnis des Ph&#228;nomens Intelligenz erlaubt es uns, einen Prozess zu erstellen, der eine gewisse Grundintelligenz besitzt und dem Ziele vorgegeben werden k&#246;nnen. Wir geben diesem Prozess die M&#246;glichkeit, seine eigene Leistungsf&#228;higkeit durch Selbstmodifikationen zu verbessern und ein Ziel, das weit jenseits des mit menschlicher Intelligenz Erreichbaren liegt. Und warten. Und dann?<span id="more-31"></span></p>
<p><em>Dieser Text ist keine Einf&#252;hrung zum Thema k&#252;nstliche Intelligenz oder Singularit&#228;t <a id="tn0" href="#fn0">[0]</a>. Ich versuche, die Begriffe &#8220;k&#252;nstliche Intelligenz&#8221; und &#8220;Singularit&#228;t&#8221; zu vermeiden. Beide wurden zu oft f&#252;r Dinge gebraucht, die ich, wenn ich die Begriffe gebrauchen w&#252;rde, nicht damit meinen w&#252;rde.</em></p>
<p><em>Dieser Text ist eine Momentaufnahme. Manches, was ich vor ein oder zwei Jahren gedacht habe, w&#252;rde ich so jetzt nicht mehr unterschreiben. Ich kann nicht ausschlie&#223;en, dass ich in ein paar Jahren dasselbe &#252;ber Gedanken meines heutigen Ichs sagen werde.</em></p>
<h2>Glaube</h2>
<p>Ich glaube an Dinge, die ich nicht oder noch nicht beweisen kann, die aber dennoch gro&#223;en Einfluss auf meine Entscheidungen haben. Wenn mir jemand &#252;berzeugend darlegt, warum eines oder mehrere davon falsch sind, werde ich mein Leben &#228;ndern.</p>
<ol>
<li>Der aktuelle Stand menschlicher Intelligenz ist nicht das Limit von Intelligenz im Allgemeinen <a id="tn1" href="#fn1">[1]</a>.</li>
<li>Intelligente Algorithmen sind m&#246;glich und werden in den n&#228;chsten Jahrzehnten relevant, nicht erst in Jahrhunderten oder Jahrtausenden. <a id="tn2" href="#fn2">[2]</a></li>
<li>Rekursive Selbstverbesserung ist m&#246;glich. <a id="tn3" href="#fn3">[3]</a> (<em>Recursive Self-Improvement, RSI</em>)
<p>    Das hei&#223;t: Es kann Prozesse geben, die die F&#228;higkeit haben, die Effektivit&#228;t ihrer Bestandteile zu verbessern — einschlie&#223;lich  derjenigen Bestandteile, die f&#252;r die Verbesserung zust&#228;ndig sind.</li>
</ol>
<p>Intelligenz ist das m&#228;chtigste Werkzeug, das wir kennen. Intelligenz sorgt daf&#252;r, dass Wolkenkratzer aus dem Boden schie&#223;en, Flugzeuge den Himmel kreuzen und Fu&#223;abdr&#252;cke auf dem Mond erscheinen. Verglichen mit den Ver&#228;nderungen, die ein rekursiver Optimierungsprozess <a id="tn4" href="#fn4">[4]</a> bewirken k&#246;nnte, sind das Spuren im Sand.</p>
<p>Angenommen, das zunehmende Verst&#228;ndnis des Ph&#228;nomens Intelligenz erlaubt es uns, einen Prozess zu erstellen, der eine gewisse Grundintelligenz besitzt und dem Ziele vorgegeben werden k&#246;nnen. Wir geben diesem Prozess die M&#246;glichkeit, seine eigene Leistungsf&#228;higkeit durch Selbstmodifikationen zu verbessern und ein Ziel, das weit jenseits des mit menschlicher Intelligenz Erreichbaren liegt. Und warten.</p>
<p>Im Gegensatz zu unserem Gehirn hat ein solcher Optimierungsprozess vollst&#228;ndigen Zugriff auf seinen Quellcode und eventuell auch auf die zugrunde liegende Hardware und kann — eine gewisse Grundintelligenz vorausgesetzt — daran Verbesserungen vornehmen, die zu h&#246;herer Intelligenz f&#252;hren. Durch h&#246;here Intelligenz kann der Algorithmus das vorgegebene Ziel effektiver erreichen und verbessert gleichzeitig seine F&#228;higkeit, Verbesserungen an seiner Intelligenz vorzunehmen.</p>
<p>Angenommen, die erste Verbesserung nimmt zwei Jahre in Anspruch und f&#252;hrt dazu, dass sich die Intelligenz des Prozesses so weit verbessert, dass weitere Verbesserungen in der H&#228;lfte der Zeit vorgenommen werden k&#246;nnen. Die n&#228;chste Verbesserung nimmt ein Jahr in Anspruch. Die n&#228;chste ein halbes Jahr. Drei Monate, 1,5 Monate, 20 Tage, &#8230; und die Steigerung der Intelligenz beschleunigt sich weiter. Bald &#252;bertrifft die Intelligenz die jedes einzelnen Menschen, bald die <em>aller</em> Menschen. Wenn das Ziel, das dem Prozess vorgegeben wurde, nicht theoretisch unm&#246;glich ist, wird es erreicht werden.</p>
<p>Die Daten (zwei Jahre f&#252;r die erste Verbesserung, dabei Verdoppelung der Effizienz mit jeder Verbesserung) entsprechen in etwa den erwarteten Ergebnissen, wenn der Optimierungsprozess ausschlie&#223;lich an der Verbesserung der Rechengeschwindigkeit seiner Prozessoren arbeiten w&#252;rde, Moore&#8217;s Law weiterhin g&#252;ltig w&#228;re und Rechengeschwindigkeit und Leistungsf&#228;higkeit der Intelligenz proportional zueinander w&#228;ren. Eine rekursive Optimierung der Softwareebene k&#246;nnte zus&#228;tzlich zu Verbesserungen f&#252;hren, indem der Prozess seinen Aufbau so umorganisiert, dass er sich an das theoretische Maximum von &#8220;Intelligenz pro Recheneinheit&#8221; ann&#228;hert.</p>
<p>Es ist wahrscheinlich, dass der Aufwand an Intelligenz f&#252;r weitere Verbesserungen nicht konstant bleibt, sondern zunimmt. Das verlangsamt die Geschwindigkeit der rekursiven Selbstverbesserung. Einen qualitativen Unterschied macht das dann, wenn der Aufwand schneller zunimmt als der Intelligenzgewinn, so dass der Intelligenzgewinn des Prozesses ab einem bestimmten Zeitpunkt f&#252;r alle praktischen &#220;berlegungen als stagniert betrachtet werden kann (das ist dann der Fall, wenn nach einer Verdopplung der Effektivit&#228;t des Prozesses f&#252;r die n&#228;chste Verdopplung <em>mehr</em> als doppelt so viel Zeit n&#246;tig ist als f&#252;r die aktuelle Verdopplung). Ob eine solche Entwicklung wahrscheinlich ist, ist noch offen. Eine exponentielle Steigerung der Leistungsf&#228;higkeit kann zumindest bisher nicht ausgeschlossen werden.</p>
<p>Dass ein solcher Prozess, wenn prinzipiell m&#246;glich, auch in der Praxis umgesetzt wird, ist nahezu sicher. Aktuell besch&#228;ftigt sich mit der praktischen Umsetzung eine Reihe intelligenter Menschen (u.a. Schmidhuber, Hutter, Yudkowsky, Goertzel, Voss, Legg). Und das sind nur die, von denen ich wei&#223;. Eine Einschr&#228;nkung der Forschung ist nicht in Sicht, praktisch nicht umsetzbar und k&#246;nnte selbst ein Verbrechen gegen die Zukunft der Menschheit darstellen.</p>
<p>Ich wei&#223; von keiner anderen m&#246;glichen Entwicklung, die in absehbarer Zukunft so gro&#223;en Einfluss auf die Zukunft der Menschheit und auf meine individuelle Zukunft haben k&#246;nnte, existentielle Risiken ausgenommen.</p>
<h2>Ziele</h2>
<p>Wenn man den letzten Abschnitt als treffende Beschreibung unserer Lage akzeptiert, so folgt daraus, dass zwei Dinge sichergestellt werden m&#252;ssen:</p>
<h3>a) Der Optimierungsprozess muss die Welt so optimieren, dass wir mit dem Ergebnis zufrieden sind (&#8220;Friendly AI&#8221;).</h3>
<p>Dieses Problem ist schwierig. Es erfordert, dass wir die Antwort auf zwei Fragen finden:</p>
<p>Erstens: Wie kann ein Prozess Milliarden von Selbstmodifikationen vornehmen, ohne dass es zu einer Ver&#228;nderung des urspr&#252;nglich beabsichtigten Zieles kommt? <a id="tn5" href="#fn5">[5]</a></p>
<p>Zweitens: Wie soll das Ziel aussehen und wie kann es auf eine Weise ausgedr&#252;ckt werden, die nicht unbeabsichtigte Folgen hat? Wie muss ein Prozess aussehen, so dass er unbeeinflusst von Fehlern in der Weltanschauung der Programmierer am &#8220;richtigen&#8221; Ziel angelangt? Ein Ansatz w&#228;re, den Prozess das umsetzen zu lassen, was wir als Menschheit uns w&#252;nschen w&#252;rden, &#8230;</p>
<blockquote><p>&#8230; if we knew more, thought faster, were more the people we wished we were, had grown up farther together; where the extrapolation converges rather than diverges, where our wishes cohere rather than interfere; extrapolated as we wish that extrapolated, interpreted as we wish that interpreted. <a id="tn6" href="#fn6">[6]</a></p></blockquote>
<p>Selbst wenn das als Zielbeschreibung ad&#228;quat w&#228;re, st&#252;nden wir noch vor der nicht ganz leichten Aufgabe, dieses Ziel maschinenverst&#228;ndlich und unzweideutig zu formulieren.</p>
<p>Es ist um Welten einfacher, irgendeine Art von rekursivem Optimierungsprozess umzusetzen, als einen umzusetzen, der die Menschheit nicht sofort ausl&#246;scht. Kaum jemand hat die Absicht, Schaden zu verursachen. Wenn man mit dem m&#228;chtigsten Werkzeug im bekannten Universum experimentiert, gen&#252;gt das nicht. Jeder uneingeschr&#228;nkte, nicht fehlerhafte rekursive Optimierungsprozess, bei dem nicht explizit auf &#8220;friendliness&#8221; geachtet wurde, hat das Potential, uns alle im Laufe der Verwirklichung des einprogrammierten Zieles umzubringen <a id="tn7" href="#fn7">[7]</a>. Wenn dem Optimierungsprozess das Ziel vorgegeben wird, mehr und mehr Primzahlen zu berechnen, kann es hilfreich sein, uns und den Rest des Universums dazu in Computronium umzuwandeln.</p>
<p>Ein rekursiver Optimierungsprozess ist die gr&#246;&#223;te Gefahr, die ich f&#252;r die Zukunft der Menschheit sehe. Und der Weg in eine Zukunft, die nicht nur besser ist, als wir es uns vorstellen, sondern besser, als wir es uns vorstellen <em>k&#246;nnen</em>. Das Ende von Krankheit und Tod, von unfreiwilligem Leid und Dummheit w&#228;re nur der Anfang.</p>
<p>Wir haben nur einen Versuch.</p>
<h3>b) Wir m&#252;ssen lange genug &#252;berleben, d.h. existentielle Risiken vermeiden.</h3>
<p>Die Wahrscheinlichkeit, dass wir es nicht bis zu dem Punkt schaffen, an dem ein positiver Optimierungsprozess relevant wird, ist meiner Einsch&#228;tzung nach gro&#223;. Die Dinge, die aus heutiger Sicht das gr&#246;&#223;te Potential haben, der Menschheit ihre Zukunft zu rauben:</p>
<ul>
<li>Ein Optimierungsprozess, der die Welt in einer Weise ver&#228;ndert, mit der wir nicht einverstanden sind. (&#8220;Unfriendly AI&#8221;)</li>
<li>Unverantwortlicher Einsatz von Nanotechnologie (Replikatoren)</li>
<li>Biologische Waffen (z.B. k&#252;nstlich erzeugte Viren)</li>
<li>Andere, unwahrscheinlichere Ereignisse (Meteoriteneinschlag, Ausbruch eines Supervulkans, Gamma Ray Bursts, unvorhergesehene katastrophale Folgen physikalischer Experimente)</li>
</ul>
<p>Das sind also die zwei Ziele, die ich f&#252;r wichtiger als alles andere halte <a id="tn8" href="#fn8">[8]</a>: &#8220;Friendly AI&#8221; und die Vermeidung existentieller Risiken. Die enormen Auswirkungen sowohl auf mein eigenes Leben als auch auf das Leben anderer haben zur Folge, dass diese Ziele unabh&#228;ngig davon sind, ob ich aus egoistischen oder altruistischen Motiven handle.</p>
<p>Ich sehe zwei M&#246;glichkeiten, bei Akzeptanz der am Anfang dieses Textes ge&#228;u&#223;erten Vermutungen gleichzeitig rational zu handeln und nicht auf mindestens eines der beiden Ziele hinzuarbeiten:</p>
<ul>
<li>Die Wahrscheinlichkeit f&#252;r einen positiven Optimierungsprozess ist extrem niedrig. 0.01% ist <em>nicht</em> extrem niedrig.</li>
<li>Die Wahrscheinlichkeit f&#252;r einen Optimierungsprozess sowie f&#252;r das Eintreten oder Nicht-Eintreten existentieller Katastrophen ist v&#246;llig oder nahezu v&#246;llig unabh&#228;ngig vom eigenen Handeln.</li>
</ul>
<p>Beides glaube ich nicht.</p>
<hr style="margin-bottom: 2em">
<div style="color: #999">
<p><a id="fn0" href="#tn0">[0]</a> Einf&#252;hrungstexte:</p>
<ol>
<li><a href="http://www.aiplayground.org/artikel/agi/">Allgemeine k&#252;nstliche Intelligenz</a></li>
<li><a href="http://www.singinst.org/overview/whatisthesingularity/">What is the Singularity?</a></li>
<li><a href="http://www.singinst.org/overview/whyworktowardthesingularity/">Why work toward the Singularity?</a></li>
</ol>
<p><a id="fn1" href="#tn1">[1]</a> Ich definiere Intelligenz als die F&#228;higkeit, Ziele in komplexen Umgebungen zu erreichen.</p>
<p><a id="fn2" href="#tn2">[2]</a> Gr&#252;nde f&#252;r diese These:</p>
<ul>
<li>Zunehmende Rechenleistung, die sich in den n&#228;chsten 15 Jahren an die gesch&#228;tzte Rechenleistung des menschlichen Gehirns ann&#228;hert und diese letztendlich &#252;bertrifft.</li>
<li>Ein besseres Verst&#228;ndnis, was &#8220;Intelligenz&#8221; ist (Beispiel: Jeff Hawkins&#8217; Projekt Numenta).</li>
<li>Neue <a href="http://www.idsia.ch/~juergen/newai/node12.html">Forschungsergebnisse</a>, die die Machbarkeit von universellen, beweisbar optimalen Probleml&#246;sealgorithmen zeigen.</li>
</ul>
<p><a id="fn3" href="#tn3">[3]</a> Es ist m&#246;glich, dass die theoretische Machbarkeit von rekursiven, sich selbst verbessernden Prozessen von J&#252;rgen Schmidhuber <a href="http://www.idsia.ch/~juergen/goedelmachine.html">bereits bewiesen wurde</a>.</p>
<p><a id="fn4" href="#tn4">[4]</a> Einen rekursiven Optimierungsprozess kann man sich als ein Programm vorstellen, das auf einem Computer l&#228;uft, der &#252;ber eine Eingabeart (z.B. Maus und Tastatur) und eine Ausgabeart (z.B. Text auf einem Bildschirm) verf&#252;gt. Eine Verbindung mit dem Internet w&#228;re als Eingabe- und Ausgabeart ebenfalls denkbar.</p>
<p>F&#252;r den Optimierungsprozess ist wichtig, dass es einen Strom an Eingabedaten und an Ausgabedaten gibt und dass beide Teil derselben externen Welt sind. So k&#246;nnen die Ausgaben des Prozesses zu Ver&#228;nderungen f&#252;hren, die die Eingaben beeinflussen. Wurde dem Prozess ein Ziel vorgegeben, so ver&#228;ndert er seine Ausgaben dahingehend, dass die daraus resultierenden Eingaben daf&#252;r sprechen, dass das Ziel erreicht wurde.</p>
<p>Damit der Prozess Einfluss auf die Welt nehmen kann, wird der Prozess Verbesserungen an seinem eigenen Aufbau vornehmen m&#252;ssen. Wahrscheinlich werden bereits &#196;nderungen n&#246;tig sein, bevor der Prozess das eigentliche Ziel &#252;berhaupt verstehen kann — ein &#220;bergangsziel im Sinne von &#8220;verstehe die Intention, die hinter dem Ziel steht&#8221; k&#246;nnte n&#246;tig sein.</p>
<p><a id="fn5" href="#tn5">[5]</a> Ein h&#228;ufig vorgebrachtes, fehlerhaftes Argument gegen die These, dass ein konstantes Ziel m&#246;glich ist: &#8220;Ein Prozess, der intelligenter ist als wir selbst, wird immer einen Weg finden, sein Ziel zu &#228;ndern und sich damit unserer Kontrolle entziehen.&#8221; Das Problem bei dieser Argumentation liegt darin, dass der Zusammenhang zwischen Zielen und darauf folgenden Handlungsweisen ignoriert wird. Ein solcher Prozess wird nichts unternehmen, was nicht dem aktuell festgelegten Ziel dient — eine &#196;nderung des aktuellen Zieles w&#252;rde dazu f&#252;hren, dass der Prozess das aktuelle Ziel nicht erreicht und ist damit keine Handlungsweise, die ein solcher Prozess ausf&#252;hren w&#252;rde. Wenn ich die M&#246;glichkeit h&#228;tte, meine kognitive Architektur so zu &#228;ndern, dass mir das Ermorden von Kindern Spa&#223; macht, w&#252;rde ich es nicht tun — weil es meinen aktuellen Zielen widerspricht.</p>
<p><a id="fn6" href="#tn6">[6]</a> <a href="http://www.singinst.org/friendly/extrapolated-volition.html">Extrapolated Volition</a></p>
<p><a id="fn7" href="#tn7">[7]</a> Manche argumentieren, dass ein hinreichend intelligenter Prozess &#8220;von selbst&#8221; auf die Idee kommen sollte, dass menschliches Leben wichtiger ist als triviale Ziele. Eine solche Denkweise ist anthropomorph und untersch&#228;tzt, wie sehr sich ein solcher Prozess von einem denkenden Menschen unterscheiden kann. Der Denkprozess eines Menschen scheint verstrickt zu sein; Ziele sind nicht klar definiert und oft nicht untereinander konsistent. Ein entsprechend konstruierter Prozess verfolgt keine Denkans&#228;tze &#8220;von selbst&#8221;, die nicht dem klar definierten Ziel dienen.</p>
<p><a id="fn8" href="#tn8">[8]</a> &#8220;wichtiger als alles andere&#8221;: Existentielle Risiken f&#252;hren per Definition zum Ende der Menschheit und damit zum Tod aller Menschen, die ich liebe. Wenn &#8220;Friendly AI&#8221; m&#246;glich ist und nicht umgesetzt wird, wird das zu unverantwortlich mehr Leid und Tod f&#252;r alle Menschen f&#252;hren, einschlie&#223;lich der Menschen, die ich liebe. Die Frage &#8220;Ist Ziel a mir wichtiger als Person b&#8221; macht nicht unbedingt Sinn.</p>
</div>
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		</item>
		<item>
		<title>Allgemeine k&#252;nstliche Intelligenz</title>
		<link>http://www.aiplayground.org/artikel/agi/</link>
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		<pubDate>Mon, 18 Dec 2006 09:39:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Künstliche Intelligenz]]></category>
		<category><![CDATA[Singularität]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Gebiet der k&#252;nstlichen Intelligenz ist bislang nicht weit &#252;ber Schachcomputer und Suchmaschinen hinausgekommen. Es gibt Anzeichen daf&#252;r, dass wir in diesem Jahrhundert die Schwelle an Verst&#228;ndnis und verf&#252;gbarer Technik &#252;berschreiten werden, die es uns erm&#246;glicht, das Ph&#228;nomen Intelligenz technologisch nachzubilden. Ist allgemeine k&#252;nstliche Intelligenz m&#246;glich? Wenn ja, auch w&#252;nschenswert? Um sinnvoll &#252;ber Intelligenz zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Gebiet der k&#252;nstlichen Intelligenz ist bislang nicht weit &#252;ber Schachcomputer und Suchmaschinen hinausgekommen. Es gibt Anzeichen daf&#252;r, dass wir in diesem Jahrhundert die Schwelle an Verst&#228;ndnis und verf&#252;gbarer Technik &#252;berschreiten werden, die es uns erm&#246;glicht, das Ph&#228;nomen Intelligenz technologisch nachzubilden. Ist allgemeine k&#252;nstliche Intelligenz m&#246;glich? Wenn ja, auch w&#252;nschenswert?<span id="more-30"></span></p>
<p>Um sinnvoll &#252;ber Intelligenz zu sprechen, muss zun&#228;chst festgelegt werden, was man unter dem Begriff Intelligenz versteht.</p>
<h2>Was ist Intelligenz?</h2>
<p>Ein Sprichwort sagt: Intelligenz ist das, was ein Intelligenztest misst. Ein Intelligenztest misst den Unterschied zwischen Einstein und einem Dorftrottel. F&#252;r das Gebiet der k&#252;nstlichen Intelligenz sind solche Tests unbrauchbar; Intelligenztests messen den Gr&#246;&#223;enunterschied von Riesen in Millimeterabweichungen vom Durchschnitt. Was wir brauchen ist eine Skala, die mit der Intelligenz eines Steines beginnt, &#252;ber die Intelligenz von M&#228;usen geht, dann Menschen und &#8212; vielleicht weiter?</p>
<p>Die Frage, wie weit man auf dieser Skala nach rechts gehen kann, ist spannend.<br />
Man vergisst leicht, dass wir Menschen nur einen kleinen Fleck im Raum aller m&#246;glichen Intelligenzen besetzen.</p>
<p>Eine Definition, die auf dem Gebiet der k&#252;nstlichen Intelligenz in den letzten Jahren an Beliebtheit gewonnen hat, lautet: Intelligenz ist die F&#228;higkeit, komplexe Ziele in komplexen Umgebungen zu erreichen. Der Vorteil dieser Definition ist, dass sie sich mathematisch formalisieren l&#228;sst (was im Mai 2006 auch geschehen ist).</p>
<p>Der n&#228;chste Schritt sind Tests, mit denen sich Intelligenz nach dieser Definition messen l&#228;sst. Dinge, die man messen kann, lassen sich Schritt f&#252;r Schritt verbessern. Das setzt allerdings voraus, dass sie &#252;berhaupt m&#246;glich sind.</p>
<h2>Ist k&#252;nstliche Intelligenz m&#246;glich?</h2>
<p>Bislang existiert auf diesem Planeten Intelligenz nur in einer Form: Der biologischen. Es ist nicht unmittelbar klar, ob sich das Prinzip, das dahinter steckt, extrahieren und auf andere Weise umsetzen l&#228;sst. Was ist es, das daf&#252;r sorgt, dass aus einer Ansammlung von Zellen ein Denkapparat entsteht? Kann es Prozesse geben, die hier eine Rolle spielen und die nicht berechenbar sind?</p>
<p>Dar&#252;ber, wie das Netzwerk aus 100 Milliarden Nervenzellen in unserem Kopf zu intelligentem Verhalten f&#252;hrt, gibt es Theorien. Dar&#252;ber, wie die Interaktionen der Nervenzellen dazu f&#252;hren, dass Bewusstsein, dass Ich-Gef&#252;hl entsteht, gibt es praktisch keine. F&#252;r den Bereich der k&#252;nstlichen Intelligenz ist das an sich nicht zentral; jedenfalls dann, wenn ein Verst&#228;ndnis des Bewusstseins nicht Voraussetzung f&#252;r ein Verst&#228;ndnis von Intelligenz ist. Die Tatsache, dass es ein Ph&#228;nomen gibt, dass stark mit dem Denken zusammenzuh&#228;ngen scheint und das sich all unseren Erkl&#228;rungsversuchen entzieht, gibt mir aber zu denken.</p>
<p>Andererseits war es in jeder Generation so, dass es Ph&#228;nomene gab, die so wundervoll mysteri&#246;s waren, dass sie au&#223;erhalb des Bereiches der Wissenschaft zu liegen schienen. Wissenschaft ist nur f&#252;r die Ph&#228;nomene gut, die nicht mysteri&#246;s sind. Der Lauf der Planeten, die verschiedenen Zust&#228;nde von Materie, die Biologie des Lebens. Als ob all das nicht ebenso mysteri&#246;s gewesen w&#228;re f&#252;r tausende von Jahren; vom Anfang der Zeit bis zu dem Punkt, an dem die Wissenschaft eine Erkl&#228;rung fand.</p>
<p>Wir vergessen zu schnell, dass die Vergangenheit auch einmal Gegenwart war.<br />
Fragen k&#246;nnen mysteri&#246;s sein. Antworten niemals.</p>
<p>F&#252;r die Machbarkeit von k&#252;nstlicher Intelligenz in den n&#228;chsten Jahrzehnten spricht, dass die Leistungsf&#228;higkeit von Computern seit deren Einf&#252;hrung exponentiell zugenommen hat. Wenn sich diese Entwicklung &#252;ber die n&#228;chsten Jahrzehnte so fortsetzt, wie sie es die letzten zwei Jahrzehnte der Fall war, so werden werden Rechenleistung und Speicherplatz nicht die begrenzenden Faktoren  darstellen.</p>
<p>Auch in der Neurobiologie sieht es vielversprechend aus. Mehr und mehr Forscher bem&#252;hen sich, die einzelnen Forschungserkenntnisse fr&#252;herer Jahre zu einer allgemeinen Theorie der Intelligenz zu verkn&#252;pfen. Die L&#252;cke zwischen den Geschehnissen auf molekularer Ebene und unserem tats&#228;chlichen Verhalten wird langsam geschlossen.</p>
<h2>Ist k&#252;nstliche Intelligenz w&#252;nschenswert?</h2>
<p>Nicht alles, was m&#246;glich ist, ist auch w&#252;nschenswert. Um herauszufinden, ob allgemeine k&#252;nstliche Intelligenz (artificial general intelligence, AGI) w&#252;nschenswert ist, m&#252;ssen wir uns &#252;berlegen, welche Auswirkungen diese auf unsere Welt h&#228;tte. Wie diese Auswirkungen aussehen, h&#228;ngt vor allem von einem Punkt ab: Ob sich die k&#252;nstliche Intelligenz unter oder &#252;ber dem Level menschlicher Intelligenz befindet.</p>
<p>Wenn allgemeine k&#252;nstliche Intelligenz auf einem Niveau unterhalb des menschlichen m&#246;glich ist, werden die Schritte von dort aus zu menschlicher und &#252;bermenschlicher Intelligenz fr&#252;her oder sp&#228;ter m&#246;glich sein. Im Gegensatz zum menschlichen Gehirn ist es einfach, ein Computerprogramm auf einen schnelleren Rechner laufen zu lassen. Dass die Evolution mit dem menschlichen Gehirn das absolute Maximum an aus physikalischer Sicht m&#246;glicher Intelligenz erreicht hat, halte ich f&#252;r sehr unwahrscheinlich.</p>
<p>Allgemein gilt: Wenn Intelligenz jenseits der menschlichen m&#246;glich ist, wird sie h&#246;chstwahrscheinlich irgendwann umgesetzt werden. K&#252;nstliche Intelligenz unter menschlichem Niveau w&#252;rde die bedeutendste Erfindung der Menschheit darstellen. K&#252;nstliche Intelligenz &#252;ber menschlichem Niveau w&#252;rde einen Schritt bedeuten, der den der Evolution vom Affenmenschen zum Menschen &#252;betrifft. Eine solche Entwicklung h&#228;tte enorme Auswirkungen. Ob die positiven oder negativen &#252;berwiegen w&#252;rden, ist nicht absehbar.</p>
<p>Zu den Fragen, die wir uns stellen m&#252;ssen, z&#228;hlen unter anderem:</p>
<p>Wenn wir Menschen schon mit den heutigen technologischen Entwicklungen moralisch &#252;berfordert sind, weil der Verstand, die Moral, die Ethik mit dem Fortschritt nicht mithalten k&#246;nnen: K&#246;nnen wir es dann verantworten, uns auf Entwicklungen von ungleich gr&#246;&#223;erer Auswirkung einzulassen?</p>
<p>Wenn wir etwas schaffen, das intelligenter ist als wir selbst: Unterliegt es dann noch unserer Kontrolle? Wenn wir vorhersagen k&#246;nnten, wie jemand handeln wird, der intelligenter ist als wir selbst, w&#228;ren wir selbst so intelligent. </p>
<p>Was bleibt f&#252;r den Menschen, wenn selbst das Denken automatisiert wird?</p>
<p>Wer bestimmt, zu welchem Zweck k&#252;nstliche Intelligenz eingesetzt wird? Zu wessen Vorteil?</p>
<p>Demgegen&#252;ber stehen m&#246;gliche positive Effekte.</p>
<p>Wir Menschen haben nur eine sehr beschr&#228;nkte Auslastungskapazit&#228;t und etwas, das &#8220;besser denken kann&#8221; als wir, k&#246;nnte die Wissenschaft viel schneller voran bringen. Es gibt nicht nur kein Mittel gegen Dinge wie den Tod &#8211; es gibt nicht einmal ein Mittel gegen Krankheiten wie Aids. Dass es ein solches aus physikalisch-biologischer Sicht nicht geben kann, ist praktisch ausgeschlossen. Was daf&#252;r verantwortlich ist, dass wir noch keines haben, ist mangelnde Intelligenz.</p>
<p>Es gibt gesellschaftliche, wirtschaftliche und viele andere Probleme, die f&#252;r uns einfach nur eine &#220;berforderung darstellen. </p>
<p>Es gibt die Umwelt, die zerst&#246;rt werden wird, wenn wir nichts tun. Dazu ist neue, bessere Forschung n&#246;tig. </p>
<p>Es gibt keine schwierigen Aufgaben. Es gibt nur Aufgaben, die f&#252;r ein bestimmtes Ma&#223; an Intelligenz schwierig sind. Bewegt man sich auf der Intelligenzskala ein kleines bisschen nach oben, so werden einige Aufgaben von &#8220;unm&#246;glich&#8221; zu &#8220;offensichtlich&#8221;. Bewegt man sich ein gro&#223;es St&#252;ck nach oben, so werden alle offensichtlich. </p>
<p>Der Fortschritt in s&#228;mtlichen Gebieten w&#252;rde rascher ablaufen.</p>
<p>Dazu z&#228;hlt insbesondere das Gebiet der k&#252;nstlichen Intelligenz. Mehr Intelligenz f&#252;hrt zu noch mehr Intelligenz. Kann es Prozesse geben, die die Effektivit&#228;t ihrer eigenen Bestandteile verbessern k&#246;nnen &#8212; einschlie&#223;lich derjenigen Bestandteile, die f&#252;r die Verbesserung zust&#228;ndig sind? </p>
<p>Exponentielle Kettenreaktionen sind Dinge, auf die man achten sollte. Die Vergangenheit eines Forschungsgebiets ist nicht immer ein guter Indikator daf&#252;r, was noch vor uns liegt. Die gro&#223;en Entwicklungen der Menschheit verliefen sprunghaft, nicht graduell.</p>
<p><em>Grundlage dieses Artikels ist mein Vortrag bei der Studienstiftung des deutschen Volkes.<br />
Einfluss hatten <a href="http://www.tiefgedacht.de/">Alexandra Surdina</a> sowie die Texte von <a href="http://yudkowsky.net/">Eliezer Yudkowsky</a>, insbesondere <a href="http://yudkowsky.net/singularity.html">Staring into the Singularity</a> und <a href="http://yudkowsky.net/bayes/technical.html">A Technical Explanation of Technical Explanation</a>.</em></p>
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		<title>Ray Kurzweil: The Singularity Is Near</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Oct 2005 09:35:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Singularität]]></category>

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		<description><![CDATA[Ray Kurzweils Buch The Singularity Is Near ist inzwischen schon beinahe Mainstream. Als Begleitlekt&#252;re empfehle ich deshalb Eliezer Yudkowskys How Kurzweil lost the Singularity aus dem Juni 2002. Ein Ausschnitt? Gerne: &#8216;Over the course of my personal interaction with Kurzweil, I&#8217;ve seen him say two really bizarre things. One was during the recent chat with [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ray Kurzweils Buch <a href="http://www.singularity.com">The Singularity Is Near</a> ist inzwischen schon <a href="http://www.siggibecker.de/blog/archives/2005/10/kurzweil-wall-street-journal-cnet-interview/">beinahe</a> <a href="http://www.siggibecker.de/blog/archives/2005/10/kurzweil-tsin-singularity-yudkowsky-4/">Mainstream</a>. Als Begleitlekt&#252;re empfehle ich deshalb Eliezer Yudkowskys <a href="http://www.sl4.org/archive/0206/4015.html">How Kurzweil lost the Singularity</a> aus dem Juni 2002. Ein Ausschnitt? Gerne: &#8216;Over the course of my personal interaction with Kurzweil, I&#8217;ve seen him say two really bizarre things. One was during the recent chat with Vinge, when Kurzweil predicted superhuman AI intelligence in 2029, followed shortly thereafter by the statement that the Singularity &#8220;would not begin to tear the fabric of human understanding until 2040&#8243;. <span id="more-27"></span></p>
<p>The second really bizarre thing I&#8217;ve heard Kurzweil say was at his SIG at the recent Foresight Gathering, when I asked why AIs thinking at million-to-one speeds wouldn&#8217;t speed up the development of technology, and he said &#8220;Well, that&#8217;s another reason to expect Moore&#8217;s Law to remain on course.&#8221; (&#8230;) Kurzweil is not defending what we would regard as the Singularity; he is defending the idea of ordinary technological progress.&#8217;  <a href="http://sl4.org/archive/0206/4008.html">Zum Posting bei SL4</a>.</p>
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		<title>Denkw&#252;rdiges IV</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Feb 2005 09:28:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Denkwürdiges]]></category>
		<category><![CDATA[Singularität]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;It seems quite natural that at every point we pay most attention to the parameters that are just about to peak, as they represent the hottest current trends. When we look back in the excitement of the moment, the whole history of the world looks like a preparation to the explosion of this particular parameter. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;It seems quite natural that at every point we pay most attention to the parameters that are just about to peak, as they represent the hottest current trends. When we look back in the excitement of the moment, the whole history of the world looks like a preparation to the explosion of this particular parameter. And we completely forget that yesterday we were looking at something else with the same excitement &#8230;&#8221; &#8212; <a href="http://hanson.gmu.edu/vc.html">Alexander Chislenko</a></p>
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