Thema: Technologie

Mechanische Replikatoren

RepRap ist ein Do-It-Yourself 3D-Drucker, der unter anderem Teile für die Konstruktion von 3D-Druckern herstellen kann. So soll der Drucker Kopien seiner selbst herstellen, jede der Kopien wiederum Kopien und so soll es weitergehen. Der erste funktionierende derartige Drucker würde demnach den Beginn eines exponenziellen Vervielfältigungsprozesses darstellen.

Auf der Website des Projekts steht:

RepRap achieved self-replication at 14:00 hours UTC on 29 May 2008 at Bath University in the UK.

Das bedeutet: Der Drucker hat vor einer Woche das erste Mal aus Rohmaterialien alle Plastikteile hergestellt, die für den Bau eines solchen Druckers benötigt werden. Für die vollständige Replikation werden zusätzlich Platinen, Motoren, Temperatursensoren, Cat5-Kabel, ein Computer (der den Prozess steuert) und ein Mensch (der die Einzelteile zusammensetzt) benötigt. Das macht die Ankündigung weniger eindrucksvoll.

Allerdings ist es leicht, Projekte in der Anfangsphase als “wenig eindrucksvoll” abzutun und sich trotzdem nicht davon abhalten zu lassen, die tatsächlich folgende, beeindruckende Entwicklung später als “unvermeidbar” zu bezeichnen. Ich würde darauf wetten, dass die Entwicklung von sich selbst replizierenden Maschinen — Katastrophen und ähnlich disruptive Ereignisse bei Seite gelassen — unvermeidbar ist und beeindruckend sein wird. Ein Grund dagegen, alles auf RepRap-ähnliche Makroreplikatoren zu setzen, ist der, den Caledonian hier erklärt:

It’s fundamentally harder to make a large, self-replicating machine than a small one. Individual molecules have far fewer degrees of freedom than macroscale objects do - much greater precision is needed when crafting a gear, even a microscopic one, than a protein.

Selbstreplikation bringt Gefahren mit sich und ist auf Nanoebene möglicherweise nicht sinnvoll. Brauchen wir einen Preis für den ersten Selbstreplikator, der ohne menschliches Zutun und ohne ungewöhnliches Rohmaterial auskommt, oder ein Verbot desselben?